SPDFraktion in der Region Hannover    Neuorganisation des SGB II

Position der  SPDRegionsfraktion zu einer Grundsatzentscheidung über die künftige Organisationsform 
 

Präambel 
 
Mit der Zusammenlegung von Arbeitslosenund Sozialhilfe zum 1. Januar 2005 verfolgte die rot/grüne Bundesre
gierung ein Ziel: ein System von Beratung, Betreuung und materieller Absicherung zu schaffen, durch das jeder 
hilfebedürftige Mensch individuelle und passgenaue Hilfen erhält um seine Hilfebedürftigkeit zu überwinden und 
von staatlichen Transferleistungen unabhängig zu werden.  
 
Die SPDRegionsfraktion hat sich bereits seit September 2003 mit der Umsetzung der Zusammenführung der bei
den Systeme beschäftigt. Nach intensiven Beratungen und Diskussionen kamen Fraktion, Partei und Gruppenpart
ner zu der Überzeugung, die Ziele des Gesetzes und die Anliegen der Betroffenen am besten in einer Kooperation 
von Region und BA umsetzen zu können.  
 
In Kontinuität dieser Position haben wir uns stets für eine gemeinsame Aufgabenwahrnehmung stark gemacht. 
Ausschlaggebend dafür waren und sind die Bedarfe und Ansprüche von Arbeitslosen:  
 
Anlass 
 
Das  jetzt  abgeschlossene  Gesetzgebungsverfahren  sieht  vor,  maximal  weitere  41  Optionen  zuzulassen,  davon 
könnten  wahrscheinlich  3  bis  4  Genehmigungen  auf  Niedersachsen  entfallen.  Die  Region  Hannover  müsste  bis 
zum 31.12.2010 ihre Zulassung als Optionskommune beantragen. Für einen dahingehenden Beschluss der Regi
onsversammlung  ist eine 2/3 Mehrheit erforderlich. Eine Entscheidung sollte spätestens im September getroffen 
werden, da für die Antragstellung umfangreiche Vorarbeiten nötig sind. Im Genehmigungsfall würde die alleinige 
Aufgabenwahrnehmung zum 01.01.2012 wirksam werden. 
 
Laut Gesetz und Verordnung bestünde dann die Verpflichtung  
• zur dauerhaften Übernahme von mindestens 90 Prozent der Beschäftigten der Agentur für Arbeit, die seit 
mindestens 2 Jahren in der ARGE beschäftigt waren,  
• zum Aufbau einer überregionalen Arbeitsvermittlung, 
• zur bundeseinheitlichen Datenerhebung und Datenerfassung  
• sowie zum Abschluss von Zielvereinbarungen mit Bund/Land. 
 
Auch für die gemeinsame Aufgabenwahrnehmung in den Jobcentern müssten die Rahmenbedingungen neu defi
niert werden: 
 
• größere Eigenständigkeit für die jeweilige Geschäftsführung bei Personal und Organisation  
• einheitliche Personalvertretung mit eigenständigen Vertretungen für Auszubildende und Schwerbehinder
te  
• eigene Gleichstellungsbeauftragte 
• Zusammensetzung der Trägerversammlung (paritätisch aus Vertretern der Arbeitsagenturen und Kommu
nen/Stärkung des kommunalen Einflusses) 
• Beiräte (bisher freiwillig) werden verbindlich vorgegeben: Der Beirat berät das Jobcenter bei der Auswahl 
und Gestaltung der Eingliederungsmaßnahmen und –instrumente.  
 
 
 

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Gesetzliche Neuregelungen 
 
Steuerung  
Die Steuerung erfolgt über Zielvereinbarungen auf verschiedenen Ebenen.  
 
Zur Erreichung der Ziele nach dem SGB II schließen laut § 48 b Vereinbarungen ab: 
 
1. das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finan
zen mit der Bundesagentur, 
2. die Bundesagentur und die kommunalen Träger mit den Geschäftsführern der gemeinsamen Einrichtun
gen, 
3. das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit der zuständigen Landesbehörde 
4. die zuständige Landesbehörde mit den zugelassenen kommunalen Trägern in Orientierung an den Verein
barungen der Landesbehörde mit dem BMAS 
 
Die  Vereinbarungen  werden  nach  Beschlussfassung  des  Bundestages  über  das  jährliche  Haushaltsgesetz  abge
schlossen und umfassen insbesondere die Ziele der Verringerung der Hilfebedürftigkeit, Verbesserung der Integra
tion in Erwerbstätigkeit und Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug. 
 
