Von der äußeren zur inneren Ruhe finden

Angelika Dickhoff machte den Schwarmstedter Zuhörerinnen „Mut zu neuen Wegen“.

Frauenfrühstücksteam zeigte Mut zu neuen Wegen

Schwarmstedt. „Manchmal zwingen einen die äußeren Umstände dazu, etwas Neues zu wagen, neue Wege zu beschreiten“, erklärte Rednerin Angelika Dickhoff beim ökumenischen Frauenfrühstück in Schwarmstedt. Auch das Vorbereitungsteam war zu solch neuen Wegen gezwungen worden, berichtete Ruth Hildebrandt in ihrer Begrüßung der rund 60 Teilnehmerinnen im evangelisch-lutherischen Gemeindehaus der St.-Laurentius-Kirchengemeinde. So habe die Veranstaltung mangels Helferinnen kurz vor einer Verlegung ins Frühjahr gestanden, und eine musikalische Begleitung sei auch nicht zu finden gewesen. Doch diese Veränderungen taten der Veranstaltung keinen Abbruch; es waren im Anschluss durchweg positive Äußerungen zu hören, und auch das Singen „a Capella“ klappte wunderbar.
Die Diplom-Religionspädagogin Angelika Dickhoff erklärte ihren Zuhörerinnen, sie bräuchten gar nicht so viel Mut wie beispielsweise Katharina von Bora, um neue Wege zu beschreiten. Sie sollten vielmehr überlegen, welche Wege sie bereits gegangen seien, festlegen, wo sie jetzt stünden und dann entscheiden wie es weiter gehe. Das Ziel der Menschen sei die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und „Wege“ dienten dabei lediglich als Symbol bei dessen rückblickender Betrachtung sich nicht immer nur schöne und bequeme Wege sondern auch manche Sackgasse und drohender Abgrund zeige. Oft müsse ein großes Labyrinth bewältigt werden, ehe „das Äußere und das Innere in Einklang gebracht werden könne.“ Erst im Rückblick, beim Betrachten der „Landkarte meines Lebens“, so Angelika Dickhoff, erkenne sie das Zusammenlaufen mancher Wege, könne sie die Knotenpunkte erkennen und den Sinn oder die Aufgabe ihres Lebens entdecken. Dennoch, oder gerade deshalb gelte es, achtsam durchs Leben zu gehen, immer wieder zu lernen, neue lebenswichtige Strategien zu entwickeln und vielleicht auch einmal gewohnte Beziehungsmuster zu verlassen. Um zu sich selbst zu finden, müsse man lernen, sich abzugrenzen und auch mal „nein“ zu sagen. Aber bevor „wir Wünschen folgen können, müssen wir wissen, was wir wollen“, so die Rednerin. Erfahrung sei dabei der beste Lehrmeister, aber „wir müssen nicht alle Erfahrungen selbst machen.“ Oft reiche schon ein Satz im Austausch mit anderen – egal ob Dalei Lama, Mutter Theresa oder Tante Hertha aus Braunschweig – als „Trigger“, um zu erkennen „wie es bei mir weiter gehen kann“, berichtete die Vortragende aus ihrem reichen Erfahrungsschatz. Auf der Wanderschaft durchs Leben gelte es, einmal zu verschnaufen, sich mit einer gewissen Ruhe umzusehen und stolz auf den Weg zurückzublicken, den man bereits gegangen sei, trotz mancher Katastrophe immer weiter vorwärts.Wenn der Platz im Äußeren gefunden sei, gelte es, die innere Kraft zu finden, sich der Frage nach der eigenen Echtheit zu stellen und statt falschen Vorbildern nach zu eifern, wirklich „wir selbst zu werden.“ Sie zitierte die Jüdin Hilde Domin, die rät, die Heimat in sich zu tragen und behauptet: „Mensch zu sein heißt, in der Liebe zu wurzeln.“
Das Frauenfrühstücksteam dankte Angelika Dickhoff mit einem Blumenstrauß, ehe die Veranstaltung mit dem gemeinsam gesungenen irischen Segenslied „Möge die Straße...“ stimmungsvoll ausklang.