100 Niststationen für den Eisvogel NABU Niedersachsen sucht weitere Projektpartner

Region. Im Jahr des Eisvogels, 2009, hatte der NABU Niedersachsen ein Projekt zum Schutz der "fliegenden Edelsteine" begonnen mit dem Ziel, 100 Niststationen zu schaffen. Die Naturschützer ziehen nun Bilanz und suchen weitere Projektpartner. "Um unser Ziel - 100 Niststationen in Niedersachsen - zu erreichen, brauchen wir nun noch viel mehr Eisvogelfreunde und Aktive", rief Jutta Over zum Mitmachen auf. Sie hoffe darauf, dass sich verstärkt auch Heimatvereine, Hegeringe, Angelsportvereine oder Ruderclubs einbringen. Alle, die sich gern in Ihrer Freizeit am Gewässer aufhalten und denen die Natur am Herzen liegt, könnten Partner des NABU-Projektes 'Eisvogelschutz in Niedersachsen' sein.
Da das Projekt von der Niedersächsischen Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit gefördert wird, gibt es finanzielle Zuschüsse für den Bau der Niststationen. An ausgewählten Stellen sollen außerdem Beobachtungsstände errichtet werden. Der NABU begleitet alle Aktionen mit Infomaterialien und vielen nützlichen Tipps zum Eisvogelschutz. Am 2. April findet zudem eine Eisvogeltagung auf NABU Gut Sunder in Meißendorf/Aller statt, bei der sich Aktive treffen und untereinander Erfahrungen austauschen können.
"Die beiden harten Winter haben die Umsetzung des Projektes nicht leicht gemacht, denn bei Schnee und Eis kann man einfach keine Niststation im Boden verankern" berichtete Jutta Over. Dennoch sei die Aktion begeistert aufgenommen worden. Den NABU-Gruppen vor Ort kämen dabei die Ortskenntnis und die Erfahrung mit Artenschutzprojekten zugute. 27 Niststationen zwischen Norden, Hanstedt und Einbeck wurden bereits gebaut, 30 weitere sind in Arbeit. So baute die Gruppe Nienburg an den Liebenauer Kiesgruben, einem Schutzgebiet der NABU-Stiftung, eine Niststation. Der NABU Hanstedt/Salzhausen wählte den naturnahen Hanstedter Dorfteich als Standort aus. Aber auch andere Initiativen und Einzelpersonen haben sich bereits eingebracht. Schüler der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel bauten auf dem weitläufigen, naturnahen Schulgelände eine Niststation, ganz in der Nähe eines kleinen Wasserkraftwerkes, vor dem sich die Fische sammeln - ideale Jagdbedingungen für den Eisvogel. Eine Gruppe von Teilnehmern und Teilnehmerinnen des freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ) errichtete an der Aue bei Zeven eine Niststation. Und Klaus Zöller aus Neuenkirchen-Vörden sprach einfach seine Nachbarn an, um mit ihnen gemeinsam an einem offen gelassenen Fischteich ein Angebot für den Eisvogel zu schaffen.
Der Eisvogel brütet in Lehmhöhlen an natürlichen Steilufern von klaren, fischreichen Gewässern. Da diese Standorte selten geworden sind, schafft der NABU mit speziellen Niststationen Abhilfe. "Selbstverständlich ist es unser wichtigstes Anliegen, die Gewässer zumindest stellenweise wieder aus ihrem strengen Korsett zu befreien, damit mehr natürlich Brutplätze zur Verfügung stehen." so Projektleiterin Jutta Over. Allerdings sei das ein langwieriger Prozess, der die Beteiligung von zahlreichen Eigentümern und Behörden und nicht zuletzt viel Geld erfordere. Der Bau von Eisvogelniststationen sei daher eine gute Sofortmaßnahme. Vorraussetzung seien aber gute Wasserqualität und genug Ansitzmöglichkeiten für den Eisvogel in Ufergehölzen. Als ideal hätten sich Gebiete erwiesen, die sowohl über Fließgewässer, als auch über naturnahe Teiche verfügten. Außerdem sollte der Standort nicht der Öffentlichkeit zugänglich sein, da der Eisvogel eine sehr hohe Fluchtdistanz habe und wiederholte Störungen leicht zum Auskühlen und Absterben der Jungvögel führen könnten.
Kontakt: Jutta Over, NABU-Projektleiterin, Telefon (0 59 31) 4 09 96 30, E-Mail: NABU.EL-NOH@t-online.de oder im Netz unter www.niedersachsen.nabu.de/aktionen/eisvogel.