Moorgeest: Langsam drängt die Zeit

Machten sich ein Bild vom Stand des Projekts Hannoversche Moorgeest: Die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg und der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Martin Bäumler. Foto: A. Wiese

CDU-Landtagspolitiker sind angetan vom Projekt, „doch Bewertung dauert zu lange“

Resse (awi). Einen Eindruck vom Stand des Projekts Hannoversche Moorgeest verschafften sich am Donnerstag die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg und der umweltpolitische Sprecher der CDU im Landtag, Martin Bäumler. Ihr Fazit nach Gesprächen mit Vertretern des Beirates und später der Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung: Das Projekt ist wichtig und bis hierher gut durchorganisiert. Doch jetzt darf sich die Bewertung der Grundstücke nicht weiter verzögern. Landwirtschaftskammer und die drei zuständigen Finanzämter sind dran. Doch unter der Prämisse, dass in spätestens neun Jahren 2023 das gesamte Projekt der Wiederver-nässung abgeschlossen sein muss, und die Wertermittlung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist, danach aber noch rund 1.100 Eigentümer entscheiden müssen, ob sie ihre Flächen verkaufen, tauschen oder behalten und sich entsprechend entschädigen lassen, brennt jetzt langsam die Zeit unter den Nägeln. „Wir haben als Politiker eindeutig den Auftrag mitgenommen, uns für eine Beschleunigung des Verfahrens einzusetzen. In welcher Form wir das tun, müssen wir jetzt überlegen. Ich denke, wir werden das zuständige Ministerium anschreiben und auch eine Anfrage im Landtag stellen“, sagte Martin Bäumler, der sich „von dem Projekt sehr angetan“ zeigte. Er nehme sich beileibe nicht für alle seine Landtagsfraktionskollegen soviel Zeit, betonte er, doch für dieses Projekt habe er etwas Luft in seinem Terminkalender in den Herbstferien gerne genutzt. Er und Editha Lorberg seien vor elf Jahren zeitgleich in den niedersächsischen Landtag gewählt worden und hätten immer gut zusammengearbeitet. Daher sei er ihrer Einladung, sich mit ihr gemeinsam mit den Vertretern von Beirat und Teilnehmergemeinschaft zu treffen, gerne nachgekommen. Das Projekt Hannoversche Moorgeest sei ein Beispiel für das, was zukünftig sein könne. Hier sei es beispielhaft gelungen, verschiedene Interessen unter einen Hut zu bekommen. Die Moore seien ein sehr wichtiger Beitrag für den Naturschutz und in der Hannoverschen Moorgeest gebe es die bes-ten Moore in Deutschland, vielleicht sogar in Europa. „Daher ist es sinnvoll, gerade hier zu de-
monstrieren, wie die öffentliche Hand zusammen mit den Eigentümern das Moor retten kann“, betonte Bäumler. Er begrüße, wie eng alle Interessenvertreter dabei eingebunden würden. Auch bei den Gesprächen in Resse mit den Landtagspolitikern seien zum Beispiel Dr. Reinhard Löhmer und Dr. Uphues von den Naturschutzverbänden dabei gewesen. Gut fänden sie auch, betonten Lorberg und Bäumler, dass die Eigentümer signalisiert hätten, dass sie die von den unabhängigen Gutachtern ermittelten Werte ihrer Flächen akzeptieren würden. Um das Verfahren zu beschleunigen, sei jetzt unter anderem geplant, einen Sprecher der drei zuständigen Finanzämter Hannover, Nienburg und Burgdorf zu benennen, um neben der Landwirtschaftskammer nur einen Ansprechpartner für die Finanzämter zu haben, erklärten Bäumler und Lorberg.