Praktikum beim Wedemarker ECHO

Finja Krebs hatte viel Spaß bei ihrem Praktikum in der Redaktion des Schwarmstedter ECHO. Foto: A. Lange
 
Insa Petersen absolvierte ihr Praktikum in der Zahnarztpraxis von Dr. Frank Jüttner. Foto: Privat
 
Fabian Scheidler entschied sich ebenfalls für die Leuphana-Universität in Lüneburg. Foto: Privat
Schwarmstedt (fk). In meinem Praktikum als Journalistin beim Extra-Verlag in der Wedemark bekam ich die Chance, zwei Wochen lang in das Leben einer Journalistin „einzutauchen“ und viele interessante Erfahrungen mitzunehmen, indem ich Geschichten für das Schwarmstedter ECHO und das Wedemark ECHO recherchierte. Bereits nach wenigen Tagen war ich von dem Beruf restlos begeistert. Ich durfte allerhand spannende Aufgaben erledigen, unter anderem meine Freunde und Mitschüler über ihre eigenen Praktika interviewen und anschließend diesen Zeitungsbericht verfassen. Als erstes besuchte ich Tim in der Schwarmstedter Fitness-Lounge. Der 16-Jährige "schnuppert" gerade in den Beruf des Sport- und Fitnesskaufmannes und ist bereits nach den ersten Tagen fasziniert: „Ich habe hier sehr viel Spaß, es ist abwechslungsreich und interessant und die Mitarbeiter sind alle total nett!“, schwärmt er. Zu seinen Aufgaben gehört das Kontrollieren der Ware, für die gesunden Snacks und Shakes des kleinen Cafés, das Aufräumen und Vorbereiten der Kursräume, das Verteilen von Werbeflyern, sowie das Check-in der mehr oder auch weniger sportbegeisterten Kundschaft. Natürlich erlebt er auch den Alltag eines Sporttrainers mit. Tim treibt in seiner Freizeit selbst gerne und viel Sport, also war es für ihn keine Frage, wo er sein zweiwöchiges Praktikum verbringen möchte. Dinge, die ihm nicht gefallen, gibt es keine, sagt er, im Gegenteil: „Ich finde es toll, dass ich in so vielen Kursen dabei sein darf.“ Sein momentaner Arbeitstag beginnt pünktlich um 9 Uhr mit der täglichen Kontrolle aller Trainingsgeräte und Kursräume. Anschließend sitzt er am sogenannten „Counter“ damit die Mitglieder der Lounge einchecken können. Wenn die Kurse starten ist der Sportbegeisterte dabei: „Gestern habe ich ,Body Tonic' mitgemacht“, berichtet er, „das ist eine Art Ganzkörperworkout“. Seine Mittagspause nutzt Tim, um mit seiner Ansprechpartnerin Sabine Zorn über den Beruf zu sprechen und Fragen loszuwerden. Sabine Zorn ist selbst eher aus Zufall zu ihrem Beruf gekommen „Ich hatte lange Zeit Beschwerden im Rücken und bin deshalb mit dem Wunsch auf Besserung ins Fitnessstudio gegangen. Nachdem ich bei mir deutliche Erfolge gespürt habe, wollte ich ebenfalls anderen helfen, sich wieder gesund und gut zu fühlen“. Das schönste an ihrem Beruf, sagt sie, ist die Fortschritte der Menschen zu beobachten. Denn jeder habe sein individuelles Problem, ob es die „paar Gramm zu viel auf der Waage sind“ oder körperliche Beschwerden. „Es ist einfach toll, diese Entwicklung miterleben zu dürfen“. Auf meine letzte Frage, wie Tim sich in den Betrieb einfügt, antwortet die Trainerin: „Sehr gut! Er ist körperlich fit und kann sich auf die verschiedenen Menschen einstellen. Höflich und zuvorkommend ist er sowieso“. Der Karriere als Trainer steht dann wohl nichts mehr im Wege.
Als nächstes besuchte ich Insa in der Zahnarztpraxis von Dr. Frank Jüttner. Anders als bei Tim antwortet Insa auf meine Frage, wie ihr das Praktikum bis jetzt gefalle, eher zögerlich. „Zu Anfang war ich etwas schüchtern und unsicher. Ich hatte Angst etwas falsch zu machen. Doch jetzt wird es von Tag zu Tag besser. Ich gewöhne mich langsam an meine Kollegen auf Zeit“. Zu ihren Aufgaben gehörten bis jetzt das Säubern der Behandlungsräume und das Sortieren und Desinfizieren der Instrumente im Sterilisationsraum der Zahnarztpraxis. Besonders spannend findet es die 15-Jährige, wenn sie bei einer Behandlung dabei sein darf. Sie glaubt jedoch nicht, dass dies ihr Traumberuf ist, da sie sich mit der Reaktionsschnelligkeit und Genauigkeit, die eine Zahnarzthelferinn beim Assistieren mitbringen muss, noch überfordert fühlt. Insa arbeitet täglich von 7.30 bis 16 Uhr mit dem siebzehnköpfigen Team zusammen. Von ihrem Praktikum erhofft sich die Schülerin mehr Klarheit über ihre Wünsche für die Zukunft zu bekommen.
