Wiederbelebung wird Schulfach

Nicht nur in Schwarmstedt, auch in Hodenhagen und Rethem bilden die Heidekreis-Johanniter bereits seit Jahren Schulsanitäter aus. Foto: Johanniter

In Schwarmstedt bilden Johanniter bereits seit Jahren Schulsanitäter aus

Schwarmstedt. Künftig sollen alle Kinder ab der siebten Klasse an deutschen Schulen jedes Jahr für zwei Stunden die Wiederbelebung von bewusstlosen Menschen trainieren. Das hat der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz der Länder auf seiner 395. Sitzung in Düsseldorf beschlossen. Die Johanniter begrüßen diese Entscheidung: „Es ist nie zu früh, mit dem Helfen anzufangen“, sagt Michael Grunwald, Lehrrettungsassistent der Johanniter des Ortsverbandes Aller-Leine in Schwarmstedt. Dabei bilden die Johanniter schon seit vielen Jahren Schüler zu Ersthelfern aus. An 570 Schulen in ganz Deutschland betreuen die Johanniter den Schulsanitätsdienst. Im Heidekreis sind dies die KGS Schwarmstedt und die Oberschulen Hodenhagen und Rethem. Benjamin Troschke, im Ortsverband Aller-Leine für den Schulsanitätsdienst zuständig, hat im vergangenen Jahr an den drei Schulen allein 50 Schulsanitäter ausgebildet.
Schulen, die einen Schulsanitätsdienst haben, sind in Sachen Grundversorgung in Erster Hilfe gut aufgestellt. Die Schüler werden von den Johannitern zu qualifizierten Ersthelfern ausgebildet. Sie leisten im Umfeld der Schule Erste Hilfe und unterstützen so andere Mitschüler oder die Lehrkräfte in Notsituationen. Zu ihrem routinierten Know-how gehört die Ausführung der stabilen Seitenlage, Anlegen von Verbänden, das Pflasterkleben und viele weitere Maßnahmen der Ersten Hilfe. Gefragt sind Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen. Die Bandbreite ihrer Einsätze ist groß: Von Nasenbluten, über Schwindelgefühl bis hin zu Knochenbrüchen ist alles dabei. Dabei rücken die Schulsanitäter nicht nur in den Pausen aus. Wenn ein Lehrer oder Mitschüler während des Unterrichts Hilfe braucht, sind die Schulsanitäter vom Unterricht freigestellt und somit auch in dieser Zeit sofort verfügbar. Wer an welchem Tag Bereitschaftsdienst hat, wird über einen Dienstplan festgelegt. „Die Schülerinnen und Schüler lernen Eigenverantwortung, Verlässlichkeit und erfahren ein großes Gruppengefühl“, sagt Troschke. Damit hebt er nur einen Teil der positiven Effekte des Schulsanitätsdiensts hervor: „Außerdem ist es für die Mitschüler meist leichter, wenn in einer Notsituation ein Gleichaltriger Hilfe leistet.“