Tagung „Moor und Klima“ in Hannover

Mehr als 200 Gäste diskutierten neueste Erkenntnisse zu Moorschutz

Region. „Als eines der moorreichsten Bundesländer hat Niedersachsen eine besondere Verantwortung, die Moore zu erhalten“, sagte Stefan Wenzel, der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, zu Beginn der Veranstaltung „Moor und Klima“ in Hannover. „Degenerierte und falsch bewirtschaftete Moor tragen in erheblichem Maße zu den Treibhausgasemissionen des Landes Niedersachsen bei. Die aktuellen Starkregen- und Hochwasserereignisse zeigen, dass Klimaschutz eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben Niedersachsens ist. Die Landesregierung hat daher gleich nach der Amtsübernahme damit begonnen, eine Klimastrategie für Niedersachsen zu entwickeln.“ Christian Meyer, niedersächsischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, erklärte: „Niedersachsen nimmt als Moorland Nummer eins künftig eine Vorreiterrolle ein: Zur Stärkung des Klima- und Naturschutzes werden wir alle 22.000 Hektar Vorranggebiete Rohstoffgewinnung für die Rohstoffart Torf aus dem Landesraumordnungsprogramm streichen. Dazu sollen geeignete Moorflächen künftig als natürlicher CO2-Speicher geschützt werden. Wir wollen die Alternativen zu Torf im Gartenbau deutlich stärken. Die landwirtschaftliche Nutzung soll so weit wie möglich mit den Zielen des Klimaschutzes in Einklang gebracht werden.“ Die Änderung des Landesraumordnungsprogramms soll nach derzeitigem Stand 2014 in Kraft treten. Die Entwässerung, Nutzung und Zerstörung von Mooren trägt zurzeit mit zwölf Prozent zu den jährlichen Treibhausgasemissionen in Niedersachsen bei. Prof. Dr. Beate Jessel, die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) stellte die Bedeutung des Moorschutzes aus Bundessicht dar: „Moore erbringen in der Landschaft eine Reihe wichtiger ökologischer Leistungen: Sie tragen als wertvolle Lebensräume zum Schutz der biologischen Vielfalt bei und sind für den Klimaschutz von wesentlicher Bedeutung, sie halten Wasser in der Landschaft zurück und beeinflussen das Lokalklima. Obwohl Moore bei uns in Deutschland nur 4 Prozent der Landfläche bedecken, ist davon auszugehen, dass in ihnen ebenso viel Kohlenstoff festgelegt ist wie in unseren Wäldern. Ziel von Moorrevitalisierungen sollte es sein, Synergien zu erschließen und diese vielfältigen Leistungen zu optimieren. Ich freue mich daher, dass die heutige Tagung ein wichtiges Signal dafür setzt, dass Moorschutz eine echte Querschnittsaufgabe ist, die die Zusammenarbeit verschiedener Sektoren und Zuständigkeitsbereiche erfordert.“ Der Einladung zu der ganztägigen gemeinsamen Veranstaltung des Umwelt- und des Agrarministeriums folgten mehr als 200 Gäste ins Alte Rathaus, um über die Moorschutzpläne der Landesregierung zu diskutieren. Experten stellten auf der Tagung die neuesten Erkenntnisse zum Moorschutz sowie zur Moornutzung vor. In verschiedenen Workshops sollten Handlungsempfehlungen erarbeitet werden.