Entscheidung im Architektenwettbewerb Vorschlag für Erweiterung der Schule auf der Bult liegt vor

Region. Hell, überschaubar, gut integriert in die vorhandene Bebauung und den Baumbestand: So sieht der Vorschlag des Architekturbüros ahrens grabenhorst architekten BDA aus Hannover für einen Neubau der Schule auf der Bult, einer Förderschule der Region mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, aus. Die Region Hannover hatte im Rahmen eines Wettbewerbs 30 Büros aufgefordert, Konzepte zu entwickeln, um den vorhandenen Bau aus den siebziger Jahren zu ersetzen. 27 Büros reichten Vorschläge ein. Ein 15-köpfiges Preisgericht unter dem Vorsitz von Wolfgang Schneider, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, hat jetzt entschieden: Der Entwurf von ahrens grabenhorst architekten ist der beste.
„Die Schule auf der Bult stellt an einen Architekten besondere Anforderungen, weil damit auch eine besondere pädagogische Aufgabe verbunden ist“, sagt Ulf-Birger Franz, Bildungsdezernent der Region Hannover. „Rund 240 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule – damit ist die Schule auf der Bult die größte öffentliche Schule diese Art in Niedersachsen.“ Die Kinder und Jugendlichen seien stark verhaltensauffällig, so dass sie eine Regelschule nicht besuchen können. „Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von sexuellen Missbrauchserfahrungen über Sucht bis hin zu sozialer und psychischer Vernachlässigung.“ Angesichts dieser Herausforderung sei eine Sanierung des vorhandenen Gebäudes, das wenig Orientierung biete und eher dunkel sei, keine praktikable Lösung.
Der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs sieht ein dreigeschossiges Gebäude mit Innenhöfen und Atrien vor, das sich in den vorhandenen Gebäudebestand einpasst und eine Art Campus-Situation ermöglicht. „Auch aus energetischen Gründen ist ein Neubau sinnvoll“, sagt Finanzdezernentin Barbara Thiel, die auch für Gebäude zuständig ist und Mitglied des Preisgerichts war. Der Neubau sei im Passivhausstandard geplant. „Der Entwurf von ahrens grabenhorst architekten ist sehr überzeugend und ansprechend. Darin waren wir uns im das Preisgericht einig.“ Der Entwurf biete Orientierung und sei so geplant, dass der Großteil des bestehenden Baumbestandes nicht angerührt werden müsse. Auch die Wirtschaftlichkeit wurde als Kriterium im Rahmen des Wettbewerbs betrachtet.
Wann und ob die Planung umgesetzt wird, ist angesichts der Diskussion um die Inklusion – also Beschulung von Kindern mit hohem Förderbedarf in Regelschulen – derzeit allerdings offen. „Wir gehen davon aus, dass eine Schule wie die Schule auf der Bult weiterhin bestehen muss“, sagt Franz. Allerdings sei der Schulneubau im Gesamtkonzept der Förderschulen zu betrachten, eine Entscheidung über einen möglichen Baubeginn stehe daher noch aus.
Alle eingereichten Entwürfe sind von Dienstag, 1. Februar, bis Mittwoch, 9. Februar 2011, im Regionshaus in der Galerie, Zugang über den Eingang Hildesheimer Straße 18, ausgestellt.
Die Eröffnung am 1. Februar findet um 17.30 Uhr in Anwesenheit von Dezernentin Barbara Thiel und Dezernent Ulf-Birger Franz statt, die das Vorhaben in diesem Rahmen auch erläutern werden. Außerdem stellt Wolfgang Schneider, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, die Entwürfe vor.