Zusammenkunft von Angelvereinen

Die Vorstandsmitglieder bei der Zusammenkunft in Dorfmark.
Heidekreis. „Die Situation ist herausfordernd, aber wir sind gut aufgestellt und bringen uns aktiv ein“, resümiert Jens-Uwe Schiemann am Rande der Zusammenkunft zahlreicher Vorstandsmitglieder von Angelvereinen im Dorfmarker Gasthaus Meding. Er leitet den „Bezirk Heide 1“, dem 32 Anglervereine mit rund 3.200 Mitgliedern angehören und wurde mit seinem Vorstandsteam gerade frisch im Amt bestätigt.
Bei der diesjährigen Hauptversammlung ging es nicht nur ums Abhandeln der üblichen Regularien. Zentrales Thema war die Sicherung der Natura 2000-Gebiete, die neben dem Aller-Leine-Tal auch an Böhme, Örtze, Wietze und weiteren Fließgewässern bevorsteht. Gewässer, die die örtlichen Anglervereine bereits seit Jahrzehnten hegen und pflegen, stellt Schiemann klar. Und der bezirkseigene Fachmann für Elekro-Kontrollbefischungen, Oliver Schlüter, ergänzt: „Der vielfach gute Zustand unserer Gewässer ist nur deshalb vorhanden, weil sich die Angler um ihre Gewässer kümmern.“ Elektro-Kontrollbefischungen sind ein schonendes Mittel, um Aufschluss über die Fischfauna eines Gewässers zu erhalten. Schlüter ist ausgebildeter, hochqualifizierter Fachmann und liefert mit seinem Einsatz wertvolle Erkenntnisse über den Zustand der Gewässer und ihrer Fauna. „Vielerorts sieht es richtig gut aus: Wir finden wieder wertvolle Kleinfische wie Schlammpeitzger, Stichlinge und Bitterlinge, aber auch Lachs und Meerforelle!“ Sein Credo: „Gewässer, die von Anglern betreut werden, haben die größte Artenvielfalt!“
Nicht umsonst ist der Anglerverband (AVN) Niedersachsens größter anerkannter Naturschutzverband: Jeder Angelverein verfügt über ausgebildete Gewässerwarte, und jeder Angler muss zur Erlangung seines Angelscheins eine Prüfung ablegen – das ist staatlich festgelegt. Genau bei diesen Fischereiprüfungen beschreitet der AVN jetzt auch neue Wege: Es besteht die Möglichkeit, an Online-Kursen teilzunehmen. „Auf diese Weise eröffnen wir auch denjenigen, die zum Beispiel beruflich stark eingespannt sind, den Weg zum Angelschein.“ Das Angebot werde gut angenommen. „Und die Prüflinge erzielen im Schnitt sehr gute Ergebnisse“, freut sich Heinz Pyka, Vizepräsident des Anglerverbandes Niedersachsen. Pyka, eigens aus Hannover angereist, berichtete über die Verbandsarbeit auf Landesebene.
Er findet aber auch deutliche Worte zu den anstehenden Schutzgebietsausweisungen im Heidekreis: „Darüber, wie hier versucht wird, die Angler ins Abseits zu stellen, können wir nur den Kopf schütteln“. Schließlich sei die Anglerschaft längst Kooperationspartner im Großprojekt „Blaues Band“ (ökologische Aufwertung der Aller) und könne enormen Einsatz rund um die Pflege der Gewässer, Aufwertung von Uferstreifen, Monitoring der Fauna, Aufzucht eigener Bachforellen-Brütlinge sowie Wiedereinbürgerung von Lachs und Meerforelle vorweisen. „Erst legen wir Schilfgürtel an, und dann drohen uns genau dort Angelverbote! Es steht viel Engagement auf dem Spiel, das müssen alle Entscheidungsträger wissen“, so Pykas Appell an die Politik. Vor diesem Hintergrund haben die Anglervereine beschlossen, ihre Öffentlichkeitsarbeit über die jeweiligen Landkreisgrenzen hinaus auszubauen und ihre Zusammenarbeit weiter zu intensivieren. „Wir wissen um unser Know-How rund um die Gewässer, sind voller Tatendrang und in der Fläche präsent“, gibt sich die Versammlung selbstbewusst.
Interessenten an der Teilnahme eines Lehrgangs zur Fischereiprüfung können sich an die örtlichen Angelvereine oder den Anglerverband Niedersachsen wenden: info@av-nds.de.