Ambulanter Hospizdienst weitet sich aus

In einer kleinen Feierstunde am Abend wurden die Absolventen des dritten Kurses in ihren Dienst verabschiedet. Das Überreichen einer Urkunde gehörte dazu. Rechts im Bild Ute Rodehorst und Gabriele Noe, eine der Teilnehmerinnen. (Foto: Tiffe)

14 neue Ehrenamtliche können jetzt ihren Dienst aufnehmen

Kleinburgwedel (ti). Eine segensreiche Einrichtung nimmt eine positive Entwicklung. Der Ambulante Hospizdienst Burgwedel-Isernhagen-Wedemark hat 14 weitere ehrenamtliche Begleiter und Begleiterinnen ausgebildet, die nun ihren Dienst aufnehmen können. Insgesamt 32 tätige ehrenamtliche Kräfte stehen jetzt zur Verfügung. Träger ist der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen.
„Wir freuen uns sehr über die große Teilnehmerzahl an diesem dritten Kurs und sehen unser Ausbildungskonzept bestätigt“, sagt Ute Rodehorst, die Geschäftsführerin. Von April bis November dauerte die Schulung, die im Gemeindehaus der St-Petri-Kirche in Großburgwedel stattfand und nach dem bundesweit anerkannten Celler Modell durchgeführt wird. Ehrenamtliche Kräfte werden damit befähigt, Sterbende zu begleiten und je nach persönlichen Gegebenheiten den Tod zu Hause zu ermöglichen. Eine vertiefende Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung gegenüber den Grenzen des Lebens gehört zu den Schwerpunkten des Ausbildung. Das achtsame Umgehen mit den Betroffenen und eine einfühlsame Gesprächsführung werden geübt. Unterschiedliche Lebensentwürfe wie auch spirituelle Ausrichtungen sind ebenfalls ein Thema. Näher an ihre künftige Aufgabe herangeführt werden die Teilnehmerinnen – ein männlicher Absolvent gehörte diesmal dazu – durch ein Praktikum.„Niemand kommt aus einem solchen Schulungskurs heraus wie er hineingegangen ist, die Kursleitung eingeschlossen“, meint Ute Rodehorst. Als „bereichernd“ empfand Elfriede Marschal aus der Wedemark die Ausbildung. Dagmar Deismann, die sich schon lange mit der Idee für diese Tätigkeit getragen hatte, fühlt sich gut vorbereitet und Regine Ziekur lobt die „phantastische Unterstützung von allen Seiten“. Sie wechselte von Burgdorf nach Burgwedel über. Robert Schoevaart aus der Wedemark gehört dem geschäftsführenden Vorstand des Hospizdienstes an und hat nun selbst an einem Kurs teilgenommen. Man lerne sich selber kennen, fügt er hinzu: „wie stehst du zu Leben und Tod?“ Drei Männer gehören jetzt dem Hospizdienst an. Begleitend tätig sind die Ehrenamtlichen jeweils für ein Jahr. Danach werde weiter darüber nachgedacht. Auch innerhalb eines Jahres sei der Ausstieg möglich, erläutert Frau Rodehorst. Bis auf zwei Kräfte seien aber alle noch dabei. Regelmäßige Zusammenkünfte und Supervisionen unterstützen die Ehrenamtlichen. Die Geschäftsführerin koordiniert die Einsätze, d.h. sie geht zuerst in die Familien. Bei Bedarf sorgt der Hospizdienst für das Netzwerk in der Betreuung, dem auch der Pflegedienst und der Palliativdienst angehören können. Auf 22 abgeschlossene Begleitungen kann allein in diesem Jahr zurückgeblickt werden. Immer mehr alte Menschen werden den Hospizdienst in Anspruch nehmen, sagt die Vorsitzende Christine Müller voraus. „Wir begleiten aber auch Jüngere, sozusagen die gesamte Bandbreite“. Fortbildungsmöglichkeiten, beispielsweise für Demenzkranke, werden angeboten. Eine wichtige Voraussetzung für die begleitende Tätigkeit sei die Schweigepflicht. Über geplante räumliche Veränderungen mochte sie sich noch nicht äußern.
Einmal im Jahr wendet sich der Ambulante Hospizdienst mit einer größeren Veranstaltung an die Öffentlichkeit. Er lädt ein zu einem Benefizkonzert. Es findet diesmal am Sonntag, den 21. November, um 17.00 Uhr in der St. Michaeliskirche in Bissendorf statt. Das Kammerorchester Elisabeth-Consort wird spielen mit der jungen Solistin Hannah Ruschepaul am Violincello.