Integrationsfonds 2010 Die Region fördert 23 Projekte zum besseren Miteinander

Region Hannover. Die Region fördert 23 Projekte aus dem Integrationsfonds „Miteinander – Gemeinsam für Integration“ 2010. Das hat die Regionsversammlung am heutigen Dienstag entschieden. Sie folgte damit der Empfehlung des Gleichstellungsausschusses und einer sechsköpfigen Jury, die die Anträge bewertet hatte. Insgesamt 64 Anträge waren bei der Region eingegangen, 85 Interessierte hatten sich zuvor beraten lassen. Insgesamt hat die Region für das Förderjahr 150.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Förderbeträge betragen zwischen knapp 1.000 und 11.000 Euro.
„Uns war wichtig, ein Gleichgewicht in der Förderung von Projekten aus der Stadt Hannover und dem Umland herzustellen“, sagte Ute von Wrangell, frühere Leiterin der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung und Jurymitglied. „Das ist uns gelungen.“ Elf der geförderten Projekte haben ihren Standort in der Landeshauptstadt, die anderen verteilen sich auf die Städte und Gemeinden im übrigen Regionsgebiet. Eins bezieht sich auf die gesamte Region Hannover. „Ich finde, dass wir sehr spannende und schöne Projekte haben, die wir fördern wollen“, lobte die Gleichstellungsbeauftragte Petra Mundt und bedankte sich gleichzeitig bei der Jury für die geleistete Arbeit
Das Gremium hatte bereits im Frühjahr festgelegt, dass vor allem Vorhaben aus den Bereichen Bildung und Ausbildung, Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe von Frauen sowie Projekte, die das Miteinander der Generationen zum Ziel haben, gefördert werden. Kriterien für die Vergabe waren unter anderem Niederschwelligkeit, Nachhaltigkeit, Vorbildcharakter sowie die aktive Mitarbeit von Migrantinnen und Migranten.
„Es ist erfreulich, dass das Thema Integration aktuell stärker in den Fokus gerückt ist“, meint Regionspräsident Hauke Jagau. „Über viele Jahrzehnte wurde versäumt, vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund Chancengleichheit zu schaffen und Integration zu fördern. Was wir brauchen sind positive Anreize. Die Region Hannover unterstützt jetzt zum zweiten Mal Projekte für ein besseres Miteinander. Solche positiven Beispiele sollen Schule machen.“

Folgende Projekte erhalten einen Zuschuss:
ProjektträgerIn Titel des Projektes Vorschlag
der Jury Projektname und Projektbeschreibung
Frauen- und Mütterzentrum Burgdorf e.V., Wallengarten Str. 33/34, 31303 Burgdorf
Berufliche Orientierungsberatung für junge Frauen 9.195 €
Berufliche Orientierungsberatung für junge Frauen
Im Rahmen des im Jahr 2002 gegründeten Projektes Nachbarschaftstreff Ostlandring sollen in dem anerkannten sozialen Brennpunkt junge allein erziehende Frauen, MigrantInnen, ALG II-Empfänger etc. angesprochen werden. Die "Berufliche Orientierungsberatung für junge Frauen" soll dazu beitragen, die Chancengleichheit von Frauen und Mädchen, ungeachtet ihrer Nationalität oder Herkunft im Berufsleben zu verbessern.
Arbeitslose Frauen und Mädchen sollen durch eine Honorarkraft beraten und eine Kinderbetreuung angeboten werden. MigrantInnen werden in ihrem Umfeld beraten, um Schwellenangst und Sprachschwierigkeiten zu überbrücken. Die Beratung stellt ein Bindeglied zwischen betroffenen Frauen und der Arbeitsagentur/Jobcenter und auch ansässigen Firmen dar. Ziel ist es, eine nachhaltige Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erreichen. Informationen bekommen die Frauen und Mädchen beispielsweise zur beruflichen Fort- und Weiterbildung, zum beruflichen Wiedereinstieg, zu Sprach- und Integrationskursen. Sie erhalten u.a. Unterstützung bei der Optimierung ihrer Bewerbungsunterlagen und sie bekommen Informationen über Möglichkeiten, einen Schulabschluss nachzuholen.
