'Große Nussjagd' geht in die zweite Sammelrunde in Niedersachsen Naturschutzjugend bietet wieder Schulungen an

Region. Im Frühjahr 2011 beginnt die zweite Sammelphase bei der "Großen Nussjagd in Niedersachen". Die Vorbereitungen dafür laufen bei der Naturschutzjugend NAJU und dem BUND auf Hochtouren. Wieder angeboten werden auch die kostenlosen Schulungen zum 'Nussjägermeister', die Tipps und Tricks rund um eine Nussjagd vermitteln.
Eine Nussjagd zu veranstalten, ist nicht schwer. Ob mit Schulklasse, Kindergruppe oder als Familie: Man braucht nur ein Gefäß zum Sammeln, gute Augen und ein bisschen Forschergeist. Unter im Wald oder am Waldrand gelegenen Haselnusssträuchern wird der Boden dann jeweils 20 Minuten lang abgesucht - vielleicht muss zuerst ein wenig Laub beiseite geschoben werden. Hat der Strauch im Herbst 2010 Früchte getragen, dann wird man auch im Frühjahr noch die Spuren eines Festmahls darunter finden: Mäuse, Eichhörnchen und andere Bewohner des Waldes haben sich über die nahrhaften Haselnüsse hergemacht und leere Nussschalen mit Fraßspuren hinterlassen. Ob da auch eine Haselmaus dabei war? Die streng geschützte Verwandte des Siebenschläfers mithilfe angeknabberter Nüsse nachzuweisen ist das Ziel der "Großen Nussjagd".
Für Interessierte, die Nussjagden mit Kindergruppen oder Schulklassen durchführen wollen, bietet sich die Schulung zum "Nussjägermeister" an. Sie findet am 12. Februar in Wolfenbüttel, am 5. März in Lüneburg und am 26. März in Weyhe bei Bremen statt. Auf der eintägigen Veranstaltung gibt es Interessantes zur Biologie der Haselmaus, Details zum Ablauf einer Nussjagd und Spielideen rund um eine solche Veranstaltung. "Man kann eine Nussjagd mit viel mehr Themen als nur mit der Haselmaus verknüpfen, schließlich ist ihr Lebensraum der Wald bzw. der Waldrand. Das und vieles mehr wollen wir bei der Schulung vermitteln", sagte BUND-Projektleiterin Ines Fleer, bei der sich Interessierte anmelden und Informationen zu der Schulung erhalten können, Telefon (05 11) 9 65 69 14 oder E-Mail: schlauemaus@nussjagd-niedersachsen.de.
Wer ohne die Schulung bei der Nussjagd mitmachen will, kann auf der Internetseite des Projekts Unterstützung bekommen. Auf www.nussjagd-niedersachsen.de finden sich Anleitungen zur Nussjagd, Materialien zum Download und viele weitere Informationen. Die Materialien liegen auch in gedruckter Form vor und können dort bestellt werden. "Wir haben sogar Poster und Aufkleber, die wir gerne auch in Klassenstärke verschicken", erklärte Andrea Tapp, Projektleiterin bei der NAJU. Bestellungen nimmt sie unter Telefon (05 11) 9 11 05 30 oder E-Mail: sammelmaus@nussjagd-niedersachsen.de entgegen.
Mithilfe der Materialien zum Projekt, die sich auf der Internetseite des Projekts www.nussjagd-niedersachsen.de finden lassen, können diese und andere Fragen geklärt werden. Dort erhältlich sind beispielsweise auch die Versandtaschen, in denen die verdächtigen Nussschalen zur näheren Bestimmung an die NAJU in Hannover geschickt werden können. Adresse: NAJU Niedersachsen, Alleestraße 36, 30167 Hannover.
Seit Juli 2010 haben NAJU und BUND in Niedersachsen alle Kinder aufgerufen, sich an der Großen Nussjagd zu beteiligen. Ziel ist, die Haselmaus in Niedersachsen nachzuweisen - mithilfe vieler kleiner Forscher. Denn die Daten zur Haselmaus sind lückenhaft, das Vorkommen dieser streng geschützten Art auch aufgrund ihrer heimlichen Lebensweise kaum bekannt. Die Haselmaus hinterlässt aber an Haselnussschalen so charakteristische Nagespuren, dass sie sich dadurch nachweisen lässt.
"Die Große Nussjagd in Niedersachsen" wird von der Niedersächsischen Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit gefördert.
Die nur daumengroße Haselmaus ist gar keine Maus, sondern eine kleine Verwandte des Siebenschläfers. Beide gehören zu den so genannten Schlafmäusen oder Bilchen. Ihre wichtigsten Gemeinsamkeiten: Große schwarze Kulleraugen, buschig behaarte Schwänze und leidenschaftliches Schlafen. Im Unterschied zum 20 Zentimeter großen Siebenschläfer wird die Haselmaus nur acht Zentimeter groß und steckt voller Geheimnisse. Sie lebt meist hoch über unseren Köpfen in den Kronen der Bäume und meidet den riskanten Weg über den Erdboden. Der Kletterkünstler wird daher so gut wie nie beobachtet. Die Verbreitung der Haselmaus ist deshalb auch weitgehend unbekannt. Nur manchmal finden Naturschützer bei der Reinigung von Nistkästen Hinweise auf den putzigen Baumkobold. Aufgrund der vielen Geheimnisse der Haselmaus, nutzen NAJU Niedersachsen und BUND eine ihrer Leibspeisen - die Haselnuss - um den Weg zu ihr zu finden.