Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten Untersuchungsaktion zum Valentinstag

Marlene Graf, Leiterin des Teams Prävention und Gesundheitsförderung (Mitte), mit den Mitarbeitern Ellen kleine Kruthaup (rechts) und Thomas Fuest (links).
Region. Liebe, aber sicher: Anlässlich des Valentinstags bietet die Region Hannover kostenlose und anonyme Untersuchungen auf sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis, Hepatitis, Gonorrhoe (Tripper), Chlamydien oder HIV an. Die besondere Präventionsaktion findet von Dienstag, 15. Februar, bis Donnerstag, 17. Februar 2011, in der Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten in der Weinstraße 3 in Hannover statt. Neben der Untersuchung beraten und informieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die genannten Infektionen.
„In den vergangenen Jahren hat sich die öffentliche Aufmerksamkeit sehr stark auf HIV konzentriert, dadurch sind andere sexuell übertragbare Krankheiten ein wenig in den Hintergrund geraten“, sagt Marlene Graf vom Fachbereich Gesundheit der Region Hannover. „Dabei ist das Risiko, sich etwa mit Syphilis oder Chlamydien zu infizieren, keinesfalls gesunken, im Gegenteil: Im Vergleich zu HIV können beim Geschlechtsverkehr andere Krankheiten zum Teil sogar einfacher und damit oft auch häufiger übertragen werden“, so die Leiterin des Teams Prävention und Gesundheitsförderung.
Für das Jahr 2010 weist das Robert-Koch-Institut 59 gemeldete HIV-Neu-Diagnosen für die Region Hannover aus. Syphilis wurde im vergangenen Jahr bei 56 Menschen in der Region Hannover festgestellt und gemeldet. Tückisch ist, dass man sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit infizieren kann, ohne es zu bemerken. „Chlamydien zum Beispiel verursachen nicht immer Beschwerden, können aber sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen“, so Graf.
Umso wichtiger ist es daher, sich bei wechselnden Partnern grundsätzlich beim Geschlechtsverkehr zu schützen und sich – schon im Verdachtsfall – untersuchen zu lassen. Das gilt für alle sexuell aktiven Männer und Frauen: „Die Statistik zeigt, dass sich in den vergangenen zehn Jahren zunehmend auch in Deutschland mehr Heterosexuelle mit HIV infizieren, auch wenn die Infektion nach wie vor vor allem bei Männern, die Sex mit Männern haben, verbreitet ist“, so die Ärztin der Region.
Die Präventionsaktion zum Valentinstag wird vom Fachbereich Gesundheit nach dem großen Zuspruch in den vergangenen Jahren nun zum dritten Mal rund um den Tag der Liebenden angeboten. Dabei wird das Blut auf HIV, Syphilis sowie auf Hepatitis A, B und C getestet. Außerdem wird ein Abstrich aus dem Genitalbereich auf Chlamydien, Gonorrhoe und HPV untersucht. Etwa nach zwei Wochen liegen die Ergebnisse vor und werden in einem weiteren Beratungsgespräch erörtert.
Im vergangenen Jahr haben sich 30 Männer und 28 Frauen zur Untersuchung angemeldet. Die meisten von ihnen waren zwischen 20 und 30 Jahre alt, etwa jeder Dritte hatte einen positiven Befund. Diagnostiziert wurden unter anderem Humane Papillomaviren (HPV), Gonorrhoe (Tripper) und Chlamydien. Unterstützt wird die Aktion vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) in Hannover, das die Proben im Auftrag der AIDS-Beratungsstelle analysiert.
Die Aktion findet am Dienstag, 15. Februar, von 8.30 Uhr bis 13 Uhr, am Mittwoch, 16. Februar, von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr und von 12.30 Uhr bis 15.15 Uhr, sowie am Donnerstag, 17. Februar, von 8.30 Uhr bis 12 Uhr in der AIDS-Beratungsstelle in der Weinstraße 3 in Hannover statt. Interessenten sollten für Untersuchung und Beratung etwa eine Stunde Zeit einplanen. Anmeldung und Terminvereinbarung unter Telefonnummer 0511/616-43148. Um die Anonymität zu wahren, erfolgt die Anmeldung über ein selbst gewähltes Codewort.