Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge

Junge Union möchte über das Thema informieren

Schwarmstedt. Die Junge Union Schwarmstedt möchte über das aktuelle Thema minderjährige unbegleitete Flüchtlinge informieren. Am 20. November war der 25. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention (Übereinkommen über die Rechte des Kindes) und aus diesem Anlass möchte die Junge Union das Thema auch in unserer Region publizieren, so Katharina Küssner (1. Vorsitzende der JU Schwarmstedt). Jedes Jahr kommen einige tausend, minderjährige Flüchtlinge ohne Eltern nach Deutschland, sie sind auf der Flucht vor Verfolgung, Armut und Hungersnot. Im Jahr 2013 kamen geschätzt 5.600 Minderjährige ohne Begleitung nach Deutschland (laut Bericht der Diakonie). Meist handelt es sich um Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren, sie kommen in der großen Hoffnung nach Deutschland, hier eine Ausbildung absolvieren zu können und ein angstfreies Leben führen zu dürfen. Die Eltern zahlen hohe Summen für die Überführung ihrer Kinder in eine Welt ohne Krieg. Nicht immer sind es Kinder aus ärmsten Verhältnissen, denn um den Schleuserbetrag in Höhe von ca. 7.000 Dollar zu zahlen, sind die Flüchtlingskinder meist schon aus wohlhabenderen Familien. Wie hoch muss die Not in einem Land sein, in dem Eltern ihre geliebten Kinder in ein fernes Land schicken, in eine bekannte Gefahr mit der großen Hoffnung, dass eigene Kind erreicht gesund das ferne Land und ist in Sicherheit. Wie gehen wir dann mit diesen minderjährigen Flüchtlingskindern in unserem Land um? Die meisten Jugendlichen werden in Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht und erhalten einen Vormund. Häufig ist die Altersfeststellung der Jugendlichen problematisch, da sie die Sprache nicht sprechen und von den Behörden häufig älter eingeschätzt werden und somit wie Erwachsene behandelt werden. In den meisten Bundesländern müssen sie ein „Clearingverfahren“ durchlaufen, hierbei soll geklärt werden, was für Fluchtgründe vorliegen und ob es bereits Verwandschaft oder Bekannte in Deutschland gibt. Ein Gesetzesantrag Bayerns im Bundesrat fordert die Verteilung der Jugendlichen in Deutschland, um die Kommunen zu entlasten. Doch hierbei sollte vorerst abgeklärt werden, ob die Jugendlichen Kontaktpersonen in Deutschland haben, wie zum Beispiel Verwandschaft oder Bekannte. Die Jugendlichen haben meist wochenlange Strapazen und Ängste hinter sich, es ist wichtig, dass die Jugendlichen in Deutschland Sicherheit und Schutz erhalten. Es gibt bereits Familien in Deutschland, die sich den Jugendlichen annehmen und sie in ihrer Familie aufnehmen. Diese Familien zeigen Verantwortung und helfen den Jugendlichen, sich mit der Kultur vertraut zu machen. "Wir haben die Verpflichtung, uns um die Flüchtlinge, die wir in unserem Land aufnehmen, zu kümmern. Die Zuwanderung der minderjährigen Flüchtlinge ist auch eine Chance für Deutschland, der demografische Wandel fordert mehr junge Menschen und wir können diesen jungen Menschen helfen, sich in unserem Land beruflich zu integrieren und sich weiterzubilden. Besonders ländliche Regionen können Flüchtlinge aus den Städten aufnehmen und somit Leerstand sinnvoll nutzen" (ein Beispiel aus der Stadt Goslar). Die JU Schwarmstedt wünscht sich ein Handeln im christlichen Sinn: " Wir haben die Pflicht, denen zu helfen, die in Not sind." Es gibt bereits einige Internetseiten, die über die Problematik der minderjährigen Flüchtlinge in Deutschland informieren: www.b-umf.de (Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V.), www.mfkjks.nrw.de/kinder-und-jugend/jugendliche-in-nrw/unbegleitete-minderjaehrige-fluechtlinge.html (Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen), www.Diakonie.de/minderjährige unbegleitete Jugendliche.