Für den Abschluss der Vereinbarungen und die Prüfung der Zielerreichung sind Kennzahlen maßgeblich. Laut Ge
setz (§48a Absatz 2) wird das BMAS ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die für 
die Vergleiche erforderlichen Kennzahlen sowie das Verfahren zu deren Weiterentwicklung und die Form der Veröf
fentlichung festzulegen. 
 
• Koordinierung  über  verschiedene  Gremien:  Kooperationsausschuss  (  Bundesministerium  für  Arbeit  und 
Soziales und oberste Landesbehörde koordinieren hier die Umsetzung der Grundsicherung für Arbeit und 
Soziales auf Landesebene) und BundLänderAusschuss ( beobachtet und berät die zentralen Fragen bei 
der Umsetzung der Grundsicherung für Arbeitsuchende) 
 
Aufsicht 
 
Gemeinsame Aufgabenwahrnehmung: 
Für Bundesleistungen hat das Bundesministeriums für Arbeit und Soziales die Rechts und Fachaufsicht gegenüber 
der Bundesagentur für Arbeit  
Für kommunale Leistungen führt die Landesbehörde die Aufsicht über den kommunalen Träger. 
Im Aufgabenbereich der Trägerversammlung führt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Rechtsauf
sicht über die gemeinsame Einrichtung im Einvernehmen mit der zuständigen obersten Landesbehörde. 
 
Option: 
Die Aufsicht über die Optionskommunen liegt bei den zuständigen Landesbehörden. Bei  Aufgaben, die Options
kommunen an Stelle der Bundesagentur für Arbeit erfüllen, übt die Bundesregierung eine Rechtsaufsicht über die 
Länder aus. 
 
Finanzierung 
 
Träger  mit  gemeinsamer  Aufgabenwahrnehmung  und  Optionskommunen  sind  rechtlich  finanziell  gleichgestellt. 
Die Finanzierung der Aufgaben des SGB II ist im Gesetz und in den weitergehenden Verordnungen geregelt und 
die Lastenteilung zwischen Bund und Kommune festgeschrieben.  
 
Für  die  Optionskommunen  wird  eine  verschuldensunabhängige  Haftungsregelung  (umgekehrte  Beweislast)  ge
setzlich verankert  (§6b SGB II  neu). Der Bundesrechnungshof ist berechtigt,  die Leistungsgewährung zu prüfen. 
Mittel, die ohne Rechtsgrund vom Bund bezogen wurden, können vom BMAS zurückgefordert werden. Für den zu 
erstattenden Betrag werden Verzugszinsen fällig.  
 

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Abschätzung der Möglichkeiten und der Risiken 
 
Finanzen 
Bei Zulassung als Optionskommune bestehen für die Region finanzielle Risiken, die bisher nicht ausgeschlossen 
oder mit Kostenschätzungen hinterlegt werden können: 
 
• Personalkosten für ca.1500 zusätzliche Beschäftigte 
• Fortbildung der Beschäftigten 
• Umstellung der EDVInfrastruktur 
• Overhead Kosten bei Neuaufbau (Controlling, Personalmanagement...) 
• Übernahme von Ausstattungsgegenständen (Hardware, Büromöbel...) 
• Wegfall oder Reduzierung von Fördermitteln des Bundes 
 
Das größte Risiko stellen zusätzliche Kosten bei Deckelung der Finanzierung durch Bund oder Land sowie Mehr
kosten bei Verschlechterung der Arbeitsmarktlage, die nicht durch Bund oder Land ausgeglichen werden, dar. Die 
aktuelle Finanzsituation des Landes Niedersachsen lassen einen Ausgleich eher illusorisch erscheinen. 
 
Die Prüfung bei Optionskommunen obliegt wie bisher dem Bundesrechnungshof. Durch die neue gesetzliche Haf
tungsregelung kann das BMAS im Rahmen einer Finanzkontrolle von den Optionskommunen die Erstattung von 
Mitteln verlangen, die sie zu Lasten des Bundes ohne Rechtsgrund erbracht hat. Die Haftungsregelung gilt ver
schuldensunabhängig und ist nicht auf Fälle der Grobfahrlässigkeit oder der Vorsätzlichkeit beschränkt.  
 
Auch  bei  Mittelverschiebungen  (aktive  und  passive  Leistungen)  ohne  rechtliche  Grundlage  haftet  die  Options
kommune. Hierbei fallen Verzugszinsen in Höhe von 3% über dem Basissatz an.  
 
