Unterricht anders gestalten

Gudrun Pieper (von links), Christina Feldmann und Henrik Rump bei der Grundshcule in Bothmer.

Gudrun Pieper auf Sommertour bei Schulen im Wahlkreis

Heidekreis. Anlässlich ihrer Sommertour besuchte Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper einige Schulen im Wahlkreis, um sich über verschiedene Schulmodelle und Formen der Unterrichtsgestaltung zu informieren. Gemeinsam mit den CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Uta Paschke-Albeshausen aus Walsrode und Henrik Rump aus Schwarmstedt besuchte sie neben der Felix-Nussbaum-Oberschule und der Grundschule Süd in Walsrode, auch die Grundschule in Bothmer. „Es müssen nicht immer alle alles gleichzeitig machen“, betonte Oberschulleiter Rüdiger Strack als er seinen Gästen von der Kooperation mit der Lebenshilfe berichtete. Nach vielen Umbaumaßnahmen konnte die Lebenshilfe vor sechs Jahren mit einer Klasse der Tagesbildungsstätte in die Oberschule einziehen. „Dies ist das Beste, was den Schülerinnen und Schülern mit sozialpädagogischem Förderbedarf passieren kann“, machten auch Melanie Schack, Leiterin der Klaus-Dieter-Haehn-Schule und Klassenleiterin Angela Gruber deutlich. „Allerdings läuft der Unterricht bei uns etwas anders ab.“ Die momentan sieben Schüler zwischen zehn und 16 Jahren werden individuell gefördert und nehmen, wann immer möglich, am Unterricht der Regelklassen teil. Kooperationsunterricht wird in Fächern wie Sport, Werken oder Kunst erteilt. Auch Ausflüge, Klassenfahrten und Projektarbeiten finden gemeinsam statt. „Die Schülerinnen und Schüler machen ständig Fortschritte und wir sehen, wie stolz sie sind zur Oberschule dazu zu gehören. Alle Beteiligten profitieren davon“, waren sich die Pädagogen einig. Eine komplette Inklusion in eine Regelklasse werde nicht angestrebt: „Eine Differenzierung ist nach wie vor nötig, da die Anforderungen unserer Schülerinnen und Schüler sehr spezifisch sind“, erläuterte Melanie Schack. „Es ist gut, dass alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam an einer Schule unterrichtet werden können. Die Kooperationsklasse ist eine Möglichkeit der Teilhabe,“ so Pieper.
Großes Engagement zeigt auch die Grundschule Bothmer. Christina Feldmann, die 2016 die Schulleitung übernommen hat, ist sehr daran gelegen die Schule attraktiv zu gestalten. Umbaumaßnahmen und Renovierungen am Schulgebäude haben bereits stattgefunden. Die Neugestaltung des Schulhofes und des Eingangsbereiches sind, dank der Initiative vieler Eltern, auf einem guten Weg. Bei der Unterrichtsgestaltung geht die Schulleiterin auch unkonventionelle Wege. Mit dem Projekt „bewegte Schule“ möchte sie vermehrt Bewegung in den Schulalltag integrieren. Die naturnahe Gestaltung des neuen Schulhofs soll die Kreativität der Grundschüler fördern und dazu beitragen, Aggressionen bei Kindern abzubauen. Auch die Klassenzimmer wurden bewegungsfreundlich strukturiert. „Von Anfang an war ich überzeugt von der positiven Wirkung der Bewegung auf die Konzentration und die Motivation der Kinder“, berichtet Feldmann. „Durch die Bewegung kann sogar mehr Ruhe ins Klassenzimmer gebracht werden.“ Ihre Kollegen setzen das Projekt mittlerweile ebenfalls um. Mit verschiedenen Arbeitsplätzen, wie Stehpulten, Liegeplätzen oder Wanderpulten biete sich den Schülern die Möglichkeit über die Bewegung Spannungen abzubauen. Gudrun Pieper pflichtete dem bei: „Bewegung hat einen positiven Einfluss auf die Lernprozesse. Deshalb sollte Schule für die Kinder nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort des Erlebens sein, indem sie ganzheitlich gefördert werden und Bewegung einen fixen Bestandteil des Schulalltags darstellt.“ Über das Ganztagesmodell kann dieses Projekt auch in den Nachmittagsstunden fortgesetzt werden.
Über ihre positiven Erfahrungen mit der offenen Ganztagesschule berichtete Sybille Jäger, Schulleiterin der Grundschule Süd in Walsrode. Der Ganztagesbetrieb biete aus ihrer Sicht wesentliche Vorteile. "Durch das erweiterte Schulangebot stärkt man den Bildungserfolg der Schüler und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, so Jäger. Dies zeigten die durchweg positiven Rückmeldungen von Eltern und Schülern. „Die Zahlen im Ganztag steigen. Wir haben das Angebot mit 50 Schülern gestartet. Nun sind über 80 Kinder angemeldet.“ Mittlerweile muss über einen Kriterienkatalog entschieden welche Kinder für die Ganztagsbetreuung infrage kommen. „Wir platzen räumlich aus allen Nähten“, informiert die Schulleiterin. „Die Mensa ist mittags bis auf den letzten Platz belegt, obwohl wir bereits in kleinen Gruppen essen.“ Ein zweiter Betreuungsraum werde ebenfalls dringend benötigt, ebenso ein Musikraum. Abhilfe könne die benachbarte Hans-Brüggemann-Schule schaffen, deren Schülerzahlen deutlich abnehmen würden. Gespräche über die Mitnutzung der Räumlichkeiten finden bereits statt. Die CDU-Abgeordnete betonte abschließend, dass die Ganztagsschule mehr als Betreuung sei. Sie erlaube neue Gestaltungsmöglichkeiten des Lernprozesses. „Es gibt nichts Besseres als in die Zukunft unserer Kinder zu investieren. Die Schüler haben Lust auf Lernen und die Gemeinschaft am Nachmittag – das muss gefördert und unterstützt werden“, betonte sie abschließend.