Sportliches Multitalent Pippa Bartels

Familie Bartels vor der Glasvitrine mit den sportlichen Erfolgen: Henrik, Katrin, Pippa und ihre Schwester Luisa. Foto: B. Stache
 
Reinhard Morys (links) mit dem Radteam von Special Olympics Deutschland, dem auch Pippa Bartels (rechts) angehört, vor der Abreise ins Trainingslager auf Mallorca. Foto: B. Stache

Lindwedelerin trainiert mit nationalem Radteam auf Mallorca

Lindwedel (st). Philippa Bartels, genannt Pippa, ist ein sportliches Multitalent. Die 23-jährige Lindwedelerin gehört dem nationalen Radteam von Special Olympics Deutschland (SOD) an. SOD ist die deutsche Organisation der weltweit größten, vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Pippa hat auf ihrem Rennrad schon so manche Pokale und Medaillen eingefahren. Ihre sportlichen Erfolge füllen eine große Glasvitrine im elterlichen Haus. Sie ist auch auf der Skipiste erfolgreich unterwegs. „In diesem Jahr ist Pippa bei den internationalen Winterspielen von Special Olympics in Inzell mit Skiern gestartet“, erklärte ihr Vater Henrik Bartels. Die junge Sportlerin brachte drei Medaillen aus Oberbayern mit nach Hause: Silber im Riesenslalom und Skicross sowie Gold im Slalom. Henrik Bartels, Hufschmied aus Lindwedel, trainiert die Special Olympics seit 2012 im Radsport. Tochter Pippa ist von Beginn an dabei. Ihre größten sportlichen Erfolge erzielte sie im vergangenen Jahr bei den europäischen Spielen in Antwerpen. „Pippa hat drei Medaillen gewonnen. Jeweils Silber beim 15 und 25 Kilometer Straßenrennen und die Goldmedaille über 40 Kilometer Straßenrennen“, zählt ihr Vater auf. Er ist Radsportkoordinator für Special Olympics Niedersachsen. „Ich versuche, den Radsport für Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen voranzubringen. In diesem Jahr gibt es erstmals ein Radrennen am Samstag, 20. Juni, in Hannover für Special Olympics Athleten.“ In der vergangenen Woche flogen die zehn Sportler des nationalen Radteams von SOD, darunter Pippa als eine von vier Frauen, zu einem siebentägigen Radtraining nach Pollença im Norden der Baleareninsel Mallorca. „Wir haben es zum ersten Mal geschafft, in diesem Jahr mit dem gesamten Team für eine Woche ins Trainingslager zu fliegen. Das ist auch ein gutes Training zur Teambildung und zur Vorbereitung auf die Weltsommerspiele mit dem langen Flug nach Los Angeles“, erklärte Reinhard Morys, Nationaler Radsport Koordinator von Special Olympics Deutschland. Die Weltsommerspiele finden vom 25. Juli bis 2. August 2015 statt. Vor dem Abflug nach Mallorca trafen sich die Radsportler, die unter anderem aus Bayern, Thüringen und Berlin angereist waren und zwischen 23 und 61 Jahre alt sind, mit ihren drei Coaches und Koordinator Morys sowie Sponsoren auf dem Hof Bartels in Lindwedel. Der Lindwedeler Bürgermeister Artur Minke fand lobende Worte für das gesamte SOD-Team. „Ich finde es toll, was hier passiert. Den Betreuern gebührt Lob und Anerkennung für ihre Arbeit“, so Minke. „Ohne Ihre finanzielle Unterstützung könnten wir das alles nicht leisten“, sagte Morys und sprach den Sponsoren seinen Dank aus. „Ich unterstütze die Sportler gerne und von ganzem Herzen“, erklärte Eckehard Vatter, Inhaber der Bäckerei Vatter aus Buchholz/Aller. Pippa Bartels hat in der Bäckerei Vatter eine Festanstellung gefunden. In ihrer Tante Heike Thomas, die mit ihrem Geschäft „Mikado – Kleidung, Schenken, Wohnen“ ebenfalls in Lindwedel ansässig ist, findet Pippa eine weitere Sponsorin. „Ich unterstütze das Team gerne, damit Menschen mit Behinderung besser in unsere Gesellschaft integriert werden“, so die Geschäftsfrau. „Wir freuen uns über ihre Erfolge und sind stolz auf Philippa aus Lindwedel. Wir unterstützen sie und ihr Team sehr gerne“, erklärte Rainer Marquardt, Inhaber des Schwarmstedter Autohauses Marquardt & Lenthe, im Beisein seiner Ehefrau Angelika. Henrik Bartels wünschte dem SOD-Radteam eine erfolgreiche und unfallfreie Trainingswoche auf Mallorca. „Wir leisten mit unserem Auftreten einen guten Beitrag zum Thema Inklusion. Wir zeigen, dass Menschen mit und ohne Behinderung gut miteinander harmonieren können – auch im Sport.“