3:2 – Scorpions kämpfen Berlin nieder

Region. Die Hannover Scorpions haben in einem hart umkämpften Spiel absolut verdient gewonnen. Das Team von Trainer Toni Krinner kämpfte die Eisbären Berlin mit 3:2 (0:0, 2:2, 1:0) nieder und kletterte in der Tabelle zumindest bis zum Abend auf Platz zwei. Vor 4.974 Zuschauern erzielten Adam Mitchell (2) und Niki Mondt die Tore für die Niedersachsen. Einige Änderungen im Vergleich zur 2:4-Niederlage bei den DEG Metro Stars unter der Woche musste das Trainergespann Toni Krinner / Christian Künast am heutigen Sonntagnachmittag vornehmen. Nach der Verletzung von Youri Ziffzer (Innenbandanriss) stand der erst 18-jährige Rosenheimer Lukas Steinhauer das erste Mal zwischen den Pfosten eines DEL-Tores. Als BackUp nahm auf der Bank Bremerhavener Dennis Thiehoff Platz. Beim Deutschen Meister, die damit aus der Not geboren mit dem jüngsten Torhüter-Duo der gesamten DEL in die Partie ging, fehlten zudem Matt Dzieduszycki (Adduktorenzerrung), Tino Boos (Reha nach Schambein-OP) und Ben Cottreau (Gehirnerschütterung), Stürmer John Tripp war unter der Woche zudem zur Geburt seiner Zwillinge nach Kanada geflogen. Für Tripp rückte Niki Mondt in die erste Sturmformation neben Chris Herperger und Adam Mitchell. Wenngleich das erste Drittel keine Tore brachte, so wurden doch einige Dinge bereits früh deutlich. An diesem Sonntagnachmittag begegneten sich in der TUI Arena zwei Teams auf Augenhöhe, die zumindest im ersten Abschnitt keinen Zentimeter Eis verloren gaben, sodass sich eine sehr schnelle, vor allen Dingen aber sehr intensive Partie entwickelte. Auch wurde deutlich, dass das Team um Kapitän Sascha Goc verstanden hatte, dass es Lukas Steinhauer im Tor der Hausherren in dessen erstem DEL-Spiel unterstützen musste. Denn wenngleich die Scorpions das bessere Team auf dem Eis waren und sich auch mehr Chancen erspielen konnte, so arbeiteten alle Spieler extrem fleißig nach hinten und ließen in Abschnitt eins kaum Schüsse zu. Und wenn doch mal ein Schuss zu Lukas Steinhauer durchkam, so war Verlass auf den jungen Torhüter, der nach gut sieben Minuten nach toller Parade gegen den freistehenden Sven Felski das erste Mal für Jubelstürme in der TUI Arena sorgte. Dass es trotz der Überlegenheit nach 20 Minuten noch torlos 0:0 stand, hatte zwei Ursachen: Zum einen fehlte den Scorpions direkt vor dem Tor oftmals die letzte Genauigkeit, zum anderen stand der Pfosten nach 18 Minuten bei einem Schuss von Aris Brimanis im Weg und rettete so für die Gäste. Mit einem Paukenschlag begann das zweite Drittel. Genau 13 Sekunden waren gespielt, da schlug der Puck über der Fanghand von Lukas Steinhauer im Tor der Scorpions ein und die Gäste führten nicht gerade verdient mit 0:1. Tyson Mulock kam auf der rechten Seite frei zum Schuss, Steinhauer wurde überrascht und schon lagen die Gastgeber zurück. Diese waren kurz geschockt, doch nachdem Sven Felski stellvertretend für sein Team auf die Strafbank musste, weil er und fünf andere Berliner plus Torhüter gleichzeitig auf dem Eis standen, kamen die Scorpions zurück. Adam Mitchell sah links vor dem Tor stehend eine Lücke, die eigentlich keine Lücke war und plötzlich war der Puck drin. Während sich Rob Zepp, ob wegen der Schmerzen oder des dummen Gegentores, sich behandeln ließ, jubelten die Hannoveraner über den Ausgleich und waren damit zurück in der Partie. Lukas Steinhauer hatte den Gegentreffer gut weggesteckt und rettete zwischenzeitlich glänzend gegen einen Schlagschuss, den er einfach wegfischte, und in einer 1:1-Situation, während seine Vorderleute Berlin ein ums andere Mal in Verlegenheit brachten. So war es nach tollem Einsatz von Chris Herperger und Niki Mondt erneut Adam Mitchell, der nach knapp 30 Minuten zum 2:1 traf. Von den knapp 500 mitgereisten Berlinern war nichts mehr zu hören, die Fans der Scorpions feierten dagegen ihr Team, wenngleich dieses kurz vor Drittelende noch den 2:2-Ausgleich kassierte. Was war passiert? Trotz eines vermeintlichen Foulspiels an Niki Mondt ließ Hauptschiedsrichter Richard Schütz die Partie laufen, Berlin konterte und gegen den Schlagschuss aus zentraler Position von Derek Walser war Lukas Steinhauer absolut machtlos. Im letzten Abschnitt dann über weite Strecken dasselbe Bild wie in den ersten 40 Minuten. Hannover war das optisch überlegene Team, die Eisbären blieben allerdings jederzeit gefährlich. Erst recht als Niki Mondt nach toller Vorarbeit von Chris Herperger und Adam Mitchell nach gut 44 Minuten in Überzahl zum 3:2 traf, musste die Gäste immer mehr riskieren. Doch die Scorpions kämpften leidenschaftlich und Lukas Steinhauer ließ sein Potential mehrfach aufblitzen. Da Tore Vikingstad auf der Gegenseite weiter ohne Torerfolg bleibt und am heutigen Sonntag allerdings nur denkbar knapp am Pfosten scheiterte, endete die Partie schließlich mit 3:2, wodurch sich die Gastgeber zumindest bis zum Abend auf den zweiten Tabellenplatz verbessern konnten.
Hannover Scorpions – Eisbären Berlin 3:2 (0:0, 2:2, 1:0)
Tore: 0:1 T. Mulock (Sharrow, Rankel - 20:13 Min.), 1:1 Mitchell (Herperger, Brimanis - 23:20 Min. - PP1), 2:1 Mitchell (Mondt, Herperger -29:29 Min.), 2:2 Walser (Rankel, Hördler - 39:35 Min.), 3:2 Mondt (Mitchell, Herperger - 44:02 Min. - PP1)
Strafen: Hannover 4, Berlin 10
Schiedsrichter: Richard Schütz
Zuschauer: 4.974