Burgdorf
Niedersächsischer Fußballverband e.V., Kreis Hannover-Land Sorgenser Straße 7
"Eine Region in Balance - Fußball integriert" 7.200 €
Das Projekt richtet sich an alle Mädchen und Jungen im Alter von 15 bis 18 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund sowie an Jugendliche, die sozial benachteiligt sind. Den Jugendlichen sollen durch den Fußballsport Wege aus der sozialen Isolierung aufgezeigt werden.
Geplant sind Fußballturniere und Lehrgänge spezieller Richtlinien. Dabei sollen/können die Jugendlichen in ehrenamtliche Aufgaben eingebunden werden - beispielsweise als Übungsleiter oder für bestimmte Aufgaben im Verein. Das gesamte Spektrum ist auf mindestens vier Jahre ausgelegt. Das Projekt ist im Oktober 2009 gestartet und soll bis August 2013 weitergeführt werden.
Hannover
AMFN e.V. Arbeitsgemeinschaft MigrantInnen und Flüchtlinge in Niedersachsen, Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover Politische Parti-
zipation stärken, Kommunalpolitik mit gestalten 5.500 €
Politische Partizipation stärken, Kommunalpolitik mitgestalten
Mit dem modularen Bildungsprojekt sollen Mitglieder der Integrationsbeiräte der Stadt und Region Hannover mit Migrationshintergund erreicht werden.
Durch die Vermittlung von Kenntnissen über Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung sollen die Partizipationsmöglichkeiten für Menschen mit Migrationshintergrund verbessert und Ihnen eine aktive und selbstbestimmte Teilhabe am politischen Geschehen ermöglicht werden. Zu diesem Zweck sollen Bildungs-seminare und Exkursionen durchgeführt werden.
Hannover
Bürgerverein Badenstedt und Umgebung e.V., Lenther Str. 41, 30455 Hannover
Zukunft passiert - und ich kann sie gestalten 10.650 €
Partizipative Vorbereitung und Durchführung eines Zukunftsmarktes für Beruf und Qualifizierung
Das Projekt zur beruflichen Qualifizierung von Jugendlichen und Erwachsenen vor allem mit, aber auch ohne Migrationshintergrund, soll die Berufsorientierung, das Erkennen von Qualifizierungswünschen und die Job-Suche fördern. Vor allem junge MigrantInnen, einige Erwachsene, aber auch deutsche BürgerInnen aus Davenstedt sollen befähigt werden, eigenständig einen Zukunftsmarkt für Beruf und Qualifizierung zu planen, zu organisieren und durchzuführen (Davenstedter Marktplatz für Zukunftsfähigkeit). Ziel ist hierbei die Vermittlung relevanter Fähigkeiten aus dem Bereich Beteiligung, Kooperation, Selbstmanagement, gesellschaftliche Verantwortung und Kreativität. Nach einem zweitägigen Qualifizierungstraining erarbeiten die TeilnehmerInnen unter Anleitung von mensch und region ein gemeinsames Konzept für den "Marktplatz für Zukunftsfähigkeit", treffen die erforderlichen Vorbereitungen und führen die Veranstaltung durch. Auf dem Marktplatz sollen durch Unternehmen, Vereine, Verbände und die Stadt Hannover Ausbildungs-, Lehr- und Arbeitsplätze aber auch Qualifizierungschancen angeboten und Kontakte zwischen den Jugendlichen/Arbeitssuchenden und potentiellen AnbieterInnen
von Arbeits- und Qualifizierungsplätzen vermittelt werden. Der "Marktplatz für Zukunftsfähigkeit" soll Mitte des Jahres 2011 auf dem Davenstedter Markt stattfinden.

Hannover
Diakonisches Werk, Stadtverband Hannover e.V., ProMigration, Burgstr. 8/10
30159 Hannover Mutter-Kind- Integrationssprachprojekt- ABC- 6.640 €
Das Sprachprojekt soll am Ossietzkyring 31 b im Stadtteil Mühlenberg durchgeführt werden. Mit einem Ausländeranteil von 23 Prozent und Menschen aus über 30 Nationen kann er als internationales Wohnquatier und einer der migrantenreichsten Stadteile Hannovers bezeichnet werden.