Steuerung 
 
Eine erfolgreiche Steuerung hängt von vielen Faktoren ab: 
• Bedingungen des regionalen und überregionalen Arbeitsmarktes 
• soziale und infrastrukturelle Rahmenbedingungen 
• wirtschafts und arbeitsmarktpolitische Entscheidungen vor Ort 
• vorhandene arbeitsmarktpolitische Instrumente 
• zielgruppenorientierter  Einsatz  von  Arbeitsgelegenheiten,  Maßnahmen  und  flankierenden  sozialen  Leis
tungen 
 
Optionskommunen sind an ein Zielvereinbarungssystem gebunden, haben aber keinen unmittelbaren Einfluss auf 
die Ausstattung mit Mitteln. Auch orientieren sich die Ziel und Controllingsysteme sowohl des Bundes als auch 
des Landes Niedersachsen bisher stark auf die Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Wie stark die Kommune 
eigene Zielvorstellungen einbringen kann ist zumindest fraglich und kann sich nur im Rahmen des Zielvereinba
rungssystems des Landes bewegen. 
 
Die Umsetzung von Vorgaben der kommunalen Politik oder die Fokussierung auf die Integration bestimmter Ziel
gruppen sind schwer möglich, wenn sich die Grundlagen dafür nicht in den Zielvereinbarungen wiederfinden. Eine 
tatsächliche Steuerung kann unseres Erachtens nur über den Einsatz eigener Mittel erfolgen. 
 
Gestaltungsspielraum 
 
Wie groß für die Kommunen als alleinige Träger  der tatsächliche Gestaltungsspielraum ist, kann nicht pauschal 
bewertet werden. Bisher boten sich sowohl in Optionskommunen als auch in gemeinsamen Einrichtungen Hand
lungsspielräume für regionale bzw. kommunale Eingliederungskonzepte, auch wenn diese Spielräume in der Regi
on Hannover nicht immer voll genutzt wurden. 
 
Die im SGB II gesetzlich verankerten Arbeitsmarktinstrumente und das Vergaberecht bleiben auch in Zukunft für 

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alle Organisationsformen verbindlich. Im Falle der Option würde die Region Hannover – zumindest in der öffentli
chen  Darstellung    trotz  beschränkter  Einflussmöglichkeiten  auf  die  gesetzlichen  Grundlagen  die  politische  Ver
antwortung für die Umsetzung des SGB II übernehmen 
 
Für eine erfolgreiche Eingliederung in Gesellschaft und Arbeit benötigt eine große Zielgruppe flankierende soziale 
Leistungen. Eine Ausweitung dieser Leistung wäre  mit  zusätzlichen Kosten verbunden  und bei der aktuellen Fi
nanzsituation  der  Region  kaum  noch  leistbar.  Dadurch  werden  die  Spielräume  zur  Gestaltung  einer  regionalen 
Arbeitsmarktpolitik auch bei eigener Verantwortung enger.  
 
Im Optionsfall wird bei Träger der Jugendhilfe und Weiterbildungsträger in der Region möglicherweise die Erwar
tung geweckt, bei der Vergabe von Maßnahmen stärker berücksichtigt zu werden. Solche Erwartungen müssten 
enttäuscht werden, da auch optierende Kommunen an das Vergaberecht gebunden sind. 
 
Praktische Umsetzung  
 
Die Eingliederung langzeitarbeitsloser Menschen in Arbeit und Gesellschaft erfordert Lösungen, die sich sowohl an 
den Problemen und Fähigkeiten der betroffenen Menschen als auch an den Arbeitsmöglichkeiten vor Ort orientie
ren. Bei der sozial flankierenden Betreuung hat die Region Hannover große Erfahrung und sicherlich auch zahlrei
che Erfolge zu verzeichnen. 
 
Entsprechend  den  im  Grundgesetz  geforderten  gleichen  Lebensbedingungen  für  alle  Deutschen,  muss  eine  Ar
beitsmarktpolitik  bundeseinheitliche  Standards  vorgeben.  Deshalb  sollte  die  Zuständigkeit  dafür  beim  Bund  lie
gen.  Die  gemeinsame  Aufgabenwahrnehmung  hat  sich  bewährt:  Optieren  bedeutet  auch  Regionalisierung  der 
Arbeitslosigkeit. Die größte Gefahr für die Betroffenen liegt aber darin, dass der Arbeitsmarkt sich faktisch auf
splittert: hier die Gruppe mit größeren Vermittlungschancen in den ersten Arbeitsmarkt in Zuständigkeit der Bun
desagentur, daneben die Gruppe der schwer vermittelbaren, in der Regel auch mit Problemen belasteten Gruppe 
in Zuständigkeit der optierenden Kommune. 
 
