Stürmische Grundsteinlegung für MoorIZ

Wedemarks Bürgermeister Tjark Bartels, Regionsumweltdezernent Axel Priebs, Regionsfinanzdezernentin Barbara Thiel und Architekt Roger Ahrens haben gestern Morgen gemeinsamm eine Kassette mit Zeitungen, Münzen und Bauplänen für das Moorinformationszentrum (Foto: A. Wiese)
 

Neues Moorinformationszentrum in Resse soll bereits im Sommer fertig sein

Resse (awi). „Hätten wir noch ein wenig gewartet, hätten wir fast schon Richtfest feiern können“, scherzte Regionsumweltdezernent Axel Priebs gestern Vormittag bei der offiziellen Grundsteinlegung für das neuen Moorinformationszentrum in Resse. Gemeinsam mit seiner für die Finanzen zuständigen Kollegin Barbara Thiel, Wedemarks Bürgermeister Tjark Bartels und Architekt Roger Ahrens bestückte Priebs vor zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung und dem Ort Resse die obligatorische Kassette, die anschließend im Fundament versenkt und eingemauert wurde.
Schon im Sommer soll das Gebäude bezugsfertig sein, das auch „als Anlaufstelle und Symbol für die Hannoversche Moorgeest“ gedacht sei. Priebs begrüßte die zahlreichen Gäste, besonders die SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks als „Sahnehäubchen“ dieses Zeremoniells, Bürgermeister Tjark Bartels, Ortsbürgermeister Jörg Woldenga, Jochen Pardey vom Verein Bürger für Resse und die Mandatsträger aus Regionsversammlung, Gemeinde- und Ortsrat sowie die ehrenamtlichen Vertreter der Naturschutzverbände. Das MoorIZ sei das Produkt einer sehr guten Zusammenarbeit sowohl mit der Gemeinde, die das fertige Produkt übernehmen werde, als auch mit dem Verein Bürger für Resse, der den Betrieb 30 Stunden in der Woche gewährleis-ten wolle. In Resse habe man den idealen Standort für das Moorinformationszentrum gefunden, umringt von den fünf wichtigsten Mooren in der Region. Zudem komme der Gemeinsinn, der in diesem Dorf herrsche, dem Projekt zugute. Das MoorIZ, so Priebs, solle die Wichtigkeit des Moores unterstreichen und unterstreichen, was die Region mit dem Projekt Hannoversche Moorgeest unterstreichen wolle. Auf Nachfrage von Bürgermeister Bartels nach dem Stand der Hannoverschen Moorgeest, taktierte Priebs vorsichtig: Die Kuh sei noch nicht vom Eis, aber auf einem guten Weg. Von allen Seiten werde an ihr gezogen und geschoben, hoffentlich in die richtige Richtung. Priebs setzte auf Gespräche des Bundesministeriums in Berlin und zeigte sich vorsichtig optimis-tisch. Mit der geplanten Wiedervernässung sei beabsichtigt, zu erreichen, dass das Wasser wieder im Moor gehalten werde. Im geplanten Gebiet sei von den Landwirten sehr vorsichtig gewirtschaftet worden, so dass die Chancen gut ständen, die Moore mit dem Naturschutzgroßprojekt wieder in ihren Originalzustand zu versetzen. Im benachbarten MoorIZ solle auch mit Hilfe modernster Ausstellungstechniken sichtbar werden, warum Moore so wichtig seien, betonte Priebs. Zudem werde es guter Anlaufpunkt für Naherholung und Tourismus sein. „Die Leute sollen nicht ziellos im Moor herumirren. Es wird feste Routen, Aussichtstürme und Exkursionen geben“, kündigte der Umweltdezernent an. Finanzdezernentin Barbara Thiel stellte heraus, dass das Projekt „ohne Menschen, die sich einbringen“ ebensowenig hätte verwirklicht werden können wie ohne die finanziellen Mittel von Bund und Land. 30 Millionen Euro Investitionspauschale habe die Region 2009 von Bund und Land erhalten und noch zehn Millionen Euro oben drauf gepackt. 950.000 Euro davon seien für das MoorIZ bewilligt worden. Der Neubau an der Ecke Martin-Luther-Straße folge dem alten Landesstraßenverlauf und werde vom Erscheinungsbild an die Scheunentypologie des Ortes angepasst und in den Materialien möglichst natürlich gehalten. Eine reine Passivhausbauweise habe leider aufgrund der temporären Nutzung nicht umgesetzt werden können. Dennoch werde das MoorIZ einen hohen energetischen Standard haben. Ausdrücklich bedankte sich Barbara Thiel bei den Architekten Roger Ahrens und Gesche Grabenhorst für die gute Zusammenarbeit.
Bürgermeister Tjark Bartels freute sich über das „Regionsareal mitten in der Wedemark“ und betonte mit einem Blick auf das stürmische und regnerische Wetter gestern bei der Grundsteinlegung, er sei bei den aktuellen Bauprojekten in der Wedemark froh, wenn es keine Minusgrade gebe, die den Baufortschritt behinderten. Er dankte allen Projektbeteiligten, besonders dem Verein Bürger für Resse: „Dessen Engagement hat es gerissen!“ Allein hätte die Gemeinde das MoorIZ nicht betreiben und das Personal dafür stellen können.