Junge ausländische Mütter mit kleinen Kindern werden in einer 3-Zimmerwohnung in zwei Gruppen (Anfänger/Fortgeschrittene) unter fachlicher Betreuung die deutsche Sprache üben. Darüber hinaus erhalten sie sozialpädagogische Unterstützung zur sozialen und individuellen Eingliederung in ihre neue Umwelt. Der Spracherwerb wird in den Kursen sehr eng mit der Vermittlung kultureller, geschichtlicher und gesellschaftlicher Inhalte verknüpft. Während der gesamten Unterrichtszeit werden die Kinder pädagogisch betreut und lernen spielerisch ebenfalls die deutsche Sprache. Darüber hinaus sind Exkursionen zu Bibliotheken und Schulen sowie eine monatliche Ernährungsberatung geplant. Ziel ist der Erwerb und die Stärkung der kommunikativen Kompetenz, Training für die Bewältigung von Alltagssituationen und die Vermittlung zwischen den Kulturen,
Werten und Normen. Für die Umsetzung sollen zwei Sprachlehrerinnen für 6 Stunden/Woche sowie eine Kinderbetreuung zwei Stunden/Woche eingesetzt werden. Das Projekt besteht bereits und kann bis zu den Sommerferien zum Teil von Spendengeldern und von der Zuwendung des Integrationsbeirates in Ricklingen finanziert werden.
Hannover
Die kleinen Gallier e.V., Am Landwehrgraben 25, 30519 Hannover
Integration durch Musik - frühkindliche musikalische Erziehung für Kinder
in Krippe, Kindergarten und Grundschule 7.000 €
Kindergarten und Grundschule
Die kleinen Gallier e.V. sind ein Elternverein für französisch-sprachige Erziehung. 2/3 der betreuten Kinder haben einen Migrationshintergrund, davon viele mit afrikanischen, arabischen und osteuropäischen Wurzeln.
In allen Einrichtungen des Vereins in Döhren (Krippe, Kindergarten und Grundschule) soll einmal wöchentlich ein musikalischer Rhythmik-Nachmittagskurs angeboten werden. Es werden Musik, Spiel und Kultur, z. B. aus Afrika, vermittelt. Damit soll die intellektuelle und soziale Entwicklung der Kinder gefördert werden. Insbesondere sollen Eltern und Kinder mit geringen finanziellen Mitteln und einem afrikanischen bzw. arabischen Migrationshintergrund erreicht werden. Zur Durchführung soll eine Honorarkraft für 3 x 2 Stunden in der Woche beschäftigt werden. Seit Ende 2009 läuft bereits ein Pilotprojekt mit gutem Zuspruch, finanziert durch die Eltern. Eine Finanzierung ist aber den Eltern mit geringem Enkommen nicht möglich.
Hannover
Dipl.-Ing.
Heinrich Kusmierek, Heinrich-Meister-Allee 4, 30459 Hannover
Regelmäßiges interkulturelles Schachtreffen der Generationen 979 €
Das Schachspiel/Treffen soll als Verbindungsglied zwischen Senioren und jüngeren Generationen dienen und die Integration der Bürger mit Migrationshintergrund verstärken. Es soll ein regelmäßiges Treffen und Schachtraining für alle Altersgruppen und Spielgruppen (Anfänger und Fortgeschrittene) stattfinden. Außerdem soll alle drei Monate ein Schachturnier veranstaltet werden. In das Projekt werden auch die Schachclubs einbezogen. Zur Durchführung soll Schachspielmaterial beschafft werden. Ziele sind unter anderem. Integrationserleichterung für die Teilnehmer mit Migrationshintergund, die Verbesserung des Miteinander von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und von jüngeren und älteren Menschen in der Region Hannover. Austauschmöglichkeiten unter Senioren aus der Nachbarschaft sollen geschaffen und die Nachbarschaftshilfe gestärkt werden.
Hannover
eViva Musik AG im VIZe (Vahrenheider Initiativzentrum für Familie Freizeit Bildung und Beruf) c/o Gemeinwesenarbeit Vahrenheide, Dunantstr. 5 30179 Hannover Community art RegionH:
"eVIVA" (eine Vahrenheider Initiativ Aktion):
Kreativität und Musik ohne Grenzen 4.520 €
Der Schwerpunkt des Projektes liegt bei der Bildung durch Förderung und professionelle Schulung musischer Talente. Durch gemeinsames Musizieren soll die Verständigung der Teilnehmer aus unterschiedlichen Kulturkreisen erleichtert werden. Es richtet sich an junge und alte, musisch talentierte Menschen, auch mit handicap, unabhängig von Herkunft und Geschlecht.