Gerade für die letztgenannte Gruppe sollten die Chancen auf Arbeit mit Zusammenlegung von Arbeitslosenund 
Sozialhilfe erhöht werden, ein Ziel, dass mit einer faktischen Trennung der Regelkreise SGB II und SGB III konterka
riert wird. Arbeitgeber werden ihren Bedarf zunächst über die Agenturen decken. 
 
In der Region beziehen zahlreiche Mensch Leistungen sowohl aus ALG I als auch aus ALG II. Auch wechselnde Le
benssituationen der Betroffenen sind relativ häufig und bewirken wechselnde Zuständigkeiten. Daher führt eine 
organisatorische Trennung der beiden Systeme durch Doppelstrukturen zu einem Mehraufwand an Bürokratie.  
 
Durch die Rückabwicklung der gemeinsamen Aufgabenwahrnehmung könnten ähnlich chaotische Zustände ent
stehen wie in der Aufbauphase der JobCenter in der Region. Nicht nur im EDV Bereich müssten Systeme neu auf
gebaut werden. Den kommunalen Beschäftigten wäre unter Umständen auch der Zugriff auf alte Beratungsproto
kolle und Vereinbarungen erschwert. 
 
Bewertung der Möglichkeit der Region als zugelassener kommunaler Träger  
 
1. Bundesweiter Arbeitsmarkt: 
 
Arbeitslosigkeit ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und nicht auf die Grenzen einer Gebietskörperschaft 
begrenzt. Der Arbeitsmarkt kennt keine kommunalen Grenzen und von Arbeitslosen wird eine hohe Flexibili
tät bezüglich des Arbeitsplatzes und des Wohnortes erwartet. Daher sind eine bundesweite Marktbeobach
tung und eine bundesweite Vermittlungskompetenz zwingend erforderlich. Hierzu ein paar Fakten: 
  
a) Optionskommunen haben keinen direkten Zugriff auf die Daten der BA und damit auf den überregionalen 
Arbeitsmarkt. 
 
b) Weiterhin gibt es keinen Zugriff auf die Arbeitsmarktprogramme der BA. 

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c) 15 %  25 % der Vermittlungen durch das Jobcenter sind außerhalb der Region vermittelt. 
 
d) qualifizierte Arbeitskräfte sind stärker auf Vermittlungen bundesweit angewiesen. 
 
e) Zum Wissenschaftsstandort Hannover: 
 
o Ein frisch fertiger Akademiker, der nicht bei seinen Eltern wohnt, kommt in den Regelkreis 
SGB II – wäre somit regional vermittelbar. 
 
o Ein Ebensolcher, der bei seinen Eltern lebt, wäre SGB III und hätte das bundesweite An
gebot der BA zur Verfügung 
 
2. Arbeitgeberservice 
 
Das  Jobcenter  arbeitet  mit  dem  Arbeitgeberservice  der  Agentur  für  Arbeit  zusammen  und  ergänzende 
Strukturen sind auf diesem Service aufgebaut. Diese Arbeit kann nur in guter Kooperation geleistet wer
den. Eine Trennung von der BA hätte mögliche Folgen: 
 
• Ein  eigenständiger  Arbeitgeberservice  stünde  in  direkter  Konkurrenz  zum  Angebot  der  BA,  die  ein 
überregionales Angebot bereit stellt. 
• Die Arbeit müsste neu organisiert werden. Dafür müsste Personal bereit gestellt werden. 
• Der Zugang zum Personalbereich könnte erschwert werden, da dass regionale Angebot kaum bekannt 
ist. 
• Die Vermittlungschancen der Langzeitarbeitslosen würden sich verschlechtern. 
 
3.  BA – Fortbildungen 
 
Die  Fortbildungen  der  BA  werden  durch  die  Mitarbeiter/innen  des  Jobcenters  genutzt.  Dies  war  ange
sichts der Fluktuation hilfreich. 
Um  weiterhin  entsprechend  Qualifikationen  anbieten  zu  können,  müsste  ein  eigenständiges  Angebot, 
eventuell in Abstimmung mit anderen Kommunen angeboten werden. 
 
4. Handlungsanweisungen der BA 
 
Behauptung: „Handlungsanweisungen der BA werden vielfach als ein Durchregieren aus Nürnberg gese
hen.“ 
Wir haben feststellen können, dass in der Praxis etwa 95% der Handlungsanweisungen als unproblema
tisch angesehen werden. 
Darüber hinaus werden die Handlungsanweisungen den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Sie spielen 
auf der Arbeitsebene kaum eine Rolle. 
 
