GRÜNE fordern Niedersachsens Unterstützung für Tierschutzoffensive des Bundes

Lindemann-Kritik an Verbot der Käfighaltung entlarvend

Region. Die Landtagsgrünen haben die Kritik des neuen niedersächsischen Landwirtschaftsministers Lindemann an dem von Bundesministerin Aigner angekündigten Käfigverbot für Legehennen als "entlarvend" bezeichnet. "Wenn es beim Tierschutz konkret wird, schlägt Schwarz-Gelb in Niedersachsen sich wieder auf die Seite der Agrarlobby", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer am Montag (heute) in Hannover. Die Ankündigung der Landesregierung, die qualvollen Zustände in der Massentierhaltung ändern zu wollen, würde sich als "rein taktische Manöver" erweisen.
Der Grünen-Politiker forderte die Landesregierung auf, die Vorschläge von Ministerin Aigner für eine Tierschutzoffensive zu unterstützen. Meyer erinnerte daran, dass bereits zu Zeiten der rot-grünen Bundesregierung im Jahr 2002 mit fünfjähriger Übergangszeit ein Komplettverbot der auch verfassungsrechtlich fragwürdigen Qualhaltung von Legehennen beschlossen wurde. Diese Regelung sei von der CDU gestoppt worden. "In Österreich und der Schweiz ist ein nationales Verbot der Käfighaltung bereits in Kraft. Auch in Deutschland kaufen die Verbraucher vorwiegend Eier aus Boden- und Freilandhaltung. Würden endlich auch Produkte in denen Eier aus Käfighaltung verarbeitet sind, mit der Drei gekennzeichnet, hätten diese keine Zukunft mehr", sagte der Grünen-Politiker. Niedersachsen sollte nun endlich die regionale Bioeier-Produktion stärker fördern, statt Millionen Landesgelder für die Massentierhaltung zu verschwenden.