Nächtlicher Einsatz für junge Retter Erste Einsatzübung für Johanniter Jugend

Die Johanniter Jugend des Ortsverbandes Aller-Leine bei der nächtlichen Einsatzbesprechung zu ihrer ersten Einsatzübung in Schneeheide. Foto: J. Redlich
Schwarmstedt. Die Johanniter Jugend des Johanniter Ortsverbandes Aller-Leine hat ihre erste Einsatzübung veranstaltet. Eigentlich sollte es nur eine Übernachtung in der Johanniter Dienststelle in Schwarmstedt werden. Für Merle Herzer, Sophia Bilo, Jan Papendorf und sechs weitere Mitglieder der Johanniter Jugend, die am frühen Abend mit Schlafsack und Kopfkissen in die Wache einzogen, entwickelte sich die Nacht aber ganz anders als gedacht.
Denn Daniela Papendorf, Leiterin der Johanniter Jugend, und Michael Grunwald, Zugführer der Schnelleinsatzgruppe (SEG) der Johanniter, hatten für die Kinder zwei Überraschungen geplant. Die erste war eine Nachtwanderung zur Sankt-Laurentius-Kirche, wo Pastor Frank Richter die Gruppe zu einer Kirchenführung erwartete und auf dem Dachboden der Kirche den Kindern einige Gruselgeschichten zum Besten gab.
Richtig spannend wurde es kurz nach Mitternacht, als die schlafenden Kinder durch den Alarm von drei im Raum versteckten Funkmeldeempfängern aus dem Schlaf gerissen wurden. Müde, aber aufgeregt sammelten sie sich zur Antrittskontrolle, bevor es in vier Fahrzeugen zur Lagebesprechung in den SEG-Stützpunkt nach Hodenhagen ging.
Dort erklärte Michael Grunwald gemeinsam mit weiteren Johannitern der SEG den Kindern das Szenario und ihre Aufgabe bei der Übung: Nach einem Stromausfall in der Unterkunft des Deutschen Roten Kreuzes in Schneeheide wurden zwei Personen vermisst, die nun von der Gruppe gesucht werden sollten.
In Schneeheide wurden die Kinder schon von Mitgliedern der Feuerwehr Bad Fallingbostel und Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes Walsrode erwartet. Mit Wärmebildkamera, Notfallrucksack und Decke ausgestattet durchsuchten sie die auf dem Gelände befindliche Lagerhalle, die im tiefsten Dunkel lag und aus der es bedrohlich qualmte.
Für Jan, der die Wärmebildkamera bedienen durfte, war diese Aufgabe das Spannendste des ganzen Abends: „Die Wärmebildkamera war richtig cool. Dinge, die Wärme abgeben, zeigt die Kamera weiß an. Dadurch haben wir auch die erste Person gefunden, die hinter einem Kühlschrank hockte. Sie hatte eine Platzwunde am Kopf. Aber wir wussten ja, dass es keine echte Wunde war.“
Nach 20 Minuten waren beide Vermisste gefunden und den Sanitätern zur weiteren „Versorgung“ übergeben. Um halb vier lagen alle Kinder wieder in der Schwarmstedter Wache auf ihren Luftmatratzen und Feldbetten, um für den Rest der Nacht ihren verdienten Schlaf zu bekommen. Diese erste Einsatzübung hatte der ganzen Gruppe so viel Spaß gemacht, dass sie von nun an gerne jeden Monat eine solche Übung machen möchten.