Geplant sind der Ausbau der bereits bestehende Kerngruppe, regelmäßige Treffen, Auftritte und Kooperationen. Es werden Workshops und Musikunterricht stattfinden. Außerdem sollen kreative Elemente, wie beispielsweise eine Bühnenshow oder die Gestaltung einer Bühnenkulisse einfließen. Lokales und internationales Liedgut wird durch Übersetzungen in die Sprache der TeilnehmerInnen mehrsprachig neu interpretiert und weckt Verständnis füreinander.
Hannover
Förderverein der, Fichteschule e.V., Voltmerstr. 60, 30165 Hannover "Glücklicher Regenbogen" 10.175 €
Seit Oktober 2009 treffen sich Eltern und Kinder der Grundschule Fichteschule wöchentlich für jeweils drei Schulstunden unter dem Motto "Großeltern, Eltern und Kinder lernen Deutsch durch Musik und Gesang". Diese Treffen fanden im Anschluss an den Unterricht im Musikzimmer der Schule statt. Durch das Projekt soll die Mehrsprachigkeit der Kinder mit ihren Familienangehörigen gefördert werden. Es soll ein besseres Miteinander von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund geschaffen werden. Die Großeltern und Eltern arbeiten getrennt von den Kindern in einem separaten Raum. Unter Anleitung werden traditionelle Lieder und Tänze vorgetragen, die unterschiedlichster Herkunft sind. Der jeweils Vortragende übersetzt mit Hilfe der anderen Teilnehmer den Text. Hierbei wird die Sprache geübt und auch die emotionale Bindung an das kulturelle Liedgut zum Ausdruck gebracht. Die Kinder lernen parallel bei einer ausgebildeten Chorleiterin und Sängerin den Gesang. Im Anschluss kommen Großeltern, Eltern und Kinder zusammen. Es wird gemeinsam, zuerst in der Herkunftssprache und dann in Deutsch gesungen und getanzt. Ziel ist es, dass alle den deutschen Text des Liedes verstehen und nachempfinden können. Das Projekt soll durch die Beschäftigung von zwei Dozentinnen, eines Musikers, einer Tänzerin und einer Sängerin sowie einer Koordinatorin weiter ausgebaut und nachhaltig etabliert werden.
Hannover
HELP e.V., Sutelstr. 73, 30659 Hannover
Schüler helfenSchülern (Mentoring) 13.080 €
Es soll eine Hausaufgabenbetreuung/Mentoring für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund aus Garbsen - Auf der Horst (Bestandteil des Projektes Soziale Stadt) eingerichtet werden.
Pro Kurs treffen sich unter Begleitung wöchentlich zwei Schüler-Mentoren und maximal 12 Mentees zur Besprechung und Erledigung der Hausaufgaben. Geplant sind mind. 2/max. 4 Kurse pro Woche. Die Mentoren werden geschult und durch einen Sozialpädagogen begleitet und erhalten ein Honorar. Kindern mit Migrations-hintergrund soll ein positives Vorbild und Jugendlichen eine verantwortungsvolle Aufgabe gegeben werden - es wird eine win-win-Situation geschaffen. Das Selbstbewusstsein wird gestärkt und eine nachhaltige Integration wird gefördert.
In den folgenden Jahren soll der "Mentoring-Gedanke" (positives Vorbild) ausgebaut werden. Dazu sollen auch außerhalb der Hausaufgabenbetreuung gemeinsame Unternehmungen von Mentoren und Mentees stattfinden, beispielsweise Ausflüge oder Besuche von Veranstaltungen.
Hannover
IIK e.V.
Initiative für ein Internationales Kulturzentrum, Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover
MIOH - Colors of Hanover Migranten - Orchester - Hannover 8.650 €
Junge Musiker sollen von Berufsmusikern begleitet und gefördert werden. Im Rahmen der Zusammenarbeit ist es u. a. das Ziel, Noten und folkloristische Musikstücke weiterzuentwickeln, traditionelle Musikstücke zu transskribieren und zu modernisieren und Noten für die Migrantenselbstorganisationen zur Verfügung zu stellen.
Neben Proben sollen auch 6 öffentliche Auftritte stattfinden. Geplant sind ebenfalls interkulturelle Abende verschiedener Kulturen. Dabei soll das öffentliche Bild von Migrantenselbstorganisationen als bewahrenden zu einem Bild von sich weiterentwickelnden, interkulturell geöffneten Vereinen und Gruppen verbessert werden.
