Y-Trasse: Neue Belastungen durch ineffektives Projekt?

Grüne skeptisch gegenüber neuen Schienenplänen

Region. „Wir wollen für den Klimaschutz mehr Schienengüterverkehr und brauchen dafür auch eine bessere Infrastruktur“, betont Brigitte Nieße, Sprecherin der grünen Regionsfraktion für Regionalplanung. Für sie seien die neuen Belastungen jedoch nur zu rechtfertigen, wenn sowohl der Nutzen für den Schienenverkehr als auch der Schutz von Mensch und Natur optimal gewährleistet wird. Im Gegenzug erwarteten die Grünen eine Entlastung beim Straßengüterverkehr. „Diese entscheidenden Voraussetzungen sind bei der erweiterten Y-Trasse zumindest fraglich“, so Nieße. So habe ein Gutachten im Auftrag des Umweltbundesamtes noch im August festgestellt, dass die Y-Trasse selbst mit den neuen Überlegungen zu einem Anschluss durch Burgwedel und Burgdorf an das Gleis nach Lehrte „ineffektiv“ sei.
Hintergrund: Nach Presseberichten plant die Deutsche Bahn eine neue Güterumfahrung zwischen Kleinburgwedel und Otze, um die Y-Trasse mit den Gleisen in Richtung Lehrte zu verknüpfen. Das Fazit der Studie „Schienennetz 2025/2030 - Ausbaukonzeption für einen leistungsfähigen Schienengüterverkehr in Deutschland“, erstellt durch die KCW GmbH im Auftrag des Umweltbundesamtes lautet: „Die YTrasse ist eine ''Idee der späten 1980er Jahre'', die zwanzig Jahre später den heutigen und vor allem künftigen An­forderungen an den Schienenverkehr im Hinterland der norddeutschen Seehäfen nicht genügen kann. Darüber hinaus würde der neuralgische Knoten Hannover weiter ver­stopfen, der allein durch den absehbaren Anstieg der Verkehrsmengen aus/zu den ARA-Häfen (vor allem Rotterdam) in Ost-West- Richtung stärker beansprucht wird. Wird die YTrasse auf die Belange des Güterverkehrs hin umgeplant, kostet das Vorhaben wahrscheinlich vier Milliarden Euro, die Inbetriebnahme läge nicht vor 2030. Setzen die Wachstumsraten des Contai­nerumschlags in den Seehäfen nach der Krise wieder auf annähernd altem Ni­veau ein, deckt die Kapazität der YTras­se ebenfalls nicht den verkehrlichen Be­darf. Kurz gesagt gilt: Sie ist ineffektiv, zu teuer und käme überdies mindestens zehn Jahre zu spät.“