Wichtiger 6:2-Heimerfolg der Hannover Scorpions gegen die Haie

Hannover, 1.10.10. Die Hannover Scorpions haben trotz aller Querelen abseits des Eises eine sportlich erstklassige Leistung abgerufen. Gegen die Kölner Haie siegte das Team von Trainer Toni Krinner mit 6:2 (2:1, 2:0, 2:1). Vor 3.316 Zuschauern in der heimischen TUI Arena trafen Chris Herperger (2), Klaus Kathan (3) und Niki Mondt für den amtierenden Deutschen Meister.
Einige Veränderungen im Vergleich zur Heimniederlage gegen München musste das Trainergespann Toni Krinner & Christian Künast vornehmen. Für den unter der Woche nach Mannheim gewechselten Niki Goc übernahm Peter Baumgartner die Position in der Verteidigung an der Seite von Patrick Köppchen, Dany Reiss rückte als siebter Verteidiger zurück von der Tribüne ins LineUp. Das Tor der Hausherren hütete zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an Youri Ziffzer, der den mit Kopfschmerzen pausierenden Travis Scott vertrat, auf der Ersatzbank nahm Lukas Steinhauer bei den Gastgebern Platz. Weiterhin nicht mit von der Partie waren die Langzeitverletzten Tino Boos (Reha nach Schambeim-OP) sowie Ben Cottreau (Gehirnerschütterung), der am heutigen Freitag nach Toronto in seine Heimat flog um sich von einem Spezialisten untersuchen zu lassen.
Anders als in den letzten Spielen wurden die Scorpions in den Anfangsminuten in die eigene Defensive gedrängt, Chancen konnten sich in erster Linie die Haie aus Köln erspielen und fast folgerichtig gingen die Gäste nach gut vier gespielten Minuten auch in Führung. Mit einem Schlagschuss in den Winkel konnte Christoph Ullmann Youri Ziffzer überwinden und seine Farben mit 0:1 in Front bringen. Auch in der Folgezeit taten sich die Hausherren schwer, erst als in Person von Ivan Ciernik ein Rheinländer auf die Strafbank musste, wurde es besser. Sofort übernahm die erste Sturmformation der Scorpions das Zepter und traf prompt zum 1:1. Der Treffer von Chris Herperger war allerdings kein klassisches Powerplay-Tor, sondern vielmehr das Ergebnis einer tollen Kombination über Matt Dzieduszycki, der die Scheibe einem Kölner abnahm, der sie gerade aus dem Drittel schießen wollte, und Adam Mitchell, der schließlich für Chris Herperger auflegte. Zwar tänzelte die Hartgummischeibe noch gegen den linken Pfosten, von dort entschied sie sich aber ins Tor zu kullern und sorgte damit erstmals für großen Jubel in der TUI Arena. Durch das Tor gewannen die Gastgeber an Selbstbewusstsein und kamen besser in die Partie, knapp drei Minuten vor Drittelende wurde die fortan mutigere Spielweise dann auch belohnt. Nach Verwirrung vor dem Tor von Neuzugang Wade Dubielewicz bediente Thomas Dolak Klaus Kathan, der mit einem Schlagschuss ins linke obere Eck eines halbleeren Tores für die 2:1-Drittelpausenführung des Deutschen Meisters sorgte.
Im zweiten Abschnitt spielte dann über weite Strecken nur ein Team. Die Gastgeber hatten Puck und Gegner gut im Griff und einen Klaus Kathan in bester Verfassung. Als nach einer Strafe gegen Mika Card noch genau zwei Sekunden auf der Uhr standen und Card schon bereit stand aufs Eis zurück zu kommen, traf erneut Kathan mit einem tollen Schuss nach Vorarbeit von Tore Vikingstad zum 3:1. Der Jubel in der TUI Arena war noch nicht verhallt, da Schlug es erneut hinter einem fast bemitleidenswerten Wade Dubielewicz ein. Sachar Blank hatte die Scheibe zu Niki Mondt gespielt, der machte aus vermeintlich bester Schussposition noch einen Schlenker um dann dennoch perfekt ins lange Eck zum 4:1 zu treffen. Eine Vorentscheidung durch den Doppelschlag binnen von 18 Sekunden war Gefallen. Hannover spielte das Drittel konzentriert zu Ende und hatte in den wenigen brenzligen Situationen in Person von Youri Ziffzer einen sicheren Rückhalt, sodass mit einem Drei-Tore-Vorsprung zum zweiten und letzten Mal an diesem Abend die Seiten gewechselt wurden.
Im letzten Drittel dann dasselbe Bild wie in Abschnitt zwei. Hannover dominierte die Gäste nach belieben und traf in Person von Chris Herperger, der damit zwei Tore an diesem Abend erzielen konnte, und Klaus Kathan, der mit drei Treffern überragender Akteur bei den Scorpions war, noch zwei weitere Male, die Gäste konnten durch Jason Jaspers noch ein zweites Mal einnetzen, sodass die Partie mit 6:2 für die Scorpions zu Ende ging. Bitter: Matt Dzieduszycki musste einen Sprint abbrechen und danach verletzt vom Eis. Erstaunlich: Der Torjubel von Klaus Kathan und Thomas Dolak nach dem 6:2 erinnerte fast an eine verabredete Performance und zeigte wohl am Deutlichsten, mit wie viel Freude alle Scorpions-Akteure trotz der Querelen am heutigen Abend zu Werke gingen und dafür auch belohnt wurden.
Hannover Scorpions – Kölner Haie 6:2 (2:1, 2:0, 2:1)
Tore: 0:1 Ullmann (Pettinger, Ankert - 04:26 Min.), 1:1 Herperger (Dzieduszycki, Mitchell - 08:59 Min. - PP1), 2:1 Kathan (Dolak, Vikingstad - 17:32 Min.), 3:1 Kathan (Vikingstad, S. Goc - 32:29 Min. - PP1), 4:1 Mondt (Blank, Wolf - 32:47 Min.), 5:1 Herperger (Mitchell, Dzieduszycki - 40:26 Min.), 5:2 Jaspers (Gogulla - 43:43 Min.), 6:2 Kathan (Dolak, Vikingstad - 57:04 Min.)
Strafen: Hannover 6, Köln 8, Schiedsrichter: Georg Jablukov, Zuschauer: 3.316