Bei der hohen Fluktuation der Beschäftigten haben sich die Handlungsanweisungen als Orientierungshilfe 
erwiesen 
 
5.  Finanzrisiko 
 
a) Der Personalübergang würde die Region jedes Jahr mit Millionenbeträgen belasten. Unabhängig von 
der  genauen  Organisationsform  (eigenes  Dezernat,  Eigenbetrieb)  würde  eine  Ausweitung  des  Per
sonalbestandes auch in der Kernverwaltung zu erwarten sein. 
 
b) Durch  mögliche  Kürzungen  im  Bundeshaushalt  würden  auch  die  Optionskommunen  betroffen  sein. 
Sie  müssten  diese  Kürzungen  vor  Ort  konkret  umsetzen.  Alternativ  zur  Weitergabe  der  Kürzungen 
würde nur eine Aufstockung durch kommunale Mittel in Betracht kommen. 

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c) Die gestärkte Rolle des Landes würde für die Region Hannover unkalkulierbare finanzpolitische Risi
ken bedeuten. Dem Land Niedersachsen würde ein weiteres Druckmittel gegen die Region gegeben. 
 
Fazit 
 
Das  JobCenter  leistet  gute,  aber  dennoch  ausbaufähige  Arbeit.  Das  Zusammenspiel  der  Beschäftigten  unter
schiedlicher Behörden auf der Arbeitsebene funktioniert reibungslos, für die Differenzen in der Führungsebene 
gab es selbst auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen keine Parallelen im operativen Geschäft. 
 
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Arbeit des AK Qualifikation und der von der Fraktion seit 2008 getrage
nen Grundvoraussetzungen gibt es keine Gründe, die gemeinsame Arbeit zu kündigen. Eine Strukturänderung bei 
einer funktionierenden Organisation ist schwer nachvollziehbar.  
 
Den  Bedürfnissen  der  Langzeitarbeitslosen  wird  in  einer  gemeinsamen  Einrichtung  von  Kommune  und  BA  am 
besten entsprochen. Diese Position teilen wir mit dem DGB. Auch die Arbeitgeberverbände in der Region Hanno
ver stehen einer Option negativ gegenüber. 
 
Es ist unstrittig, dass es bis heute nur unzureichend gelungen ist, die Mehrzahl der Langzeitarbeitslosen in den 
Arbeitsmarkt  zu  integrieren  und  damit  ihre  Abhängigkeit  von  staatlichen  Transferleistungen  zu  beenden.  Die 
Hoffnung, allein durch eine Kommunalisierung der Aufgaben, die Zahl der Langzeitarbeitslosen in der Region dau
erhaft zu verringern und damit entsprechend auch die Kosten im Sozialetat zu senken, erscheint aber sehr illuso
risch  und  entspricht  auch  nicht  der  Wirklichkeit  der  bestehenden  Optionskommunen(  vgl.  Bericht  des  Bundes
rechnungshofes) 
 
Es darf nicht vergessen werden, dass bei der Vermittlung und Eingliederung vieler langzeitarbeitsloser Menschen 
flankierende  soziale  Leistungen  erforderlich  sind,  denn  vielen  Erwerbslosen  fehlen  nicht  nur  Arbeitsplatz 
und/oder Qualifikation, sondern auch ausreichende Kinderbetreuung sowie bessere Beratung und Unterstützung 
z.B. bei Überschuldung, psychosozialen und sonstigen gesundheitlichen Problemen. 
 
Das Ziel von Verwaltung und Politik in der Region Hannover liegt in der bestmöglichen Betreuung von Bedarfsge
meinschaften,  Langzeitarbeitslosen  und  arbeitslosen  Jugendlichen,  der  Verringerung  und  Verhinderung  von  Ar
beitslosigkeit und der beruflichen  Eingliederung und Wiedereingliederung. Dazu müssen –  unabhängig von der 
Organisationsform  –  die  vorhandenen  arbeitsmarktpolitischen  Instrumente  in  der  Region  Hannover  stärker  ge
nutzt und die flankierenden sozialen Maßnahmen optimiert werden. 
 
Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Bündelung aller fachlichen Kompetenzen und Ressourcen in der Region Han
nover notwendig. Eine gemeinsame Aufgabenwahrnehmung erscheint deshalb sinnvoller, als auf die Agentur für 
Arbeit als kompetente Partnerin zu verzichten.  
 
Wir lehnen aus arbeitsmarkt, sozial und finanzpolitischen Erwägungen das Optionsmodell für die Region Hanno
ver ab.