Wozu noch Journalismus ?

Von Links : Lena Kricsfalussy, Finja Krebs, Katharina Börger, Karla Haselhorst und Julia Dagg Foto:Privat
 
Knapp 200 Jugendliche kamen zum diesjährigen JugendMedienEvent in Köln und durften vier Tage voller Programm, Spaß und Medien erleben. Foto: Privat

Finja Krebs aus Buchholz war beim JugendMedienEvent 2015 in Köln

Buchholz. „Wozu noch Journalismus?" Um diese Frage drehte sich alles beim diesjährigen JugendMedienEvent – kurz JME – kürzlich in Köln. Zusammen mit knapp 200 anderen medieninteressierten Jugendlichen und viel Programm durfte ich vier spannende Tage in der Millionenstadt erleben. Nach meinem Praktikum bei der EXTRA Verlagsgesellschaft GmbH im letzten Jahr bin ich nun als freie Mitarbeiterin für das Schwarmstedter ECHO aktiv und daher an dem Event der Jungen Presse sehr interessiert. Nach einigen Wochen der Vorfreude, ging es dann endlich los. Nach einer vierstündigen Zugfahrt und dem Check-in in der Jugendherberge Köln-Deutz wurde das JME mit einer Eröffnungsdiskussion zum Thema "Wozu noch Journalismus?" gestartet. Mit Gästen wie Carla Schulte-Reckert – Leiterin der Journalistenakademie Friedrich Ebert Stiftung, Rudolf Porsch – stellvertretender Geschäftsführer der Axel Springer Akademie, Anton Sahlender – Leseranwalt Mainpost, Lutz Feierabend – stellvertretender Chefredakteur Kölner Anzeiger, Christina Quast – Twitter Expertin und freie Journalistin sowie Bodo Löttgen – Generalsekretär CDU NRW – verging die zweistündige Diskussion fast wie im Fluge. Moderiert wurde das Ganze von Tim Gailus – freier Redakteur und Moderator des KIKA. Nach einem anschließenden Stehempfang, bei dem sich die Teilnehmer untereinander austauschen konnten, war es leicht Gleichgesinnte zu finden, und erste Freundschaften wurden geschlossen. Unsere Aktivitäten vor Ort konnten wir einige Wochen zuvor auf der Internetseite des JME nach unseren persönlichen Interessen wählen. Am Freitag besuchte ich mit einigen anderen Teilnehmern die Kölnische Rundschau. Wir wurden von Chefredakteur Stefan Sommer empfangen. Dieser berichtete über die Geschichte der Kölnischen Rundschau, führte uns durch die verschiedenen Räume des Gebäudes und stand für Fragen bereit. Nach einem Mittagessen im Cinedom, dem fünftgrößten Multiplexkino in Deutschland, stand für mich der Besuch des Sport und Olympiamuseums auf dem Programm. Die anderen Teilnehmer besuchten unter anderem das Odysseum, die BayArena Leverkusen oder starteten einen Recherchebesuch im Kölner Hauptbahnhof. Nach der Rückkehr in den Cinedom und einem reichhaltigen Abendessen startete die Kinopreview von „About a girl", für alle Teilnehmer und Teamer. Als besonderes Highlight waren die Regisseure Mark Monheim und Martin Rehbock zu Gast. Autogramme wurden verteilt und viele Fragen beantworten. Nach dem zweiten Film „The F Word" mit Hollywoodstar Daniel Radcliff ging es wieder zurück zur Jugendherberge. Nach einer kurzen Nacht standen am Sonnabend verschiedene Workshops auf dem Programm. Ich hatte mich für Layout entschieden. Zusammen mit den anderen Teilnehmern gestalteten wir mit dem Programm Indesign, das ich bereits von meinem Praktkikum bei ECHO kannte, eine eigene Postkarte und anschließend einen individuellen Flyer über das JugendMedienEvent. Den Abend ließen wir gemütlich mit Gesellschaftsspielen und Musik ausklingen. Der Sonntag, der letzte Tag des JME 2015, startete mit einer Schiffahrt auf dem Rhein und einem Brunch. In einem Speed-Debating diskutierten wir in Kleingruppen noch einmal über die Frage „Wozu noch Journalismus?“. Ich persönlich habe meine Antwort gefunden: Journalismus wird immer unverzichtbar in unserer Gesellschaft bleiben. Durch Social Media und zahlreichen Blogs, auf denen es möglich ist, die eigene Meinung zu aktuellen Themen zu veröffentlichen, ist es schwierig geworden, zwischen Wahrheit und Klatsch zu unterscheiden und Quellen zu vertrauen. Die Aufgabe von Journalisten ist es auch heutzutage – und vielleicht noch mehr als früher –, das Richtige vom Falschen zu trennen, und das Wichtige vom Unwichtigen. Die Frage lautet also nicht „Wozu noch Journalismus?", sondern vielmehr „Wie muss sich Journalismus verändern, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben?". Finja Krebs