Aktion „Torffrei gärtnern“ im MOORiZ

Diverse Veranstaltungen vom Kompostmarkt bis Vortrag

Resse. Das Mooriz und die Gemeinde Wedemark starten mit Unterstützung von aha, NVL (Naturkundliche Vereinigung Langenhagen), NABU Wedemark und dem BUND in diesem Frühjahr das Projekt „Torffrei gärtnern“.
Die Termine: 1. April aha-Kompostmarkt, 14 bis18 Uhr, Mellendorf (hinter der Jugendhalle); 2. April Vortrags-Auftaktveranstaltung im MOORiZ, 19 Uhr, Eintritt frei. Themen: Gärtnern ohne Torf? – Möglichkeiten und Grenzen (Prof. Dr. Heike Bohne, Leibniz Universität Hannover); Klimaschutz vor unserer Tür – Kohlenstoff im Naturkreislauf (Werner Kirschning, Naturkundliche Vereinigung Langenhagen); „Terra preta“ – Neue Wege zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit (Dr. Mona Gharib, BUND Hannover).
10.April Erdenmarkt am Mooriz, 14 bis 18 Uhr (Parkplatz Martin-Luther-Straße hinter dem Mooriz).
Bis Ende April ist eine Ausstellung zum Thema im Mooriz zu besichtigen.
Jährlich werden in Deutschland etwa zehn Millionen Kubikmeter Torf verarbeitet, zwei Millionen davon von Hobbygärtnern (BUND). Um den Bedarf an Billigblumenerde zu befriedigen, werden inzwischen bereits die osteuropäischen Moore abgebaut. Die Moore in Estland, Lettland und Litauen zählen zu den größten und kostbarsten Hochmooren Europas. Die Naturschutzorganisationen NABU, BUND und NVL setzen sich dafür ein, die letzten Moore Europas zu erhalten. Vor unserer Haustür unterstützen sie das LIFE+ Projekt „Hannoversche Moorgeest“, mit dem erreicht werden soll, dass die Entwässerung der Moore gestoppt wird und sie wieder wachsen können. Warum sollen Moore erhalten werden?
Moore sind seltene Lebensräume geworden. Mit dem Abbau von Torf verschwinden Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten wie das Birkhuhn oder der Sonnentau. Es dauert 1.000 Jahre, bis ein Meter Torf gewachsen ist, das heißt ein gesundes Moor wächst nur circa einen Millimeter pro Jahr. Moore speichern aber auch das Klimagas Kohlendioxid. Allein in Deutschland setzt die Torfgewinnung jährlich rund zwei Millionen Tonnen CO2 frei. Moorschutz ist daher auch Klimaschutz.
NABU, BUND und NVL raten vom Kauf torfhaltiger Blumenerde ab. Denn es gibt durchaus Alternativen für Hobbygärtner. aAha (Abfallentsorgungsgesellschaft Region Hannover) hat sich mit diesem Problem auseinander gesetzt und bietet inzwischen auch torffreie Erde für den Hobbygärtner an, für die der Kompost verwendet wird, der aus den Bioabfällen der BürgerInnen produziert wird.
Der NABU hat die Aktion „Torffrei gärtnern“ ursprünglich ins Leben gerufen und ruft die Bevölkerung bundesweit dazu auf, nur noch Blumenerde und regionalen Kompost zu verwenden. Mehr als 40 Gemeinschaftsgarten-Projekte in ganz Deutschland machen bereits mit. Zurzeit steigt auch in der Region Hannover wieder die Nachfrage nach Blumenerde. Doch vielen Hobbygärtnern ist nicht bewusst, dass sich in den Plastiksäcken mit der Aufschrift „Erde“ größtenteils Torf befindet – der Stoff, aus dem die Moore bestehen. Das Mooriz ist mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, die Geschäftsstelle ist mittwochs bis freitags unter Telefon (0 51 31) 4 79 97 44 erreichbar. Der Eintritt ist frei. Informationen und Termine unter www.mooriz.de.