Millionen für Baumaßnahmen an Kreisstraßen:

Region Hannover legt Mehrjahresprogramm vor

Region. Für die Instandhaltung und Sanierung ihrer Straßen und Radwege will die Region Hannover in den nächsten vier Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag ausgeben. Fast 50 Baumaßnahmen umfasst die aktuelle Prioritätenliste, die heute Verkehrs- und Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz vorgestellt hat. Zu den größten Einzelvorhaben gehören der Umbau der Ortsdurchfahrten in Jeinsen, in Isernhagen F.B. und K.B. und eine neue Radwegeverbindung zwischen der „Weißen Düne“ und der Ortschaft Mardorf am Steinhuder Meer. Insgesamt beabsichtigt die Region Hannover bis zum Jahr 2014 über 40 Kilometer Kreisstraßen zu erneuern und weitere 18,5 Kilometern Radwege anzulegen. Dafür sollen knapp zwölf Millionen Euro investiert werden.
„Ein gut ausgebautes, leistungsfähiges und verkehrstüchtiges Straßennetz ist eine wichtige Voraussetzung für die Mobilität der Menschen und eine wichtiger Standortvorteil für Wirtschaft und Handel in unserer Region. Menschen und Waren sollen zügig und sicher ihre Ziele erreichen“, unterstrich Dezernent Franz die Bedeutung der Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur: „Trotz extrem angespannter Kassenlage wollen wir unser Straßennetz in einem Zustand halten, der mindestens die Schulnote ‚befriedigend’ verdient.“ Rund 3,5 Millionen Euro jährlich müssten dafür aufgebracht werden. Daneben stehen für die Unterhaltung der Kreisstraßen, der Brücken und der Signalanlagen sowie für den Betriebsdienst noch einmal 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.
Franz verwies in diesem Zusammenhang besonders auf den Ausbau von Ortsdurchfahrten: „Die qualitative Verbesserung unserer Kreisstraßen in geschlossenen Siedlungen ist baulich aufwändig, also teuer, aber sie hat viele Vorteile. Neben mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer eröffnen die Umbaumaßnahmen auch städtebauliche Gestaltungsmöglichkeiten. Die Zusammenarbeit mit unseren Städten und Gemeinden funktioniert nicht nur in der Frage der Kostenteilung bestens.“
Das Mehrjahresprogramm der Region Hannover sieht auch neue Radwege entlang der Kreisstraßen vor. „Wir wollen den Radverkehr als äußerst effiziente und umweltfreundliche Art der Fortbewegung fördern, das Wegenetz für Alltag und Freizeit wird weiter ausgebaut“, kündigt der Verkehrsdezernent an. Wichtigstes Kriterium, warum eine neue Verbindung in die Radwegeplanung der Region Hannover aufgenommen werde, sei aber die größtmögliche Sicherheit der „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer.
Kreisstraßen (Kürzel „K“) gehören als dritte Gruppe zu den klassifizierten Straßen in Deutschland. Gemeinsam mit den Bundes- und Landesstraßen bilden sie das für den überörtlichen Verkehr vorgesehen Straßennetz. Kreisstraßen schließen die Lücken des Netzes aus Bundes- und Landesstraßen und ergänzen es überall da, wo keine „B“- oder „L“-Straßen mit ihren größeren Querschnitten zur Bewältigung des bundes- oder landesweiten Verkehrs notwendig sind und der Verkehr nicht durch eine Gemeindestraße aufgenommen werden kann. Für diese Zuordnung gibt es gesetzlich fixierte Kriterien.
Die Region Hannover ist in ihrem Bereich als so genannte Baulastträgerin für 620 Kilometer Kreisstraßen verantwortlich, die von zurzeit 340 Kilometer Radwegen „begleitet“ werden. Neben den Straßen und Wegen ist die Region als Eigentümerin auch verantwortlich für 130 Brücken, Tröge und Stützwände, dazu kommen 500 kleinere Durchlässe, 155 Ampelanlagen, rund 60.000 Straßenbäume, 20.000 Leitpfosten sowie 16.000 Verkehrszeichen.