Praktika bringen den Schülern viel

Auf dem Naschmarkt beim Landmarkt in Bissendorf gab es für ECHO-Praktikantin Melissa Marquardt auch etwas zu probieren: Renate Bulitz von der Bäckerei Springhetti bot ihr leckeres Osterbrot an.
 
Ina Marie Kuntze beim Einräumen der Regale bei NP. Foto: M. Marquardt

90 Schüler der KGS Schwarmstedt tauchten in das Berufsleben ein

Schwarmstedt.bDer neunte Realschulzweig der KGS Schwarmstedt hat in den ersten beiden Märzwochen sein Praktikum abgeleistet. Rund 90 Schüler schnupperten auf diese Weise in das Berufsleben hinein und konnten ihre ersten Erfahrungen außerhalb des Schulalltags sammeln. Bei meinem Praktikum bei der Extra Verlagsgesellschaft bei der Wochenzeitung Schwarmstedter und Wedemark ECHO habe ich in den letzten zwei Wochen sehr viel über das Berufsleben einer Redakteurin gelernt und konnte dabei auch eine ganze Menge selbst machen. Besonders dabei gefallen haben mir die Außentermine, die ich mit der Redakteurin Anke Wiese zusammen erledigen durfte. Wir haben zum Bespiel PR-Berichte über eine Tierheilpraktikerin und die Herzblut-Bar in Mellendorf gemacht und wurden dort sogar zum Probeessen eingeladen. Wir sind über den Landmarkt in Bissendorf gebummelt und haben eine Reportage über die einzelnen Stände gemacht und mit den Besuchern und Marktbeschickern gesprochen. Besonders spannend war auch die Vorstellung der Kriminalitätsstatistik bei der Mellendorfer Polizei. Am Wochenende durfte ich mir Termine, die mich interessieren, heraussuchen und habe selbstständig Artikel über das Test-Fest der Musikschule in Schwarmstedt sowie den Kinderflohmarkt der Hoper Löschzwerge verfasst. Oft bestanden meine Aufgaben auch daraus, E-Mails zu bearbeiten und Terminmeldungen zu erfassen und diese dann mit Hilfe des Redaktionssystems Gogol auf die Website des ECHO zu stellen. Bereits nach wenigen Tagen war ich von diesem Beruf überzeugt. Es machte mir viel Spaß, all diese Aufgaben auszuführen. Mein Hauptprojekt jedoch war es, eine Reportage über die Praktika meiner Mitschüler und natürlich mein eigenes zu schreiben.
Als erstes besuchte ich meine Mitschülerin Ina Marie Kuntze, die ein Praktikum bei NP als Einzelhandelskauffrau in Lindwedel macht. „Mir gefällt es hier total gut. Ich wurde herzlich empfangen und gleich in die Aufgaben eingeführt“, sagte sie begeistert und fügte hinzu: „Das Beste dabei ist, dass ich nicht so lange arbeiten muss und nur einen kurzen Weg nach Hause habe“. Inas Aufgaben bestanden vor allem darin, Waren anzunehmen und diese in die Regale ein- und auszuräumen. Sie arbeitete täglich circa sieben Stunden und kann es sich auch gut vorstellen, dort später ihre Ausbildung zu absolvieren.
Danach traf ich Monique Bergmann im Supermarkt REWE in Schwarmstedt, wo die Schülerin täglich acht Stunden in der Getränkeabteilung arbeitete. Auf die Frage, ob sie es sich denn vorstellen könnte, während ihres Berufslebens dort zu arbeiten, muss sie erst einmal überlegen. „Ja, eigentlich schon. Aber mein Traumberuf ist es, Mediengestalterin für Bild und Ton zu werden“. Leider hatte sie in diesem Beruf für den vorgegebenen Zeitraum keinen Praktikumsplatz gefunden. Monique bezeichnet die Arbeit im Supermarkt als sehr anstrengend, weil sie oft schwere Kisten heben muss.
Lena Marie Bausch absolvierte ihr Praktikum bei der Tierärztlichen Praxis Dr. Jürgens und Partner in Schwarmstedt. Der 15-jährigen Praktikantin gefiel es dort sehr gut. Am interessantesten war es, bei den Operationen zusehen zu dürfen. „Hier sind alle total herzlich zu mir und erklären mir alles. Meine vielen Fragen werden hier beantwortet.“ Lenas Aufgaben bestanden hauptsächlich daraus, die Tiere beim Aufwachen aus der Narkose zu betreuen und nach Operationen die Tische und Bestecke zu säubern. Melina Pichel leistete ihr Praktikum als Altenpflegerin in dem Sozialkonzept Dorotheenhof in Schwarmstedt ab. „Mir macht es hier total viel Spaß, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, später in diesem Beruf zu arbeiten“, erklärte mir meine Mitschülerin auf Nachfrage. Die meisten ihrer Aufgaben bestanden darin, die Betten der Bewohner frisch zu beziehen und beim Essen zu helfen.
„Es ist nur schwierig, wenn ich den Menschen hier etwas erklären muss und diese das nicht sofort verstehen oder gleich wieder vergessen. Dann muss ich es ihnen nämlich nochmal erklären“, so Melina. „Langweilig ist es hier eigentlich nicht. Es gibt immer etwas zu tun und die wirklich seltenen langweiligen Momente sehe ich den Pflegern dabei zu, wie sie etwas über die Bewohner in Hefte eintragen“, meinte die Schülerin.
Auch mein Klassenlehrer Steffen Dannenberg hat bereits viele gute Erfahrungen mit den Praktika der Schüler gemacht. „Meiner Erfahrung nach haben die Berufsstellen immer Aufgaben und Beschäftigungen für die Praktikanten gehabt. Bis jetzt hat keiner bloß rumgesessen und nichts gemacht“, so sein Fazit nach der ersten Woche. Auch in den Praktikumsberichten der Schüler hat der betreuende Lehrer bis jetzt hauptsächlich Positives gelesen. Und auch ich komme zu dem Schluss: Die zweiwöchigen Praktika bringen den Schülern viel. Bei ihrer anschließenden Berufswahl können sie sich immer daran orientieren und ihre Entscheidungen viel bewusster treffen.