Mit vereinten Kräften

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer um Werner Bartsch leisten insgesamt 5.500 Arbeitsstunden ab.

Handwerker und Schreibtischtäter bauen an der „Sporthalle Bothmer“

Bothmer. Manchmal behaupten Schreibtischtäter von sich, sie hätten zwei linke Hände. Landrat Manfred Ostermann ist so einer. Und das, obgleich sein Vater Maler und Lackierer war, seine Großväter Maurer und Tischler. Für einen Schreibtisch gibt es aber in der Sporthalle in Bothmer keinen Platz – nur für Handwerker. Ostermann ist trotzdem hier. Er ist am Sonnabendvormittag einer von 14 ehrenamtlichen Bauhelfern, die Bauleiter Werner Bartsch motiviert hat zu kommen. Die Zeit drängt. In diesem Jahr soll die Sporthalle Bothmer endlich ihrer Bestimmung übergeben werden – nach mehrjähriger Bauzeit.
Es ist 8 Uhr. Bartsch redet nicht lang rum. Er bedankt sich kurz bei allen, die gekommen sind. Er kann es sich nicht verkneifen zu sagen, dass die Halle schon längst fertig wäre, wenn immer so viele geholfen hätten. Dann geht´s los. Drei oder vier Männern drückt er Akku-Schrauber in die Hände. Sie sollen ganz oben auf´s Gerüst und die bis zur Hallendecke reichenden Holzverschalungen, die oberhalb des Prallschutzes angebracht sind, festschrauben. Am Ende des Vormittages werden sie insgesamt 9.000 Schrauben in die Wände gedreht haben. Übrigens allesamt Schreibtischtäter wie der Landrat. Dagmar und Ulrike übergibt er Lackierrollen. Sie müssen nacharbeiten, was im Vorfeld nicht ganz hundertprozentig geworden ist. Auch sie müssen rauf auf´s Gerüst, mal über Kopf streichen, mal einfach nur die Holzbretter an den Wänden. In einem anderen Teil der Halle kümmert sich Peter mit einem Helfer um die Gipsarbeiten. Decke verspachteln und so weiter. Ein extrem anstrengender Job. Peter ist vom Fach, hat unter anderem 15 Jahre im Fertighausbau gearbeitet. Ein Glück, dass es auch Fachleute gibt, die wissen was sie tun! Benno und Christiane nehmen sich die Deckenverschalung im Eingangsbereich der Halle vor. Werner koordiniert alles, sagt wo´s lang geht.
Und dann ist Frühstück. Langsam kleckern alle von ihren Arbeitsstellen zur langen Tafel. Grundschulleiterin Gisela Koch hat mit ihren Helfern den Frühstückstisch gedeckt. Ganz klassisch: Mettbrötchen mit Zwiebeln, Käse- und Wurstbrötchen mit Gurken und ordentlich Kaffee. Nach 20 Minuten ist Schluss. Alle gehen an die Arbeit. Wilhelm, Jürgen und Manfred greifen sich wieder ihre Akkuschrauber. Alfred und Rüdiger brauchen keine extra Instruktionen. Genau wie Helmut sind sie so oft auf der Baustelle, dass sie wissen wo was zu tun ist. Auch Wilfried packt immer mit an „damit die Halle endlich fertig wird“.
Insgesamt 5.500 Arbeitsstunden werden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer um Werner Bartsch am Ende geleistet haben, ehe die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen Sport in der Halle treiben können. Die Sporthalle ist wichtig, für den Breitensport in der Region und um den Kindern der Grundschule Bothmer und der Kindertagesstätte ein zeitgemäßes, fundiertes und den heutigen Sicherheitsstandards entsprechendes Sportangebot im Rahmen des Schulsports und des Kita-Aufenthaltes machen zu können. „Die Kinder liegen mir am meisten am Herzen“, begründet Peter seinen Einsatz auf der Baustelle. Den anderen geht es genauso. Und darum machen sie weiter. Heute und an vielen, vielen Wochentagen und Wochenenden. Bis zur feierlichen Eröffnung. Werner Bartsch wünscht sich noch viele, viele tatkräftige Helfer. Denn es ist noch viel zu tun. Landrat Ostermann hat schon zugesagt, im Mai noch mal dabei zu sein.
 auf anderen Webseiten