Moorgeest: Nachbesserung unumgänglich

Landwirt Heinrich Nädler (v. l.), Staatssekretär in Niedersächsischen Umweltministerim Dr. Stephan Birkner und der Vetreter der Forstwirtschaft, Jörg Hagemann. (Foto: G. Gosewisch)

Staatssekretär Birkner empfiehlt fachliche Debatte in Berlin

Schlage-Ickhorst (gg). Zurückhaltung statt der Zustimmung wird vom Bundesamt für Umwelt auf Anfrage zum Projekt Moorgeest schriftlich formuliert. Diese Erfahrung brachte Professor Axel Priebs, Regionsrat und Umweltdezernent der Region Hannover, in der Podiumsdiskussion der FDP-Fraktion Wedemark unter der Leitung von Eric van der Vorm zum Ausdruck. Nach dem Abschluss der Planungsphase zum Erhalt der Moore rund um Resse wird das Naturschutzgroßprojekt nach wie vor getragen vom Einvernehmen der Politik und der Verwaltung, von den Vertretern der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft sowie der Umweltverbände, doch die Einbringung beim Bundesamt für die Bewilligung der Fördergelder in Höhe von rund zehn Millionen Euro führte zum vorläufigen Stopp. Es ist der ökologische Mehrwert, der mit Hinweis auf eine zu kleine Gesamtflächengröße, angezweifelt wird. Diesen zu belegen und in einer fachlichen Debatte im persönlichen Gespräch mit Engagement darzustellen, sei nun geboten, so der Rat von Dr. Stephan Birkner, Staatssekretär im Niedersächsischen Umweltministerium. Er versicherte: „Wir sehen den ökologischen Mehrwert als gegeben. Das Maß der Dinge ist das Einvernehmen untern den Beteiligten, dass die Basis der Projektausarbeitung ist. Wenn die Zustimmung der betroffenen Eigentümer gegeben ist, befürwortet das Land Niedersachsen dieses Projekt.“ Er bestätigte, dass das Land unter diesen Rahmenbedingungen auch den Finanzierungsanteil zusichert, der zusätzlich zu den Bundesmitteln nötig sein wird. Projektbefürworter Heinrich Nädler, Landwirt aus Osterwald, dazu: „Wenn es zu der Umsetzung des Projekts kommt, muss jeder einzelne Eigentümer entscheiden, ob und wie er sich einbringen kann und ob er seine Zustimmung zum Verkauf seiner Flächen im Moor gibt.“ Insgesamt seien über 900 Eigentümer betroffen. Die Umsetzung des Projekts erfordere einen Ablauf, der einem üblichen Flurbereinigungsverfahren entspricht, so sein Hinweis auf kritische Nachfragen von Eigentümern im Publikum. Ludwig Uphues und Dr. Reinhard Löhmer erklärten als Vertreter der Umweltverbände, dass sich die Frage des Werterhalts der Flächen, die jetzt schon unter Naturschutz liegen, für die Eigentümer nicht im monetären Sinn stellen kann. Die Realisierung des Projekts ermögliche eine Wiedervernässung der Moore und damit auch den Erhalt des Torfs. Eine weitere Austrocknung der Moore führe dagegen zum Schwund des Torfkörpers über natürliche Zersetzung und die betrage zwei Zentimeter pro Jahr. Das Bekenntnis zum gesamtwirtschaftlichen ökologischen Wert des Projekts Moorgeest wird auch von der Stadt Langenhagen getragen. Carsten Hettwer, Stadtbaurat in Langenhagen, erklärt: „Wir nehmen schon jetzt bei laufenden Verfahren Rücksicht auf ein mögliches Gelingen des Projekts Moorgeest. Das gilt auch für die Frage der Ausgleichsflächen im Rahmen des Ausbaus des Frachtflughafens.“