Minister denkt über Bedarfshalt nach

Zoe Eickhoff mit sieben Monaten die Jüngste auf dem Arm von Heinrich Bünger, mit 86 Jahren der älteste Teilnehmer der Demonstration in Hannover vor dem Wirtschaftsministerium

Eickeloher demonstrieren in Hannover und übergeben Liste

Eickeloh. Gut 200 Bürger aus Eickeloh und Hademstorf fuhren am Mittwoch von Eickeloh um 15.20 mit der Heidebahn nach Hannover. Vom Hauptbahnhof, an dem schon das historische Feuerwehrfahrzeug aus Eickeloh wartete, ging es in einem farbenfrohen, fröhlichen Demonstrationszug unter Begleitung des Spielmannzuges Eickeloh und einer Abordnung der freiwilligen Feuerwehr Eickeloh durch die Fußgängerzone Hannovers zum Wirtschaftsministerium. Die kreativen Demonstrations-Plakate waren für viele Innenstadtbesucher ein echter „Hingucker“. Der Wirtschaftsminister Bode brachte seine Überraschung über die Menschenmenge dieser Demonstration mit den Worten „Er sei überwältigt von diesem dörflichen Engagement“ zum Ausdruck. Die beiden Bürgermeisterinnen Frau Wiechmann-Wrede (Hademstorf) und Frau Rühmkorf (Eickeloh) erläuterten dem Wirtschaftsminister Bode die Vorteile eines Bedarfshaltes für die beiden Heidedörfer. Diese seien wesentlich kostengünstiger zu finanzieren als die Bedienung über Busse. „Was nutzt es, wenn die Heidebahn schneller fährt, aber keiner mehr in den Heidedörfern zusteigen kann?“, so Rühmkorf.
Die Nutzung von Bedarfshalten in Süddeutschland (Karlsruhe) und auch der Pragmatismus im Umgang mit der Anbindung von ländlichen Bereichen an den großstädtischen Nahverkehr in Baden-Württemberg brachte den Minister zum Nachdenken. Er sicherte zu, nach dem 1. Juli, das Thema „Bedarfshalt“ zu seiner „ersten“ neuen Amtshandlung zu machen. Nach Übergabe eines kleinen Präsentkorbes (Spargel, Erdbeeren und Honig aus Eickeloh) sowie den gesammelten 878 Unterschriften sangen alle das Eickeloher Heimatlied. Im Anschluss gaben sowohl der Minister als auch die Bürgermeisterinnen weitere Interviews an Funk, Presse und Fernsehen.