Die Förderung soll für Raumausstattung, Engagement von Künstlern und Werbung verwendet werden.
Hannover
Jugendtreff "Inner Burg" Innersteweg 7, 30419 Hannover
Von Benachteiligten zu Beteiligten 1.950 €
"Von Benachteiligten zu Beteiligten" versucht über die Qualifikation "TeamerIn" v. a. HauptschülerInnen im Alter von 15-17Jahren (Jahrgangsstufe 9) mit und ohne Migrationshintergrund eine Perspektive zu eröffnen. Das Angebot ist ebenso offen für RealschülerInnen des Schulzentrums.
Mit 16 SchülerInnen des Schulzentrums Stöcken soll eine TeamerInnenausbildung durchgeführt werden. Dies wird in Form einer AG nachmittags stattfinden. Die SchülerInnen werden einmal in der Woche für 90 Minuten und in zwei Arbeitseinheiten am Wochenende zu TeamerInnen ausgebildet. Die Ausbildung übernimmt federführend der hauptamtliche Sozialpädagoge des Jugendtreffs „Inner Burg“, Referenten unterstützen bei Sonderthemen. Bestandteil der Ausbildung sind neben rechtlichen und jugendpolitischen Aspekten auch ein 1. Hilfe Kurs sowie vielfältige kreative und gruppenfördernde Übungen. Einen weiterer Schwerpunkt bildet das Thema Interkulturalität und Integration in der Kinder- und Jugendarbeit.
Die Persönlichkeit soll durch die TeamerInnenausbildung gestärkt werden, und die Jugendlichen können durch diese freiwillig erlernte ehrenamtliche Zusatzqualifikation ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhen.
Diese positiven Effekte waren bereits bei der TeamerInnenausbildung aus dem Jahr 2009 ersichtlich. Während
der Ausbildung lernen sich darüber hinaus Haupt- und RealschülerInnen besser kennen, können Vorurteile
abbauen. Durch das Projekt soll ein Pool von jugendlichen TeamerInnen aufgebaut werden, die dann ihre
Erfahrungen an andere weitergeben und sich aktiv in der Gesellschaft engagieren.
Hannover
Projektwerkstatt, Umwelt und Entwicklung e.V., Hausmannstr. 9-10,
30159 Hannover
blickpunkt global - Portraits 11.000 €
Die interkulturelle h1-Redaktion "blickpunkt global" steht in Trägerschaft der Projektwerkstatt Umwelt und Entwicklung e.V. und existiert bereits seit vielen Jahren. In einer TV-Portraitreihe sollen exemplarisch Blicke in das Leben von Menschen mit Migrationshintergrund ermöglicht, Ihre Wünsche, Bedürfnisse, Erfolge und das alltägliche Leben gezeigt werden. Ziel ist es, die MigrantInnen ihren Nachbarn in der Region näher zu bringen, Vorurteile abzubauen und zu mehr Kontakt zwischen den Kulturen zu ermutigen. Durch Kontakte zu Migrantenselbstorganisationen werden zunächst Menschen mit Migrationshintergrund gesucht, die zu einem Porträt bereit sind. Über 12 Personen sollen Beiträge von jeweils 4 Minuten Länge produziert und ausgestrahlt werden. Die für Ausstattung und Honorarkräfte entstehenden Aufwendungen sollen über die Förderung abgedeckt werden.
Hannover
Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e.V., c/o Dr. T. Czepurnyi, Podbielskistr. 14, 30163 Hannover
Puppentheater mit und für Kinder im Grundschulalter, mit und ohne Migrationshintergrund 8.450 €
Im Rahmen des Projektes soll ein Puppentheater mit selbst ausgedachten und hergestellten Puppen unter der Anleitung einer Puppenspielerin aufgebaut und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Es richtet sich an Kinder im Grundschulalter, mit und ohne Migrationshintergrund, deren Eltern und Großeltern. Geplant sind das Basteln der Puppen mit den Eltern und Großeltern, Sprach- und Bewegungsübungen, das Einüben der Texte und die Aufführung auf der Bühne. Ziel ist es u.a. die Kreativität und die Mehrsprachigkeit der Kinder zu fördern. Die Proben sollen in russisch stattfinden (evt. deutsche Übersetzung für nicht russische Kinder), die Aufführung in deutscher Sprache. Die Kinder sollen zwei Sprachen aktiv erleben.
