Präventionsrat lobt zum zehnten Mal ein Preisgeld für Nichtraucherwettbewerb aus in der KGS sind weiterhin viele Klassen rauchfrei

Mirja Jäger und Arne Willerke aus der 9G1 und Luisa Brennecke, Vincent Niemeyer und Rico Leese aus der 6G3 freuen sich gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden des Präventionsrats der Samtgemeinde Schwarmstedt Volker Banschbach über ihren Gewinn beim Nichtraucherwettbewerb „Be smart – don´t start“.
Schwarmstedt. Seit 2002 nimmt die Wilhelm-Röpke-Schule am damals noch neuen internationalen Wettbewerb „Be smart – don´t start“ teil. Zu dieser Zeit hatte die Schule ein großes Problem mit vielen rauchenden Schülern, die insbesondere auch die Toiletten verqualmten. Der Wettbewerb war eingebunden in das Präventionskonzept „ErLeben ohne Drogen“, das in Schwarmstedt gemeinsam mit dem Landeskriminalamt, einem örtlichen „Runden Tisch“ (Lehrkräfte, Elternvertreter und Politiker) und dem Samtgemeindejugendring initiiert worden war, und unter anderem auch eine Voraussetzung dafür war, dass das Kultusministerium auf Antrag der Schülervertretung für die Schule eine Ausnahmegenehmigung für eine Raucherecke erteilte.
Nachdem man jahrelang relativ vergeblich versuchte, Jugendliche durch Abschreckung vom Rauchen und anderen ungesunden Dingen fern zu halten, zielte das „ErLeben ohne Drogen“-Konzept darauf hin, dass man den jungen Menschen etwas bietet, dass man Spiel- und Sportangebote macht, und dies immer wieder mit dem Thema Gesundheit verknüpft.
So gehörten die fünf „Go sports“-Veranstaltungen, die bisher 14 „Go sports nights“ und der „SportsFinderDay“ in diese Reihe und auch die regelmäßig stattfindenden SV-Partys für die jüngeren Schüler stehen bis heute unter diesem Motto. Die Kinder und Jugendlichen „lernen“ sich zu beschäftigen, zu feiern, möglichst ohne dass Alkohol oder andere Drogen im Spiel sind. Dass dies nachhaltig erfolgreich ist, zeigen die Abipartys oder die Bälle, die die Schule nahezu stressfrei feiert. Beim Nichtraucherwettbewerb, bei dem die Klassen- oder Biologielehrkraft je nach zeitlichen Möglichkeiten vorgefertigte Programmbausteine bearbeiten kann, die die Jugendlichen selbstbewusst machen und die die Gefahren des Rauchens aufzeigen sollen, ist auch der Gedanke, etwas gewinnen zu können, Bestandteil des Konzepts. So verknüpft sich im Kopf, schon bei den startenden Fünftklässlern, dass Nichtrauchen etwas Tolles ist.
Das Gesamtkonzept der Schule ist in einer Broschüre des NLQ (Niedersächsisches Landesinstitut für Qualitätsentwicklung; früher NLI und NiLS) als Best Practice Modell veröffentlicht worden, und auch die Deutsche Lungenstiftung, die eine Untersuchung durchführte, hat die positiven Ergebnisse an der Wilhelm-Röpke-Schule in ihrer Fachzeitschrift herausgestellt.
Die Teilnehmer der KGS Schwarmstedt an diesem Wettbewerb haben auch mehrfach Preise gewonnen, 2005 sogar ein Internetcafé direkt vom Kultusministerium für die Schulbücherei als Schule mit den meisten Nichtraucherklassen in Niedersachsen.
Aber natürlich gehört auch viel Glück dazu, von den deutschlandweit oder niedersachsenweit ausgelobten Preisen etwas zu ergattern.
Deshalb überlegte sich der Vorstand des Schwarmstedter Präventionsrats vor zehn Jahren, selbst ein Preisgeld auszuloben, damit auf jeden Fall eine Schwarmstedter Klasse gewinnt und der Wettbewerb so im Gespräch bleibt und mit positiven Erlebnissen verknüpft wird.
In diesem Jahr kam erstmals der neue 1. Vorsitzende Volker Banschbach in die Schülerratssitzung, in der Vertreter aus allen Klassen der Schule versammelt sind.
Eine kleine Glücksfee, Emily Gatter aus der fünften Klasse, unterstützte ihn bei der Verlosung unter allen Klassen, die es geschafft hatten, im Wettbewerbszeitraum von einem halben Jahr rauchfrei zu bleiben. Damit auch ältere Schüler eine Chance haben, ist es erlaubt, dass maximal zehn Prozent aller Schüler der Klasse rauchen. Glückliche Gewinner sind die 6G3 der Klassenlehrerin Antje Hein und die 9G1 des Klassenlehrers Alexander Dörr. In beiden Klassen wurde die Nachricht, je 200 Euro für einen Ausflug mit der Klasse als Belohnung erhalten zu haben, mit großer Freude aufgenommen und wunschgemäß finden sie den Wettbewerb und das Nichtrauchen auf jeden Fall cool und wollen auch im nächsten Durchgang ihr Glück versuchen.
Die Schülervertretung bedanke sich bei Volker Banschbach dafür, dass der Präventionsrat die Schule so nachhaltig und zuverlässig unterstützt. Und wenn sich der eine oder andere wundert, dass vor Unterrichtsbeginn oder nach Schulschluss Schüler in der Nähe der Schule rauchen, dann muss man sich darüber ärgern, denn hundertprozentig klappt das Konzept nicht; aber man muss auch sehen, wie wenige Jugendliche es in Relation zur Gesamtzahl der etwa 1.400 Schüler sind.