Beeindruckt von Konzept bei Hemme-Milch

Die SPD-Landtagsabgeordneten aus Hannover und Region informierten sich gemeinsam mit Vertretern der lokalen Politik bei Hemme-Milch in Sprockhof. Foto: A. Wiese
 

SPD-Landtagsabgeordnete auf Sommertour in der Wedemark

Sprockhof (awi). Auf ihrer Sommertour machten die SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte aus Langenhagen, Michael Höntsch aus Hannover und Silke Lesemann aus Laatzen am Mittwoch bei Hemme-Milch in Sprockhof Station. Außerdem stand an diesem Tag die Landesforsten Fuhrberg und ein Antrittsbesuch beim Polizeipräsidenten in Hannover auf dem Programm. Doch am Vormittag wurden sie zunächst von Jörgen Hemme und seiner Frau Cinderella von Dungern empfangen. Nach einer Begrüßung mit einem Hemme-Milchprodukt und einem kurzen Einführungsvortrag im Milchladen ging es dann durch die Ställe und zum Melkkarussell. Die Politiker, zu denen sich in Sprockhof auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks, Bürgermeister Tjark Bartels und der SPD-Ratsfraktionschef und Regionsabgeordnete Helge Zychlinski gesellten, waren von dem Konzept der Direktvermarktung beim Hemme-Milch tief beeindruckt. Seit 18 Generationen wird seit 1589 an selben Standort Landwirtschaft betrieben. Das älteste noch genutzte Gebäude ist von 1706. Die neuesten Gebäude wurden erst kürzlich eingeweiht. Rinder- und Milchviehhaltung sind seit jeher das Standbein des Betriebes, erklärte Jörgen Hemme seinen aufmerksamen Zuhörern. Entscheidend von seinen Mitbewerbern abgehoben hat sich der Landwirt durch den Wechsel zur Direktvermarktung vor 21 Jahren. Früher wurde 80 Prozent dessen, was auf demHof erzeugt wurde, von den Eigentümern und dem Personal verbraucht. Es gab also im Prinzip nur Direktvermarktung. Am Anfang wurde nur die Milch direkt an die Verbraucher ausgeliefert, dann wuchs die Produktpalette in der eigenen Molkerei schnell. Heute sind bei Hemme 50 Mitarbeiter beschäftigt. Die Milch wird von 320 Milchkühen geliefert. Der Nachwuchs wird vor Ort selbst erzeugt. Hemme liefert seine Produkte in die gesamte Region Hannover und darüber hinaus. Hemme-Milch und Hemme-Joghurts werden stehen in einigen Supermärkten in den Regalen und werden in den Schulen und Kindergärten ausgegeben, auch in allen Wedemärker Schulen, nur nicht in der größten. Bürgermeister Tjark Bartels zeigte sich selbst verwundert, dass die Frühstücksmütter im Campus W nicht mit Hemme-Milch arbeiten und sagte zu, den Gründen dafür einmal auf die Spur zu kommen. Das A und O sei es, die Verbraucher zu überzeugen, erklärte Jörgen Hemme: „Regionalität hat heute wieder einen Stellenwert." Eine starke Öffentlichkeitsarbeit, Hofcafé und Spielscheune führen zu rund 20.000 Besuchern auf dem Hof jährlich. „Dann sind Sie ja ein ganz entscheidender Tourismusfaktor für die Wedemark", staunte Marco Brunotte. Bürgermeister Tjark Bartels sparte nicht mit anerkennenden Worten für Hemmes Konzept: „Man muss den Mut haben, sich aus der Vermarktungskette rauszuziehen. Caren Marks bestätigte Hemme ein Gespür für die Bedürfnisse der Verbraucher. Das beweise schon seine Produktvielfalt, zu der seit einigen Jahren auch noch Käse hinzu gekommen ist. Helge Zychlinski fragte nach laktosefreien Produkten. Die gebe es aus der eigenen Molkerei bisher nicht, da dies nur mit haltbaren Produkten möglich sei und diese hier nicht hergestellt würden. Hemmes Markenzeichen sei die Frische, so der Landwirt. Doch treibe ihn selbst das Thema um und er denke bereits seit geraumer Zeit darüber nach, auch in diesem Sektor der Nachfrage seiner Kunden gerecht zu werden. Am Ende waren sich Gastgeber und Besucher einig: Man muss exzellente Qualität erzeugen und sich im Preis profilieren, dann klappt das. Jörgen Hemme stellt dies mit seiner topmodernen Hofmolkerei täglich unter Beweis.