Transport von Hilfsgütern nach Kaliningrad eingefroren

Helia Sauerwein berichtete über den Arbeitskreis "Brücke nach Kaliningrad". Foto:F.Krebs

Helia Sauerwein berichtet über den Arbeitskreis "Brücke nach Kaliningrad"

Lindwedel (fk). Der Gottesdienst am vergangenen Montag in Lindwedel, gehalten von Pastor Jörn Kremeike, hatte eine ganz besondere Bedeutung für Kirchenmitglied und Leiterin des Arbeitskreises „Brücke nach Kaliningrad“ Helia Sauerwein. Aus einer spontanen Hilfe im Jahre 1991 entstand 1994 die Hilfsorganisation, die Menschen im Nahen Osten unterstützt. „Oftmals blenden wir die Menschen im Osten doch eher aus“, begann Pastor Jörn Kremeike den Gottesdienst, „eine die das seid Jahren nicht tut ist Helia Sauerwein“, erzählte er weiter und übergab das Wort dann an die Leiterin des Arbeitskreises „Brücke nach Kaliningrad“. Diese berichtete: „Wir blicken zurück auf das Jahr 1992. Seitdem besteht eine Partnerschaft zwischen den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden St. Laurentius Schwarmstedt und Gavrilovo“, berichtete Helia Sauerwein. Mit der Unterstützung vieler Helfer entstand neben einem Pflegeheim, einer Schule und einem Kindergarten auch ein Gemeindezentrum in dem Gottesdienste gefeiert werden konnten. „Es sind ebenfalls wundervolle Kontakte und schließlich auch eine Partnerschaft zwischen dem dortigen Regenbogen-Kindergarten und dem Kindergarten in Gilten entstanden“, freute sich Helia Sauerwein. In diesem Kindergarten sind vor allem schwache Kinder, denen damit eine Chance auf etwas warmes zu Essen geboten wird. „Wichtig ist es sie im Kindergarten durchzubringen, um die spätere Schullaufbahn zu sichern“. Am Kirchentag in Hannover im Jahre 2005 kamen 55 Kirchentagsmitglieder aus allen kleinen Gemeinden im Kaliningradergebiet zu Besuch. Frauen aus den Dörfern der Samtgemeinde statteten über 40 kleine Bettchen für die bedürftigen Kinder des Regenbogen-Kindergartens aus oder beglückten das Pflegeheim mit einem Treppenlift. Es wurde also schon viel Gutes getan. Doch durch politische Einflüsse, wie beispielsweise durch die Krise rund um die Krim, gestaltet sich die weitere Hilfe in dem Land schwierig. „Kaliningrad ist ein Aufmarschgebiet geworden für die Russiche Armee, das hat die Leute dort sehr verunsichert. Der Import sowie der Export sind eingefroren und so kommen auch keinerlei Hilfsgüter über die Grenze außer in Form von Geld. Die Menschen, insbesondere diejenige mit deutschen Wurzeln, reisten aus und so brach die Partnergemeinde zusammen. Die Alten und die Armen sind die, die zurückgeblieben sind“, erzählte Helia Sauerwein weiter. „Unsere Kirchengemeinde dort ist von 30 Personen geschrumpft auf etwa sieben“. „Für sieben Leute kann man kein Haus unterhalten“, sagte die engagierte Leiterin des Arbeitskreises. Im gesamten Kaliningrader Gebiet gibt es kaum Arbeit und aus diesem Grunde ist die dortige Armut sehr groß. In dem Pflegeheim waren immer 29 Betten fest belegt. Fünf Betten standen für Notfälle zur Verfügung. Jetzt sind nur noch 17 Plätze belegt von denen gerade einmal sechs Pflegefälle durch ihre Familien eigenständig finanziert werden. Helia Sauerwein sagte abschließend, dass es auf jeden Fall eine Zukunft für die evangelische Kirche in Kaliningrad gebe, diese allerdings mehr russisch als deutsch geprägt sein wird und bedankte sich für die bisherige Unterstützung. Pastor Jörn Kremeike zeigte sich beeindruckt mit wie viel Energie Helia Sauerwein sich für „ihr“ Projekt einsetzt und sagte: „Gerade in einer solchen Situation darf man den Kontakt zueinander nicht abbrechen lassen und muss weitermachen !“