Kein leichtes Spiel für Einbrecher

Polizeitipps beugen unschönen Urlaubsüberraschungen vor

Region Hannover. Die Sommerferien stehen vor der Tür. Viele Bürger nehmen die Ferienzeit zum Anlass, um dem Alltagstrott zu entfliehen und zu verreisen. Doch während man sich mit Familie oder Freunden Erholung gönnt, haben Einbrecher leichtes Spiel. Die im Urlaub getankte Erholung kann bei der Heimkehr jedoch schnell verpuffen, nämlich dann, wenn einen eine verwüstete und ausgeräumte Wohnung empfängt. Doch auch während des Urlaubs und auf dem Weg dorthin lauern Gefahren vor Dieben, Einbrechern und Gaunern, so Thorsten Möhlmann, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel. Um Einbrechern den Weg in die eigenen vier Wände zu erschweren und um vor Urlaubsantritt die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen treffen zu können, sollten sie einige Tipps von Ihrer Polizei im Vorfeld beachten: Gekippte Fenster und Terrassentüren sind geradezu eine Einladung für Diebe, lediglich ins Schloss gezogene Türen stellen kaum ein Hindernis dar. Die Polizei rät deshalb, Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit stets zu verschließen und die Haustür zweifach abzuschließen. Alle Hinweise, die darauf hindeuten, dass die Wohnung oder das Haus unbewohnt sind, sind zu vermeiden. Ständig heruntergelassene Rollläden, zugezogene Vorhänge, überquellende Briefkästen oder verräterische Anrufbeantworteransagen („Wir sind im Urlaub“) sind Indizien, nach denen Einbrecher Ausschau halten. Auch der ungemähte Rasen könnte signalisieren: Hier ist niemand zu Hause.
Ratsam ist es, Freunde, Verwandte, Bekannte oder Nachbarn zu bitten, das Haus oder die Wohnung während der Abwesenheit bewohnt aussehen zu lassen, indem sie die Mülltonnen rein- und rausstellen und den Briefkasten regelmäßig leeren. Ihre Zeitung können Sie sich an Ihren Urlaubsort nachsenden lassen. Hinterlassen Sie aber keine schriftliche Nachricht auf dem Briefkasten für den Postboten mit einem Verweis an Ihre Nachbarn, auch dies könnte ein Hinweis für mögliche Einbrecher sein. Neben der Leerung des Briefkastens durch die Nachbarn oder Freunde ist ein Postlagerservice eine hilfreiche Alternative. Eingehende Sendungen werden dann gesammelt und zum vereinbarten Zeitpunkt zugestellt. Nachbarn könnten für Sie auch Rollläden, Vorhänge, Radio und Fernseher zu unregelmäßigen Zeiten betätigen. Denn die Erfahrungen der Polizei zeigen, dass eine aufmerksame Nachbarschaft entscheidend hilft, den ungebetenen Gästen die Tour zu vermasseln. Es empfiehlt sich Räume über Zeitschaltuhren so zu beleuchten, dass Fremde nicht erkennen können, dass die Wohnung oder das Haus unbewohnt ist. Eine Anzeige in der Tageszeitung, dass Ihre Praxis oder Ihre Kanzlei wegen Urlaub geschlossen bleibt, sollte ebenfalls gut überlegt werden. Haben die Urlauber ihre Reise angetreten, ist weiterhin auf ein sicherheitsbewusstes Verhalten zu achten. Auch auf der Fahrt und insbesondere am Urlaubsort sind Urlauber für Langfinger und unseriöse Geschäftemacher eine begehrte Zielgruppe, um fette Beute zu machen und sie übers Ohr zu hauen. Damit Urlauber unbeschadet an ihrem Ferienziel ankommen und auch dort vor unschönen Erlebnissen verschont bleiben, hat die Polizei folgende Tipps parat: Im Auto sollten keine Wertsachen zurückgelassen werden, auch nicht „versteckt“ oder im Kofferraum. Fenster, Türen und das Schiebedach des Autos müssen immer verschlossen sein.
Geld, Schecks, Kreditkarten und Papiere sollten in verschlossenen Innentaschen der Kleidung, in einem Brustbeutel oder einer Gürtelinnentasche dicht am Körper getragen werden. Vorsicht ist auch im Gedränge größerer Menschenmengen an Touristenattraktionen, Haltestellen, Bahnhöfen, Flugplätzen sowie in Bussen und Bahnen geboten: Hier sind Taschendiebe besonders aktiv. Handtaschen und Kameras sollten immer bei sich getragen werden und nicht abgelegt oder an die Stuhllehne gehängt werden. Bei „fliegenden Händlern“ oder „Flüsterhändlern“ sollte nicht gekauft werden. Hier ist der Betrug vorprogrammiert. Reinfallen sollten Urlauber auch nicht auf Mitleid erregende Geschichten von Landsleuten, denen sie mit Geld aus einer angeblichen Notlage helfen sollen. In echten Notfällen helfen Automobilclubs und die deutschen Auslandsvertretungen weiter.
Experten empfehlen zudem, regelmäßig benötigte Arzneimittel in der Reiseapotheke mit sich zu führen. Werden im Urlaubsland weitere Arzneimittel benötigt, sollten diese nur in offiziellen bzw. als solche erkennbaren Apotheken und nicht auf offenen Märkten oder ähnlichen Geschäften gekauft werden. Dort besteht die Gefahr, gefälschte Präparate zu erwerben, die in Zusammensetzung und gesundheitlicher Wirkung nicht einschätzbar sind. Darüber hinaus unterliegt die Einfuhr von Arzneimitteln den strengen Bestimmungen des deutschen Arzneimittelgesetzes. Damit soll sicher gestellt werden, dass in Deutschland nur Arzneimittel auf den Markt kommen, die für den Verbraucher unbedenklich sind.