Nein! Mein Körper gehört mir

Mit viel Einfühlungsvermögen, theaterpädagogischem Können, Musik, Gesang und Spielen wurde den Kindern das Projekt vermittelt.

Schwarmstedt holt „Theaterpädagogische Werksatt“ in Schulen

Schwarmstedt. „Nein“ sagen, das lernten die insgesamt 180 Schüler der dritten und vierten Klassen in den Sommermonaten ganz bestimmt. Zwei sehr gut aufeinander aufbauende Präventionsprojekte behandelten mit viel Einfühlungsvermögen, theaterpädagogischem Können, Musik, Gesang und Spielen das Thema „Sexuelle Gewalt“. In drei Schulstunden, im Abstand einer Woche, kamen zwei Theaterpädagogen in die Klassen. Die Spielszenen gingen sowohl um ziependes Haarekämmen von der Freundin, als auch um den Nachbarn, der an den Po fasst. In den anschließenden Gesprächen mit den Kindern wurden Ideen entwickelt, wie sie reagieren können, um den Konflikt zu lösen. Auch Ja- und Nein-Gefühle waren Thema. Drei Fragen wurden mit den Kindern erarbeitet, die sich jedes Kind in einer unbehaglichen Situation stellen sollte: Hab ich ein Ja- oder Nein- Gefühl? Weiß jemand, wo ich bin? Bekomme ich Hilfe, wenn ich welche brauche? Auch die Eltern wurden mit einbezogen. Der Präventionsrat organisierte dazu einen Elternabend im Uhlehof und übernahm die entstandenen Kosten der Referenten. Zusätzlich fördert er das Projekt mit einem Euro pro Kind.
Um die Nachhaltigkeit zu sichern, holte die PaC-Managerin, Nicole Mittelstaedt, die die Planung der Projekte übernahm, zusätzlich die Beratungsstelle „Wendepunkte“ dazu. In vier Schulstunden wurd das Gelernte mit den Grundschulkindern nachgearbeitet. An einem Partner übten die Kinder, mit der richtigen Körperhaltung und Mimik „Nein“ zu sagen. Es wurden Arbeitsblätter bearbeitet und Spiele zum Thema „gute und schlechte Gefühle“ gespielt. Rundum entstand ein tolles Gemeinschaftsprojekt, welches dieses Jahr durch großzügige Förderung der schulinternen Fördervereine und des Kreispräventionsrates unterstützt wurde. Zukünftig soll alle zwei Jahre dieses kindgerechte Angebot für die dritten und vierten Klassen entstehen – damit Kinder stark und mutig werden, lernen ihre Grenzen besser einzuschätzen und, wenn diese überschritten werden, Hilfe zu holen.