Der Deutsche Meister bangt um die Zukunft

In der heutigen Pressekonferenz informierte Geschäftsführer Marco Stichnoth die Öffentlichkeit über die aktuelle Situation bei den Hannover Scorpions

Hannover, 22.07.2010. Um 14 Uhr betrat Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth den Raum Hildesheim/Hannover/Hameln im Best Western Premier Parkhotel Kronsberg, in dem die am Vormittag angekündigte Pressekonferenz zur aktuellen Situation beim Deutschen Meister stattfinden sollte. Ein Anruf von Scorpions-Eigner Günter Papenburg am gestrigen Mittwochabend bei Marco Stichnoth hatte die Pressekonferenz unausweichlich gemacht, mit der Stichnoth einen „letzten Hilferuf“ an die Öffentlichkeit senden wollte. Was Spielern und Mitarbeitern bereits am Donnerstagvormittag mitgeteilt wurde, schlug dann auch bei den anwesenden Journalisten und Kamerateams ein wie eine Bombe – der Deutsche Eishockey Meister von 2010 steht vor dem Aus.
Ein Gespräch am gestrigen Mittwoch zwischen Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil sowie dem Geschäftsführer der Deutschen Messe AG, Dr. von Fritsch, von dem Günter Papenburg das endgültige „OK“ für die bereits seit zwei Jahren geplante Betreibergesellschaft unter Mitwirkung der Deutschen Messe AG, erwartet hatte, sorgte für das Erdbeben.
Günter Papenburg hatte stets betont, die Hannover Scorpions weiterhin unterstützen zu wollen, sollte die Einigung der TUI Arena herbeigeführt werden. Und nachdem im Juni sowohl das Land Niedersachsen die Zusage zur geplanten Betreibergesellschaft gegeben hatte und auch sich auch die Stadt positiv gezeigt hat eine Lösung zu erwirken, reichten die Hannover Scorpions die Lizenz ein und gingen damit sogar in Vorleistung.
Im Nachgang des Gesprächs am gestrigen Mittwoch zwischen Herrn OB Weil sowie Dr. von Fritsch, bei dem die TUI Arena kein Thema war, wurde Günter Papenburg auf persönliche Nachfrage bei Herrn OB Weil ein weiteres Mal vertröstet, erst nach seinem am Samstag beginnenden Urlaub könne er sich um die Sache kümmern. Für Günter Papenburg, Unternehmer und Arbeitgeber von rund 3.000 Beschäftigten war diese Aussage der Grund die Reißleine zu ziehen. Nur eine Einigung in den nächsten Tagen könnte die Hannover Scorpions noch retten, durch deren Ende rund 100 Arbeitsplätze wegfallen würden.