JU-Sommertour führte zu Ebeling

Firmenchef stellte seinen Gästen Werdegang des Betriebs vor

Gailhof (awi). Mit einem Hoffest hatte die Junge Union in der Region Hannover im Juni ihre Sommertour eröffnet. Mittlerweile haben sich die Nachwuchspolitiker diverse Firmen und Einrichtungen vom ADAC in Laatzen bis zur Biogasanlage in Ronnenberg angesehen. Am Donnerstag war die Wedemark an der Reihe. Unter Führung der Wedemärker JU-Vorstandsmitglieder Jessica Borgas und Konstanze Giesecke besichtigte die JU Region Hannover die Spedition/Logistikzentrum Ebeling an der Autobahn in Gailhof.
Firmenchef Georg Ebeling jun. persönlich nahm sich mehr als zwei Stunden Zeit für seine interessierten Gäste und gab ihnen einen ausführlichen Überblick über Firmengeschichte und Struktur des Familienbetriebs, der vom Großvater als Fuhrunternehmen an der Pechriede in Mellendorf 1928 gegründet wurde und heute mit rund 400 Mitarbeitern in vier Ländern Europas ein hochmoderner Logis-tikbetrieb sei.
Zwölf Jahre befindet sich die Spedition jetzt am neuen Standort in Gailhof und ist in diesem Zeitraum bereits mehrfach expandiert. Georg Ebeling jun. ist im Begriff, den Gewerbepark an der Autobahn zu verwirklichen und hat auch auf seinem Speditionsgelände diverse Firmen als Mieter untergebracht. Vom Fuhrunternehmen mit Pferd und Wagen erst zur Spedition, dann zur Internationalen Spedition und schließlich zum Logistikzentrum mit Zentrallagern in Hodenhagen, Hamm, Bielefeld und Schwarmstedt und Firmenniederlassungen in Frankreich, Spanien und Italien – eine nicht alltäglich Entwicklung, die Georg Ebeling sehr lebendig und mit persönlichen Anekdoten gewürzt darstellte. Dabei ist Basis der Firmenphilosophie heute, dass „nur die letzte Meile auf die Straße gehört“, betonte Ebeling ausdrücklich. Der Fernverkehr mache inzwischen nur noch einen kleinen Teil des Betriebes aus. Entscheidend sei die Kommissionierung der Waren durch die Kunden und die Verteilung auf die Filialen durch Ebeling. „In Wolfsburg gefertigte Automobilteile zum Beispiel, die nach Spanien gebracht werden müssen, gehöre auf die Bahn, nicht auf die Straße“, gibt Ebeling ein Beispiel für seine Intention, vom Fernverkehr auf die Nahverkehrsverteilung umzuschwenken. Heute führe seine Firma nur noch sinnvolle Transporte durch. Einer der langjährigsten und größten Kunden sei eine international tätige Drogeriekette, deren Geschäftsbeziehungen auch der Anlass für die Gründung von Ebeling-Standorten in Frankreich und später in Spanien und Italien gewesen seien. Für den Schuhfabrikanten Kienast baute Ebeling nicht nur eine große Halle auf dem Grundstück in Gailhof, er holte den Geschäftspartner auf diese Weise von Hannover in die Nachbarschaft und bietet diesem full-service. „Für Kienast übernehmen wird alle Handgriffe so vollständig, dass dieser seine Schuhe eigentlich gar nicht mehr zu Gesicht bekommt“, erklärte Georg Ebeling seinen staunenden Zuhörern. Wenn es notwendig sei, würden die Schuhe nicht nur verpackt und in die Filialen geschickt, sondern, wenn nötig, auch mit Löchern für Schnürsenkeln versehen. „Für einen anderen Kunden haben wir auch schon mal Elektrostecker an Weihnachtsbeleuchtungen angelötet. Möglich ist alles“, so Ebeling. Dabei sei es Prinzip der Firma, zwar selbst Arbeitskräfte zu verleihen, aber selbst Leiharbeiter zu beschäftigen.
Ausführlich ging Ebeling noch einmal auf die letzte Erweiterung des Firmengeländes in den vergangenen Jahren ein (das ECHO berichtete mehrfach ausführlich). Durch hervorragende Kooperation und Unterstützung mit der Gemeinde Wedemark, der Region Hannover und den politischen Parteien sei es möglich gewesen, am Standort eine weitere Halle zu errichten, obwohl dafür ein Teil des Geländes aus dem Landschaftsschutz herausgelöst werden und der Mühlengraben verlegt werden musste. Ebeling habe an seinen Plänen trotz der einbrechenden wirtschaftlichen Konjunktur in Deutschland festgehalten und „ist jetzt da, wenn die anderen merken, dass es los geht“, so der Firmenchef in seinem Vortrag.