Hannover
VIA-Linden, Elisenstraße 10, 30451 Hannover
Lernlotsen 8.880 €
Bei dem Projekt handelt es sich um ein Förderprojekt für SchülerInnen mit Migrationshintergrund in den Abschlussjahrgängen 9 und 10 der IGS Hannover-Linden. Es soll von sog. Lernlotsen auf Honorarbasis durchgeführt werden, die die SchülerInnen durch die Schulabschlussphase begleiten und unterstützen, damit der bestmögliche Schulabschluss erreicht wird.
Die Lernlotsen sind NachhilfelehrerInnen mit Migrationshintergrund, die in engem Kontakt mit den jeweiligen LehrerInnen, schulischen BetreuerInnen und den Eltern der SchülerInnen stehen. Sie werden vor Projektbeginn durch den Verein VIA-Linden auf ihre Tätigkeit und die Zielsetzung des Projektes vorbereitet und in ihrer Arbeit begleitet. Sie sollen die SchülerInnen durch das erste Schulhalbjahr in Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen im neunten und zehnten Jahrgang "lotsen". Sie arbeiten mit ihren SchülerInnen im Rahmen einer Kleingruppenförderung auf der AG-Ebene (also während der Unterrichtszeit an der IGS-Linden) und im Einzelunterricht nach der Schule. So erhalten einzelne SchülerInnen eine zusätzliche Förderung in den abschlussrelevanten Fächern Mathematik, Naturwissenschaften, Englisch und Deutsch. In der zweiten Schuljahreshälfte konzentrieren sich die Lerninhalte ganz speziell auf mögliche Themen der Abschlussprüfungen. Das Projekt wurde im Schuljahr 2009/2010 in einem Probelauf mit einigen (wenigen)
SchülerInnen quasi aus der Not heraus geboren, da zahlreiche Lücken bei den Jugendlichen festgestellt
wurden.
Laatzen
Stadt Laatzen, Marktplatz 13, 30880 Laatzen "Mobil auf zwei Rädern" - Fahrrad-
kurs für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund 4.040 €
Das Projekt richtet sich an Frauen mit und ohne Migrationshintergrund, die in ihrer Kindheit das Fahrradfahren nicht gelernt haben. Ihnen soll durch einen Kurs und die Bereitstellung von Fahrrädern während des Kurses die Chance eröffnet werden, diese wichtige Alltagsqualifikation zu erwerben.
Die Mobilität der Beteiligten soll erweitert und durch den körperlichen Aspekt des Projektes das Gesundheits-bewusstsein der Beteiligten gefördert werden. Das Selbstbewusstsein wird gestärkt und die Frauen werden animiert, auch über den Kurs hinaus gemeinsam Aktionen mit dem Fahrrad zu unternehmen. Vorbild könnte das erfolgreiche niederländische Projekt "Fahrradfreundinnen" sein. Durch die Einbeziehung der Verkehrs-polizei sollen die Frauen auch mit den Regeln des Straßenverkehrs vertraut gemacht werden. Den Abschluss des Kurses bildet ein eintägiger Workshop, in dem die Frauen das nötige technische Knowhow erlernen, um kleine Reparaturarbeiten selber durchführen zu können, sowie ein gemeinsamer Fahrradausflug der Teilnehmerinnen. Es sind zwei aufeinander folgende Kurse geplant. Jeder Kurs dauert 3 Monate und umfasst
zwölf Praxiseinheiten á drei Stunden.
Langenhagen: Lernhilfe Kaltenweide, Wagenzeller Str. 7 h, 30855 Langenhagen
Kaltenweide übt, Integration 1.300 €
Kaltenweide und die Bewohner Kaltenweides standen in den letzten zwölf Jahren einer rasanten Bevölkerungsentwicklung ihres Ortes gegenüber: die Einwohner- und Schülerzahlen haben sich verdreifacht, statt einer Kita gibt es nun fünf. Neubürger aus 30 verschiedenen Sprachregionen haben sich vor Ort angesiedelt. Um das Miteinander von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Kaltenweide positiv zu gestalten, soll noch in diesem Sommer ein sog. "Fest der Begegnungen" stattfinden. Dabei soll den Menschen aus Kaltenweide die Möglichkeit gegeben werden, sich und ihre gegenseitigen Besonderheiten kennen zu lernen und drei Stunden lang fröhlich zu feiern. Dieses Fest soll von Jahr zu Jahr wiederholt werden.
