Nichts für schwache Nerven

Nach klarer Ansage in der Pause von Trainer Gordian Qual starteten die Jungs vom MTV eine spannende Aufholjagd.

Torjäger Tobias Mertens wirft in der zweiten Hälfte elf Tore

Schwarmstedt. Gerade noch so konnte die Handball-B-Jugend des MTV Schwarmstedt gegen den TSV Bardowick beim 30:28 (13:19)-Sieg, den Kopf aus der Schlinge ziehen.
Die Vorzeichen zu diesem zum Revanchespiel erkorenen Aufeinandertreffen standen seitens der Gastgeber denkbar schlecht. Wie bereits in der Vorwoche hatte die Grippewelle einige Opfer gefordert. Der MTV musste ohne drei Stammkräfte und zudem mit etlichen angeschlagenen Aktiven antreten.
Trotz allem war die Motivation hoch, die Schmach aus dem Hinspiel vergessen zu machen. Diese hielt genau bis zur 5:2-Führung an. Danach kam das Sandmännchen und versetzte die Mannschaft in einen kollektiven Tiefschlaf. Einzig Leon Bloch im Tor erwachte phasenweise und hielt Schwarmstedt zumindest noch bis zum 9:9 im Spiel. Dann konnte auch er seine Augen nicht mehr aufhalten. Die Abwehrarbeit wurde nun komplett eingestellt. Selbst die Akteure des TSV Bardowick erschraken, wie frei sie zu ihren Torwürfen kamen. Mit einem blamablen 13:19 ging es in die Kabine. Dort wurde Trainer Gordian Qual dann erstmals richtig laut. „Nur mit einer 180-Grad-Wendung und einer Leistungsexplosion kann diese Partie noch gerettet werden.“ MIt dieser Forderung schickte der MTV-Trainer seine Leute wieder auf die Platte.
Der Wille war zwar sofort zu erkennen. Allerdings weiß jeder, wie schwer es ist, seinen Körper wieder von Null auf Hundert hochzufahren. Nur langsam schmolz daher der Rückstand über ein 16:20 und 19:22. Die Aufholjagd wurde zudem immer wieder von Rückschlägen (19:25) unterbrochen. Aber das Feuer war jetzt auch endlich beim Publikum entfacht, das den MTV nun nach vorne peitschte. Der Schwarmstedter Torjäger Tobias Mertens legte jetzt seine Lethargie ab und warf alleine in der zweiten Hälfte elf Tore.
Als cleverer Schachzug stellte sich auch die Einwechslung von Lukas Fischer als Feldspieler heraus. Er machte seine Sache außerordentlich gut und glänzte mit tollen Anspielen. Ein Nutznießer war hierbei unter anderem Linksaußen Niels Bäßmann, der erstmalig wieder für den Ausgleich zum 27:27 sorgte. Die Schwarmstedter Kampfmaschine am Kreis Manuel Kizakis verwertete die Fischer-Pässe dann auch zur 28:27-Führung und zum abschließenden Siegtreffer. Die endgültige Blamage konnte damit abgewendet werden. Der fade Beigeschmack bleibt jedoch. „Wenn es uns zukünftig nicht gelingt, über die gesamte Spielzeit eine ordentliche Abwehrarbeit hinzulegen, brauchen wir an höhere Aufgaben keinen Gedanken zu verschwenden. Die krankheitsbedingten Ausfälle dienen dabei nicht als Entschuldigung“, so das Schlussfazit vom MTV-Trainer. Beim letzten Saisonspiel in Eyendorf am kommenden Wochenende soll dann mit einem Sieg ein positiver Abschluss der erfolgreichen Saison erfolgen.
Für den MTV Schwarmstedt spielten: Leon Bloch (TW), Lukas Fischer, Thomas Isaak, Bennett Volbers (2 Tore), Niels Bäßmann (2), Manuel Kizakis (7), Janus Niebuhr (2), Thomas Mull (1), Jonas Heiken, Paul Clemens (2), Tobias Mertens (14).