Nun treffe ich mich mit Laura. Sie hat einen Praktikumsplatz als Hotelfachfrau im Hotel Heide-Kröpke in Essel bekommen und freute sich, als der erste Tag des Praktikums vor der Tür stand. Ihre anfängliche Euphorie ist jedoch schon nach wenigen Tagen etwas gedämpft. „Die Mitarbeiter sind oft so beschäftigt mit ihren eigenen Aufgaben, dass ich mir manchmal total überflüssig vorkomme“, berichtet sie zerknirscht. „Andererseits bin ich jeden Tag in einem anderen Bereich des Hotels, das hat mir jede Menge Einblicke in das vielseitige Berufsfeld einer Hotelfachfrau verschaffen“. Die typischen Aufgaben der 16-Jährigen waren bis jetzt das Eindecken und Abräumen von Tischen im Restaurant und das Vorbereiten der Seminarräume für angemeldete Tagungen. „Natürlich gehört auch das Spülen von Geschirr sowie das Polieren von Gläsern für die Gäste zum Berufsalltag“. Ihre Gefühle nach den wenigen Tagen im Betrieb sind gemischt. „Einerseits finde ich den Beruf gut, da er abwechslungsreich und vielschichtig ist, auf der anderen Seite ist man immer im Stress und unter Zeitdruck. Es müssen täglich viele Aufgaben erledigt werden und das in einer möglichst kurzen Zeit und ohne, dass die Gäste dabei gestört werden. Für mich ist das ein enormer Druck, dem ich mich derzeit nicht gewachsen fühle“, erzählt die Schülerin. Eine weitere Belastung in diesem Berufsfeld sind die Arbeitszeiten. Laura arbeitet von Montag bis Mittwoch in der Zeit von 6 bis 14 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr. Donnerstag und Freitag hat sie frei und Zeit sich zu erholen. Am Ende des zweiwöchigen Praktikums erhofft sie sich, entscheiden zu können, ob der Beruf Hotelfachfrau für sie infrage kommt oder ob sie eine Ausbildung in diesen Berufszweig ausschließen kann.
Fabian verbrachte sein zweiwöchiges Praktikum an der Leuphana Universität in Lüneburg. Unter dem Titel „Studieren probieren“ können die Schülerinnen und Schüler ein umfangreich erstelltes Programm nutzen, das eine Vielzahl von Vorlesungen, Seminaren und Übungen in sämtlichen Fakultäten der Uni beinhaltet. „Ich besuche verschiedene Kurse, um zu schauen, was mir am besten gefällt. In der ersten Woche hörte ich mir zum Beispiel zwei Lesungen mit juristischem Hintergrund, eine Vorlesung über Naturwissenschaften sowie eine mit dem Thema Paradigmen der Kulturwissenschaften an“, erzählt der 17-Jährige. Später einmal zu studieren kann er sich auf jeden Fall vorstellen. „Es macht einfach riesigen Spaß, ist interessant und überhaupt nicht wie Schule“, betont er. Sein Entschluss für zwei Wochen an die Uni zu gehen, war laut Fabian die richtige Entscheidung. Besonders gut gefällt ihm die lockere Atmosphäre zwischen Lehrern und Studenten. Sein persönliches Fazit nach zwei Wochen Universität fällt so aus: „Für mich hat es sich gelohnt, ein Praktikum an der Leuphana Universität zu machen, da ich in den zwei Wochen viele Einblicke gewonnen habe, die mir nach dem Abitur bei der richtigen Berufswahl helfen können“. In meinem eigenen Praktikum fand ich besonders toll, dass ich vom interviewen, über das Layouten bis hin zur fertigen Zeitung dabei sein durfte und immer mit einbezogen wurde. Nach zwei spannenden Wochen habe ich einen Beruf kennengelernt, indem ich mir vorstellen kann später einmal tätig zu sein.