Starke Kunstschule PINX

Imke Brandes (von links), Hildegard Strutz, Heike Runge, Marion Wischhoff, Will Burkhard, Petra Hebenbrock, Susanne Zeppernick, Heike Burkert und Kathrin Hoyer engagieren sich im Projekt „Kultur macht stark – Künste öffnen Welten – PINX for YOU“. Foto: B. Stache

Kultur macht stark – ein Bildungsangebot für benachteiligte Jugendliche und Kinder

Schwarmstedt (st). „Freudig kann ich mitteilen, dass es uns als Kunstschule PINX gelungen ist, nach fünf Jahren ´Kultur macht stark` auch dieses Mal im zweiten Term dabei zu sein“, erklärte Hildegard Strutz, Leiterin der Kunstschule PINX in Schwarmstedt. Einige Veranstaltungen des Projekts „PINX for YOU - eine Kunstschule für Alle“ laufen schon seit Mitte März, andere werden noch vor den Sommerferien erprobt – und die Schnuppertage sollen dann jeweils nach den Sommerferien oder auch in Kürze in den Schulen stattfinden. „Ziel des Projekts ist es, Bündnisse mit Partnern des Heidekreises einzugehen, um die Bildungschancen von und die Bildungsverantwortung gegenüber benachteiligten Jugendlichen und Kindern gemeinsam zu unterstützen und zu tragen“, so die Kunstschulleiterin. Innerhalb des Bündnisses soll durch die Kreativangebote und die Gemeinschaft der Kunstschule Kultur auch solchen Kindern zugänglich gemacht werden, die aufgrund ihres familiären oder sozialen Hintergrunds sonst keine Chance hätten, diese Form von Bildung zu erfahren. „Durch außerunterrichtliche Maßnahmen werden die Kinder durch Kunst und Gestaltungserfahrungen in der Kunstschule neben der Bereicherung ihrer Bildung auch die Beteiligung an der Entwicklung von Kulturprojekten erfahren.“ Geplant sind verschiedene, zwei Mal im Jahr stattfindende Schnupperangebote, drei wöchentlich stattfindende offene Angebote, jährlich zwei Ausflüge, Präsentationen und die Ausstellung des Kompetenznachweises Kultur. Leitidee ist die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen an der Gestaltung des Heidekreises. „Wie schaffen wir es, auf unsere Belange und Ideen bei der Gestaltung unseres Ortes aufmerksam zu machen?“, fragte Hildegard Strutz. „Besonders Jugendliche auf dem Land brauchen das Gefühl, sich ihren Lebensraum zurückzuerobern und an der Gestaltung des Ortes teilzuhaben. Unser Kernstück ist das offene Angebot ´Pinx4you`, an dem jeden Mittwochnachmittag Kinder aus Schwarmstedt zu uns kommen können, um ihre ganz eigenen ästhetischen Erfahrungen zu machen. Dieses offene Format hat eine erweiterte Zeitschiene zum vorangegangenen Projekt, so dass wir Kinder und Jugendliche verschiedener Schulzweige erreichen beziehungsweise ihre Teilhabe ermöglichen können“. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen werden Themen und Fragen aufgegriffen, die sie bewegen. Das „Offene Atelier“ findet in der Kunstschule PINX in Schwarmstedt jeden Mittwoch von 13.30 bis 16.30 Uhr statt. PINX ist auch in Bad Fallingbostel aktiv – immer mittwochs von 15.30 bis 17 Uhr in den Räumen der Oase, dem Begegnungsort neben der Kirche der evangelischen Kirchengemeinde St. Dionysius. Mit dem bewährten Format des offenen Ateliers in Bad Fallingbostel möchte das PINX-Team zur Inklusion und Interaktion der geflüchteten Familien außerhalb des Ankunftszentrums Fallingbostel beitragen. Zu dem transkulturellen, offenen Atelier der Kunstschule sind besonders auch die Kinder der geflüchteten Familien eingeladen. „Durch besondere Schnupperangebote direkt in den Schulen und Einrichtungen werden wir für diese beiden offenen Angebote werben. Zusätzlich werden Ausflüge der Kunstschule PINX in Betriebe der Umgebung und auch Kulturbetriebe des Heidekreises stattfinden, bei denen wir durch künstlerische Methoden die Jugendlichen ermutigen, selber in Aktion zu treten“, erläuterte Hildegard Strutz. Hauptzielgruppe sind Kinder zwischen 9 und 13 Jahren und Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren. „Das altersübergreifende inklusive Arbeiten hat sich im letzten Förderzeitraum sehr bewährt und wird von uns fortgesetzt.“ Die Kunstschule PINX arbeitet eng mit der Förderschule, den Oberschulen, dem Jugendring, dem nahen Kinderheim und der evangelischen Kirche zusammen. „So haben wir die Gewissheit, tatsächlich Jugendliche anzusprechen, die aus einem benachteiligenden sozialen Umfeld kommen, wie Förderschüler, vernachlässigte Kinder, Kinder und Jugendliche, die im Heim aufwachsen, Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern und geflüchtete Kinder und Jugendliche“, bekräftigte die Kunstschulleiterin. Das Projekt „PINX for YOU wird jährlich mit 23 000 Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Die Förderung für die Kunstschule PINX ist für die beiden ersten Jahre genehmigt, danach ist eine erneute Antragstellung auf Weiterführung der außerschulischen Maßnahmen erforderlich. An der Vorstellung des neuen Projekts durch Hildegard Strutz hatten teilgenommen: die PINX-Mitarbeiterinnen Kathrin Hoyer und Heike Runge, Will Burkhard (Schulleiter Förderschule An der Alten Leine), Pastorin Heike Burkert aus Bad Fallingbostel, Imke Brandes (kommissarische Leiterin der Hermann-Löns-Schule in Bad Fallingbostel) mit der Fachbereichsleiterin Kunst Petra Hebenbrock sowie Susanne Zeppernick, Leiterin des Kinderheims Zeppernick in Schwarmstedt.