Lüddecke: „Die Pflegebranche ist weit besser als ihr Ruf“

Die FDP-Regionsfraktion besuchte im Rahmen ihrer Sommertour DANA.

FDP-Regionsfraktion besucht DANA Unternehmensgruppe

Region. Im Rahmen ihrer Sommerreise besuchte die FDP-Regionsfraktion mit der DANA Senioreneinrichtungen GmbH einen der größeren privaten Dienstleister in der Seniorenbetreuung in Deutschland. Die Regionsabgeordneten bekamen am Beispiel des Pflegeheims Lister Meile wichtige Eindrücke und Informationen wie heutzutage moderne Pflegeheime zu führen sind und mit welchen Problemen Personal und Geschäftsleitung der Heime zu kämpfen haben. Die demographische Entwicklung schreitet unaufhörlich voran, bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Pflegebedürftigen um 60 Prozent ansteigen. Immer mehr Menschen in der Region werden darauf angewiesen sein, sich qualifizierten Dienstleistungsbetrieben anzuvertrauen. Insofern stellt sich die Frage nach geeigneten Angeboten.
Gleichzeitig hat die Region Hannover die gesetzliche „Hilfe zur Pflege“ zu finanzieren, wenn Hilfebedürftige und deren Angehörige die verbleibenden Leistungsentgelte der Pflegeheime – je nach Pflegestufe um die 2.000 Euro pro Monat - nicht vollständig aufbringen können. Eine (explodierende) Kostenfrage für die Gesellschaft. Grund genug für die FDP-Regionsfraktion, der Einladung der Firma DANA zu folgen und sich selbst ein Bild aus der Praxis zu machen. Begrüßt wurden die FDP-Fraktionsmitglieder Dieter Lüddecke, Anja Baumann de la Cruz Quintero, Peter Kimmel und Bernhard Klockow von der DANA-Prokuristin und Mitgesellschafterin Frau Angela Fronhoff-Zinke, Frau Lara Sebo aus der Rechtsabteilung sowie Frau Christine Effner, der Heimleiterin des Pflegeheims Lister Meile. Die DANA Unternehmensgruppe betreibt aktuell 17 Senioreneinrichtungen, davon vier in Hannover und eine in Isernhagen.
Nach einem erläuterten Rundgang durch das Pflegeheim zeigte sich die Fraktion beeindruckt. Das Konzept der „offenen Tür“, welches ermöglicht, dass sich Interessenten völlig barrierefrei und ohne Termin informieren können, kam ebenso gut an, wie die gesamte Optik, die Hygienestandards, die Organisation und die zahlreichen hausinternen Serviceleistungen. Nicht umsonst wurde das Pflegeheim bei der letzten Qualitätskontrolle des medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) mit der Note 1,3 sehr gut bewertet. Im Gespräch wurden danach Fragen zu der Bewohnerstruktur, zu Personal und Entlohnung, zu Ausbildung, Heimaufsicht und Bürokratie, sowie zu Forderungen der Pflegeheimbetreiber an die Politik erörtert. Es wurde deutlich, dass die Pflegebranche unter einem Imageproblem leidet und keine Lobby hat. Unter anderem daraus resultiert ein Personalmangel, der sich mit steigendem Bedarf verstärken wird. DANA bezahlt sein Personal weit über dem Mindestlohn, die Fluktuation ist niedrig, Auszubildende werden übernommen. An die Adresse der Politik gerichtet forderten Frau Fronhoff-Zinke und Frau Effner Förderprogramme, die es langjährig in der Pflege Beschäftigten ermöglichen, sich berufsbegleitend als Pflegefachkräfte zu examinieren. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Dieter Lüddecke und die sozialpolitische Sprecherin Anja Baumann de la Cruz Quintero sagten zu, die Themen „Fachkräftemangel in der Pflege“ und „berufsbegleitende Qualifizierung“ in den Regionsausschüssen für Wirtschaft und Beschäftigung bzw. Soziales anzusprechen. Als weiteres Problem wurde die ausufernde, schriftliche Dokumentation genannt, die dazu führt, dass nur die Hälfte der Zeit im klassischen Sinne gepflegt werden kann. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegeheimen machen eine körperlich wie psychisch belastende Arbeit. Sie haben unsere volle Wertschätzung“, sagte Dieter Lüddecke zum Abschluss des Besuchs.