Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz empfiehlt Förderung

Region unterstützt Klimaschutzprojekte mit 400.000 Euro

Region. Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz der Region Hannover hat sich in seiner Sitzung dafür ausgesprochen, Fördermittel für Klimaschutzprojekte mit einem Gesamtvolumen von rund 400.000 Euro zu bewilligen. Jeweils 75.000 Euro sollen die beiden Sportvereine FC Lehrte und TuS Garbsen im Rahmen des Programms e.coSport erhalten, um ihre Vereinsheime energetisch zu sanieren. Dabei wollen die Vereine Fenster austauschen, Dämmungen vornehmen und die Heizungstechnik auf den neuesten Stand bringen. Mit rund 250.000 Euro sollen zwei sogenannte „Leuchtturmprojekte“ der Stadtwerke Hannover AG und der Gehrdener Energiegenossenschaft ENER:GO unterstützt werden. „Diese beiden Vorhaben zeichnen sich durch ihre hohe Innovationskraft aus und könnten als herausragende Projekte Vorbildfunktion für den Klimaschutz haben“, sagt Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover.
Ein besonders positives Beispiel mit Leuchtturmcharakter ist die Gehrdener Energiegenossenschaft ENER:GO. Sie will im Calenberger Land Projekte zur dezentralen Versorgung mit erneuerbaren Energien umsetzen und befindet sich derzeit in der Gründungsphase. Ein erstes Modellprojekt hat das Ziel, ein öffentliches Gebäude komplett mit Solar- und Windstrom zu versorgen. Zum Konzept gehören außerdem Stromspeicher und eine Stromtankstelle.
ENER:GO hat bei der Region Hannover eine Zuwendung über die Richtlinie zur Förderung regionalbedeutsamer Klimaschutzvorhaben beantragt. Eine Fachkommission, zusammengesetzt aus sechs Mitgliedern der Regionsversammlung und dem Umweltdezernenten der Region Hannover, hat die Anträge in Zusammenarbeit mit der Verwaltung bewertet. Die Empfehlung: 58.700 Euro soll die Energiegenossenschaft erhalten, um die Gründungskosten abzudecken und die realisierten Maßnahmen zur CO2-Einsparung öffentlichkeitswirksam zu visualisieren. Weitere 87.000 Euro sind dazu vorgesehen, den Bau von drei Kleinwindanlagen inklusive Speicher-Batterie und einer Stromtankstelle zu fördern.
Als weiteres Vorzeigeprojekt für den Klimaschutz hat die Fachkommission ein Projekt der Stadtwerke Hannover AG ausgewählt. enercity betreibt am Standort des Wasserwerks Fuhrberg eine Holzhackschnitzelanlage, die bislang ausschließlich Wärme erzeugt. Der Energieversorger plant, die über 20 Jahre alte Anlage zu modernisieren und zu erweitern. Zukünftig soll in Fuhrberg über Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auch Strom erzeugt werden. Dabei will enercity auf das ORC-Verfahren (Organic Rankine Cycle) zurückgreifen. Eine Dampfturbine wird hierbei anstelle von Wasserdampf mit einem anderen Arbeitsmittel betrieben, das einen niedrigen Siedepunkt aufweist. In ORC-Anlagen ist es daher möglich, elektrische Energie aus Abwärme zu erzeugen. Dank der geplanten Maßnahmen lässt sich der nachwachsende Energieträger Holz zukünftig deutlich effizienter als bisher nutzen. Das Vorhaben ist zudem besonders innovativ, da die in Fuhrberg geplante Anlage in dieser Form bislang einmalig ist. Das Fraunhofer-Institut UMSICHT entwickelt und realisiert die speziell für das Projekt erforderliche ORC-Technik. Außerdem begleitet das Institut den mindestens einjährigen Probebetrieb bei enercity wissenschaftlich. Die Region Hannover hat für das Projekt eine Fördersumme von 100.000 Euro eingeplant.
Die Region Hannover vergibt die Zuschüsse auf Basis zweier Richtlinien. Sie zielen darauf ab, regionalbedeutsame Klimaschutzvorhaben beziehungsweise die energetische Sportstättensanierung finanziell zu fördern. Für den Förderzeitraum 2015 können bereits Anträge bei der Klimaschutzleitstelle der Region Hannover gestellt werden. Die Förderrichtlinien stehen im Internet bereit unter www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Umwelt im Bereich „Klimaschutz & Energie“.
Die Region Hannover und die Landeshauptstadt Hannover gehören zu den bundesweit 19 Modellregionen und -kommunen, die sich im Projekt „Masterplan 100 Prozent für den Klimaschutz“ für die regionale Energiewende engagieren. Ziel ist eine Senkung der Treibhausemissionen um 95 Prozent und des Energieverbrauchs um 50 Prozent bis zum Jahr 2050.