Langenhagen
Pestalozzischule Langenhagen, Förderschule Schwerpunkt Lernen, Konrad-Adenauer-Str. 41/43, 30853 Langenhagen "Eine Schule trommelt" 8.250 €
(besonderer Schwerpunkt in diesem Schuljahr: Entwicklung und Aufführung des interkulturellen Musiktheaterstücks "Agina und der Feuervogel") in Zusammenarbeit mit der IGS Langenhagen
"Eine Schule trommelt" ist eine Erweiterung des Projektes "Aufbau von angemessenem Sozialverhalten in einer interkulturellen Großgruppe und einem positiven Freizeitverhalten durch afrikanisches Trommeln auf
Djemben" und eine Unterstützung des mehrmonatigen Unterrichts- und Theaterprojektes "Agina und der Feuervogel", welches als Integrationsprojekt mit einer Bläserklasse der IGS Langenhagen durchgeführt wird. Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Musikstücken durch die SchülerInnen als Begleitung des Musiktheaterstückes "Agina und der Feuervogel". Es finden Proben und Aufführungen (Sommerfest an der Pestalozzischule, Theatersaal Langenhagen, usw.) statt. Vorgesehen ist ein wöchentlicher Trommelunterricht durch einen externen Trommellehrer auf Honorarbasis, das Entwickeln des Musiktheaterstücks, Zusammenarbeit mit den IGS-SchülerInnen und die Aufführung im Theatersaal Langenhagen. Ziel ist das Erlernen eines Instrumentes und damit Stärkung des Selbstvertrauens
unter besonderer Berücksichtigung des Migrationshintergrundes der SchülerInnen und Wahrung der kulturellen Identität. In den vergangenen Jahren wurde das Projekt durch Sponsoren unterstützt.
Lehrte
SV 06 Lehrte e.V., Mielestr. 7, 31275 Lehrte
Bewerbungsstammtisch 4.400 €
Seit drei Jahren veranstaltet der Verein zum Jahresanfang ein Bewerbungstraining für Jugendliche mit Migrationshintergrund, sozial benachteiligte Jugendliche und Jugendliche mit Behinderungen, das mit Hilfe der Agentur für Arbeit, der AOK und lokal ansässigen Unternehmen professionell geleitet und durchgeführt wird. Die Erfahrung zeigt, dass dieses einmalige Coaching nicht ausreicht, um Erfolge zu erzielen. Der Verein
möchte die Jugendlichen daher bereits mit Beginn des letzten Schuljahres individuell betreuen und dabei ihre Wünsche berücksichtigen, ihre Stärken und Schwächen herausarbeiten und auch die Eltern mit einbeziehen. Um intensives und kontinuierliches Arbeiten zu gewährleisten, soll im 14-Tage-Rhythmus ein Bewerbungs-stammtisch stattfinden. Ziel ist es, die Jugendlichen erfolgreich in den neuen Lebensabschnitt zu führen. Dafür werden beispielsweise Bewerbungsmappen erstellt und Vorstellungsgespräche geübt. Außerdem sollen PC-Schulungen und Sprachunterricht stattfinden sowie ein Eignungstesttraining. Der Verein möchte den Jugendlichen bei der Suche nach Praktikumsplätzen und der Kontaktaufnahme behilflich sein. Die Betreuung erfolgt auf ehrenamtlicher Basis.
Lehrte
Tapas-Verein für Kultur, Völkerverständigung und Umweltschutz e.V., Poststr. 12, 31275 Lehrte
Regenbogen-Radio 10.000 €
Der Projektträger und seine Kooperationspartner wollen in Zusammenarbeit mit interessierten Christen, Muslimen und anderen Menschen aus verschiedenen Kulturen ein interreligiöses und interkulturelles Radio-
magazin aufbauen. Es soll eine Redaktionsgruppe in Lehrte und eine in Hannover eingerichtet werden. Das Projekt fördert den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen, bringt verschiedene Kulturen zusammen und informiert gleichzeitig eine breite Öffentlichkeit durch das Medium Radio. Es soll über die Praxis der unterschiedlichen Religionen, über interkulturelles Leben in der Region Hannover sowie über die sozialen Aktivitäten von Migrantenselbsthilfeorganisationen, Moscheen oder Integrationsinitiativen berichtet werden. Die TeilnehmerInnen der Radiogruppe erlangen darüber hinaus wichtige Qualifikationen in der Radioproduktion, im journalistischen Arbeiten und im Umgang mit digitaler Technik. Das kann besonders den MigrantInnen zusätzliche Chancen im Berufsleben eröffnen. Für die TeilnehmerInnen sollen regelmäßig Schulungen angeboten werden. Zur Realisierung sollen Räumlichkeiten angemietet und ausgestattet und eine Projektleitung
beschäftigt werden.
