Weltsensation in Hannover

Das fünfte Elefantenbaby im Zoo Hannover in 2010.

Rüssel-Rasselbande komplett

Region. Die wohl niedlichste Sensation der Welt: 132 Kilo schwer und 99 Zentimeter groß, die Augen sind noch etwas verquollen, die vier stämmigen Beine wackelig, der kurze Rüssel hängt störrisch im Weg. Am 9. Dezember kam in Hannover das fünfte Elefantenbaby in 2010 zur Welt. Fünf Asiatische Elefantenbabys in einem Zoo in einem Kalenderjahr gab es nach Zoorecherchen weltweit noch nie! „Wir sind überglücklich, dass auch das fünfte Baby gesund zur Welt gekommen ist“, freut sich Zoodirektor Klaus-Michael Machens, „jetzt ist die Rüssel-Rasselbande in Hannover komplett. Wir sind gespannt, was die fünf im Dschungelpalast alles anstellen werden!“
Die kleine Rüssel-Sensation brachte Elefantendame Khaing Hnin Hnin nach 664 Tagen morgens um 3.30 Uhr zur Welt. Wochenlang hielten Mutter und Tochter die Tierpfleger und Tierärztinnen in Atem: Der Progesteronwert in Khaing Hnin Hnins Blut fuhr regelrecht Achterbahn. Anfang November lag der Wert bereits bei 0,3 ng/ml, eigentlich ein deutliches Zeichen, dass die Geburt kurz bevorsteht. Die Tierpfleger und Tierärzte richteten sich zur Nachtwache im Stall ein, alles wartete gespannt auf die Geburt. Khaing Hnin Hnin ließ das jedoch völlig kalt. Am nächsten Tag stieg der Hormonwert auf 0,7 ng/ml an und das Warten ging weiter.
Donnerstagnacht begann die Geburt schließlich gegen 3 Uhr und schon eine halbe Stunde später war das Baby da. Für Elefantenkuh Khaing Hnin Hnin ist es bereits das vierte Kind. Die erfahrene Mutter brachte ihr Baby ganz allein auf die Welt, die Tierpfleger brauchten nicht einzugreifen. Khaing Hnin Hnin befreite ihr Baby aus der Eihülle und half ihm beim Aufstehen. Nach zehn Stunden trank das Elefantenbaby zum ersten Mal, und endlich fiel die Anspannung vom Geburtsteam ab. Jetzt konnte gefeiert werden: Fünf gesunde Elefantenbabys in einem Jahr!
Seit Ende April hatten die Tierpfleger und Tierärztinnen bei den werdenden Müttern gewacht und dabei so manche schlaflose Nacht in Kauf genommen. „Wir sind erleichtert, sehr, sehr glücklich und riesig stolz auf unsere Elefantendamen und unser Team“, so Elefantenpfleger und Revierleiter Jürgen Kruse. „Für die Elefantenpfleger geht die Arbeit jetzt natürlich erst richtig los – sie müssen die Rasselbande irgendwie im Auge behalten und die fünf sind ganz schön quirlig“, schmunzelt Zoodirektor Machens.
Die vier „älteren“ Elefantenbabys sind in den nächsten Tagen je nach Wetterlage stundenweise im Dschungelpalast zu sehen. „Die Kleinen lieben den Schnee. Aber wir müssen bei dieser Witterung einfach sehr vorsichtig sein, damit sich die Babys nicht erkälten“, erklärt Kruse. Wann auch das Neugeborene das Außengehege erkunden kann, hängt vom Wetter der nächsten Tage ab.