Keine Wildtiere unterm Weihnachtsbaum

NABU-Artenschutzzentrum rät von "lebendigen Weihnachtsgeschenken" dringend ab!

Region. Das NABU-Artenschutzzentrum appelliert an die Bevölkerung, keine heimischen oder exotischen Wildtiere als Weihnachtsgeschenke zu kaufen oder zu verschenken. "Oft werden unüberlegt gekaufte Tiere meist schon im Januar in die Natur ,entsorgt' - dort gehen sie elendig ein oder sorgen für ungewollte ,Bescherungen' anderer Art im ökologischen Gefüge", warnte Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum Leiferde. Ob Schildkröten, Frösche, Schlangen oder Fische - glückliche Kinderaugen unter dem Weihnachtsbaum sind oft leider nur von kurzer Dauer. Schon bald nach dem Erwerb werden viele lebendige Geschenke zur Belastung für den Familienfrieden. Spätestens vor dem nächsten Sommerurlaub finden sich unzählige Tiere auf der Straße, im nächsten Tümpel oder im Gebüsch wieder, landen im Tierasyl oder sogar im Müll. Während "klassische Haustiere" wie Hunde und Katzen mit etwas Glück ins nächste Tierheim gelangen, werden zahlreiche exotische Wildtiere zunehmend in die freie Natur "entsorgt". Kein geringes Problem stellen freigelassene Exoten dar. Während die meisten tropischen und subtropischen Arten bei uns kaum die Wintertage überstehen, kommen einige Arten aus Übersee mit unserem Klima klar. Freigesetzte Aquarienfische, Amphibien wie die aus Amerika stammenden Ochsenfrösche und Reptilien, beispielsweise exotische Schmuckschildkröten, sind keine Seltenheit mehr in Deutschlands freier Natur. Einmal etabliert können manche Exoten zur ökologischen Belastung für die heimische Tierwelt werden und angestammte Arten durch Konkurrenz verdrängen oder durch eingeschleppte Krankheiten dezimieren. "Eingeschleppte Tiere aus fernen Regionen können durch solche Auswirkungen in unserer heimischen Natur ,Bescherungen' ganz anderer Art anrichten", erklärte Bärbel Rogoschik. Der NABU appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, verantwortungsvoll mit Tieren umzugehen und lieber auf Geschenke dieser Art zu verzichten. Das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde nimmt im Jahr über 2.000 artengeschützte Wildtiere auf, die krank, verletzt oder hilflos sind, aus nicht artgerechter Haltung stammen oder auf Grund fehlender Papiere beschlagnahmt wurden. Wer exotischen oder heimischen Wildtieren helfen möchte, kann dies gerne mit der Übernahme einer Patenschaft tun. Ob Igel, Eule, Schildkröte, Schlange oder Storch, jedes Tier benötigt eine aufwändige Betreuung, die mit einer Patenschaft unterstützt werden kann. Anfragen hierzu richten Sie gerne an das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, Hauptstr. 20 in 38542 Leiferde oder Telefon (0 53 73) 66 77.
 auf anderen WebseitenFacebookTwittern