Neustadt a. Rbge.
Das Familienzentrum, St. Peter und Paul, Wunstorferstr. 17, 31535 Neustadt a. Rbge
Eltern - Kinder - Café 2.200 €
Es soll ein regelmäßiger Treff für Eltern - in erster Linie Mütter - mit Migrationshintergrund mit ihren Kindern von 0 - 3 Jahren eingerichtet werden. Der Treff soll einmal wöchentlich am Nachmittag im Familienzentrum stattfinden. In dieser Zeit wären die älteren Kinder in der Nachmittagsgruppe betreut. Für die Eltern ist dabei eine feste Ansprechpartnerin auf Honorarbasis vorgesehen, die den Frauen in belastenden Lebenssituationen Unterstützung und Hilfe anbieten kann. Ziel ist es, die elterlichen Kompetenzen zu stärken. Für die Kinder steht Spiel und Spaß im Vordergrund.
Falls das Projekt gut angenommen wird, soll das Eltern - Kinder - Café durch Mütter begleitet werden, die selbst ihre Erfahrungen im Eltern - Kinder - Café gesammelt haben und in ihren Kompetenzen gestärkt wurden.
Seelze
Stadt Seelze, Rathausplatz 1, 30926 Seelze
Motivation für besseren Schulerfolg 3.500 €
Im Rahmen einer Vortragsreihe an Haupt-, Real- und Förderschulen in Seelze berichten junge Berufstätige mit Migrationshintergrund Schülern ab Klasse 5 über ihren beruflichen Werdegang. Es sind circa zehn Vorträge auf Honorarbasis in den Schulen vorgesehen. Das Hauptziel des Projektes ist die Aktivierung und Informationsvermittlung durch "Best Practice Beispiele". Best Practice wird eingesetzt, um sich an einem Leit- bzw. Vorbild zu orientieren und weil es einen hohen Nachahmungswert hat. Die Informationsvermittlung erfolgt auf "einer Augenhöhe" zwischen jungen Menschen mit Migrationshintergrund. An ihren Beispielen wird gezeigt wie wichtig es ist, eine qualifizierte Schulaus-bildung zu erreichen und dass dies auch mit Migrationshintergrund oder bei fehlender Unterstützung durch das Elternhaus gelingen kann. Es soll gezeigt werden, dass qualifizierte Berufe auch mit einem Hauptschul-abschluss über mehrere weiterführende Bildungswege erreicht werden können. Die Selbstaktivierung und Eigenverantwortung wird gestärkt. Den Jugendlichen werden Zielperspektiven eröffnet, die eine zusätzliche Motivation zur Erreichung des schulischen Lernerfolges mit sich bringt.
Seelze
Zoreh Jalili, Margeriten Weg 18, 30926 Seelze
Kinder und Jugendlichen psychotherapeutische Beratung
für Mütter in Wunstorf 4.160 €
Für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund wird 14-tägig für zwei Stunden unter Leitung einer Therapeutin auf Honorarbasis eine Beratung angeboten, mit dem Ziel, die Mütter im Bezug auf psychische Störungen und Krankheitsbilder ihrer Kinder und den Umgang damit zu informieren und zu sensibilisieren. Sie sollen lernen, dass Verhalten der Kinder zu verstehen und ggf. Heilungsprozesse zielstrebig in Gang setzen.
Die Therapeutin führt in der Gruppe die Gespräche mit den Teilnehmerinnen durch, berät sie, gibt Tipps und stellt ggf. eine erste Ferndiagnose über die Kinder oder Jugendlichen. Eine muttersprachliche Begleiterin und eine Koordinatorin begleiten die Teilnehmerinnen bei der Bewältigung der abgesprochenen notwendigen Schritte (Kontaktaufnahme zu den Behörden, Anrufe, Ärztebesuche, Aufnahme des Kindes bzw. des Jugendlichen in der Klinik etc.).
Das Projekt soll in den Räumen des Vereins Frauen für Frauen e.V. in Wunstorf angeboten werden.