Unfall oder Kindesmissbrauch?

Der Präventionsrat informiert über Projekte der MHH

Schwarmstedt. Vertreter des Präventionsrates Schwarmstedt folgten im April der Einladung der Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule zu einer Mitgliederversammlung, in der von drei Präventions-Projekten der aktuelle Stand vorgestellt wurde. Das von Prof. Dr. Dipl.-Psychologe Hartmann geleitete Projekt „Kein Täter werden“ verfolgt das Ziel, Männer mit pädophiler Veranlagung davon abzuhalten, Kinder zu missbrauchen. Ihnen wird vermittelt, dass sie für ihre Veranlagung nichts können (sie ist nicht abstellbar), jedoch für ihr eigenes Handeln verantwortlich sind. Die Therapie, so berichtete Diplom-Psychologin Constanze Jakob, in der unter anderem Mitgefühl für das Opfer aufgebaut wird und missbrauchsbegünstigende Einstellungen abgebaut werden, wurde bundesweit bereits 1.182 Männern angeboten, in Hannover haben seit 2012 mittlerweile 39 Teilnehmer eine Therapie begonnen. In einer Nachsorgegruppe treffen sich vierteljährlich ehemalige Teilnehmer um ihre Abstinenz aufrecht zu erhalten und gemeinsam Risikosituationen zu analysieren. Das Netzwerk verfügt nun in Deutschland über elf Standorte mit gemeinsamen Standards und regelmäßigem Erfahrungsaustausch. Volljährige Männer, die befürchten einen sexuellen Missbrauch zu begehen oder keine Missbrauchsabbildungen mehr konsumieren wollen und aktuell nicht unter Justizaufsicht stehen, können anonym, kostenlos und schweigepflichtgeschützt Hilfe bekommen, wenn sie sich an die Telefonnummer (05 11) 5 32 80 52 wenden.