Prävention steht auch 2016 im Fokus

Fruchtbarer Gedankenaustausch zwischen SPD-Politikern und Mellendorfer Polizei: Die stellvertretende Bürgermeister Rebecca Schamber (von links), die Bundestagsabgeordnete Caren Marks, Bürgermeister Helge Zychlinski, Mellendorfs Kommissariatsleiter Klaus Waschkewitz, Kriminalermittlungsdienstleiter Kai-Uwe Bebensee, der Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Lars Wegener aus der Wedemark, Landtagsabgeordneter Marco Brunotte aus dem Nachbarwahlkreis Langenhagen sowie Einsatz- und Streifendienstleiter Peter

Politik und Paolizei in der Wedemark kooperieren bei diversen Projekten

Mellendorf (awi). Einbruchschutz, die Zusammenarbeit mit der Kommune bei Präventionsthemen sowie die Kooperation mit benachbarten Dienststellen, die Struktur des Mellendorfer Kommissariats, hier insbesondere die bedarfsorientierte Dienstverrichtung – all das waren Themen beim Gedankenaustausch von SPD-Politikern der verschiedensten Ebenen und der Führungscrew der Polizei Mellendorf am Mittwoch. Fazit unter dem Strich: Die Polizei in Mellendorf ist sehr gut aufgestellt, engagiert sich vorbildlich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie in der Nachwuchs- und Imagewerbung für die Polizei und arbeitet eng und effektiv mit der Gemeinde Wedemark zusammen.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin im Familienministerium, Caren Marks, wurde bei ihrem Besuch im Mellendorfer Kommissariat vom Landtagsabgeordneten des Nachbarwahlkreises Langenhagen, Marco Brunotte, dem Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Lars Wegener, der in der Wedemark wohnt, sowie Bürgermeister Helge Zychlinski und der stellvertretenden Bürgermeisterin und Gemeinderatsmitglied Rebecca Schamber begleitet. Kommissariatsleiter Klaus Waschkewitz beantwortete mit Unterstützung seiner Leiter Kriminalermittlungsdienst, Kai-Uwe Bebensee, und Einsatz- und Streifendienst, Peter Wengler, die Fragen der Politiker und fasste das Gespräch anschließend für die Presse zusammen. Sehr interessiert seien die Politiker am in Mellendorf praktizierten bedarfsorientierten Schichtdienstmodell gewesen, bei dem es eben keine starren Dienstschichten mehr gebe. Stattdessen könnten sich die Beamten mit Vorlauf für den nächsten Monat so in den Schichtplan eintragen, wie es ihren familiären Bedürfnissen entspreche. Dies sei insbesondere für Teilzeitkräfte sehr wichtig, von denen auch in Mellendorf mittlerweile etliche gebe. Zwei Koordinatoren sorgten dafür, dass immer alle Schichten ausgeglichen besetzt seien. Ein solches Modell könne in einer Dienststelle nur eingeführt werden, wenn alle ausnahmslos damit einverstanden seien, betonte Waschkewitz. Es sei aber durchaus geeignet, die Attraktivität des Polizeidienstes für junge Menschen zu erhöhen, insbesondere wenn man berücksichtige, dass mittlerweile der Frauenanteil bei Neueinstellungen bei 50 Prozent liege. Sie begrüße dieses bedarfsorientierte Modell der Dienstverrichtung sehr“, betonte Caren Marks und erkundigte sich, ob die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch bei Polizeibediensteten mittlerweile für die Pflege von Eltern in Anspruch genommen werde.
Auch diesen Hintergrund gebe es bereits, bestätigte Kommissariatsleiter Klaus Waschkewitz. Aber auch aus anderen Gründen sei das Modell der bedarfsgerechten Dienstverrichtung sehr beliebt. So biete es beispielsweise auch Leistungssportlern die Möglichkeit, ihre Dienstzeiten auf Training und Wettkämpfe abzustimmen. „Wir haben mit dem Modell bisher nur gute Erfahrungen gemacht“, betonte Waschkewitz.
Die Einsatzbelastung im Polizeidienst habe mit Sicherheit sehr zugenommen, so der Langenhagener SPD-Landtagsabgeordnete Marco Brunotte. Die Belastung durch Großeinsätze sei gestiegen. Zudem rolle eine Pensionierungswelle an. Brunotte wies daher darauf hin, das die niedersächsische Landesregierung bereits zum 1. April 2016 150 zusätzliche Anwärterstellen für den Polizeidienst bereitgestellt habe – zusätzlich zu den regulären 850 Anwärterstellen zum 1. August.
Die Nachwuchswerbung werde bei der Polizei sehr ernst genommen, führte auch Waschkewitz aus. So stelle die Mellendorfer Polizei regelmäßig Praktikumsplätze für Schulpraktika zur Verfügung, die immer früh vergeben seien, und biete darüberhinaus auch die Möglichkeit zu freiwilligen Prakika in den Ferien. Bei Berufsinformationsveranstaltungen werde über den Einstieg in den Polizeidienst informiert und auch, wenn spontan ein Interessent in der Dienststelle auftauche, nehme sich Kontaktbeamter Andreas Kremrich wenn irgend möglich die Zeit für eine Beratung. Kremrich sei überhaupt außerordentlich akiv, was Prävention und Imagewerbung für die Polizei beträfe, lobten auch seine Kollegen Kai-Uwe Bebensee und Peter Wengler. Zum hohen Bekanntheitsgrad in der Wedemark durch sein unermüdliches Engagement in Schulen und Kindergärten, aber auch im Seniorenbereich, komme das „berühmte Händchen für Kinder“.
Thema beim Gespräch zwischen Politik und Polizei waren selbstverständlich auch Flüchtlinge und die bevorstehende Belegung der ersten Sammelunterkunft in der Jugendhalle in Mellendorf. Es habe eine gemeinsame Begehung der Örtlichkeit mit der Polizei gegeben, so Bürgermeister Helge Zychlnski. Man stimme sich in allen Punkten ab, sei in engem Kontakt. Entscheidend sei aber vor allem dass es in der Wedemark absolut keine Auffälligkeiten durch Flüchtlinge gebe und vor allem keine Brennpunkte. Und das werde und solle auch so bleiben. Die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und Kommune betreffe jedoch wie bereits erwähnt nicht nur das Flüchtlingsthema, sondern vor allem auch den Einbruchschutz. Dazu werde es in diesem Jahr weitere gemeinsame Veranstaltungen geben, vor allem plane die Gemeinde bei den Informationsveranstaltungen für Bauherren in künftigen Baugebieten die Polizei und ihr Netzwerk „Sicher zu Hause“ früh ins Boot zu holen. Entscheidend sei, dass bereits beim Bau von Eigenheimen optimale Schutzvorrichtungen berücksichtigt würden. Das sei auf jeden Fall kostengünstiger als später nachzurüsten, womöglich noch, nachdem bereits die ersten ungebetenen Besucher dagewesen sein, sind sich Politik und Polizei einig.
Profitiert habe auch die Mellendorfer Dienststelle von dem durch die Landespolitik ermöglichten schnelleren Aufstieg, bestätigte Waschkewitz auf Nachfrage Brunottes. So hätten durch dieses Programm in Mellendorf zwei Kollegen zügig Hauptkommissar werden können.