Reichert und Backhaus Schulverbundssieger

Die vier Sieger des Schulverbundsentscheids, Sarah Reichert (v.l.), Christine Engel, Jessica Cichowski und Louisa Backhaus, freuen sich mit dem stellvertretenden Gemeindebürgermeister Helge Zychlinski. Foto: S. Birkner

Jugend debattiert: Berlinreise auch für Christine Engel und Jessica Cichowski

Mellendorf (sb). „Ich selbst habe zwar eine klare Position zum Thema der Debatte, ihr habt es aber geschafft, auch mich als abgedroschenen Politiker zum Nachdenken über mich selbst zu bringen“, lobte der stellvertretende Gemeindebürgermeister Helge Zychlinski anerkennend die acht Debattanten. Sie alle hatten am vergangenen Freitag am Schulverbundsentscheid von „Jugend debattiert“ teilgenommen. Seit inzwischen sieben Jahren hat es Tradition, dass Anfang Januar die besten Nachwuchsdebattanten der Wedemärker weiterführenden Schulen aufeinandertreffen. In der Mellendorfer Grundschulaula ermitteln sie dann Jahr für Jahr die besten Debattanten der Gemeinde. Der Wettbewerb war auch in diesem Jahr wieder in die beiden Wettbewerbsgruppen Sekundarstufe I und II aufgeteilt.
Die wedemarkinterne Gewinnerin der Sekundarstufe I heißt nach zähem Hin und Her Sarah Reichert und kommt vom Gymnasium. Sowohl mit Rhetorik als auch mit inhaltlichen Argumenten überzeugte sie die Jury, als es am Freitagmittag um die Frage ging, ob das Sitzenbleiben an Schulen generell abgeschafft werden sollte. Zweite Siegerin der Sekundarstufe I wurde Christine Engel, die ebenfalls vom Gymnasium stammt. Als Drittplatzierten kürte die Jury Simon Clausing vom Gymnasium; auf den gemeinsamen vierten Platz votierte das Gremium Annika Schmieta und Janna Backhaus von der Realschule sowie Nadine Habel und Viktoria Trigubenko von der Konrad-Adenauer-Schule. Bereits am 20. Dezember letzten Jahres hatten Louisa Backhaus als Siegerin und Jessica Cichowski als Zweitplatzierte die Konkurrenz der Sekundarstufe II für sich entschieden. Sie beide stammen ebenfalls vom Gymnasium. Die vier Erst- und Zweitplatzierten, die in diesem Jahr übrigens erstmals alle samt weiblich sind, qualifizierten sich mit ihren Platzierungen für die Teilnahme an einem dreitägigen Rhetorikseminar in Bad Nenndorf. Darüber hinaus haben sie die Ehre, den Wedemärker Schulverbund auf Landesebene in Gifhorn zu repräsentieren. Der Wettbewerb wird im März stattfinden. Dort besteht für sie die Chance, sich für den Bundesentscheid zu qualifizieren. Als besonderes Geschenk erhielten die vier Mädchen eine zweitägige Reise nach Berlin, die von der Bundestagsabgeordneten Caren Marks organisiert wird. Hans-Joachim Rödiger, der Organisator hauptverantwortlich für den Schulverbundsentscheid ist, zeigte sich wie schon im letzten Jahr zufrieden mit der hohen Zahl an Schülern, die in der Wedemark Jahr für Jahr an Jugend debattiert teilnehmen. „An den drei Schulen lernen insgesamt 300 Jugendliche, wie eine solche Debatte funktioniert“, berichtete er. Es sei für eine Demokratie wie die unsere existentiell, dass Kinder rhetorische Fähigkeiten erlernen und zu debattierfähigen Bürgern heranwachsen.
Das System des Wettbewerbs ist simpel: Jeweils vier Schüler, je zwei mit Pro- und zwei mit Contra-Argumenten zur Streitfrage, halten eine bis zu zwei Minuten lange Eröffnungsrede, auf die eine zwölfminütige freie Aussprache folgt. Hiernach hat jeder Kandidat noch eine Minute für ein persönliches Fazit der Debatte. Sie alle erhalten schließlich eine Rückmeldung zum Auftritt. Der bislang größte Wurf der Wedemärker Schulen gelang 2009 mit Marcel Bonkowski vom Gymnasium, der bester Debattant Niedersachsens wurde und im Bundesfinale in Berlin einen hervorragenden Platz erreichte. Als Jurymitglieder waren in diesem Jahr von Lehrerseite Anne Kilian, Anne Theel-Evers und Andrea Schlätel verantwortlich. Als Schülerjuroren bewies sich Anna Mroß. Für Marianne Kind und Marie-Christin Kümpers, die seit mehreren Jahren als Schülerinnen in der Jury aktiv waren, fand am Freitag abiturbedingt die letzte Veranstaltung statt. Mit kleinen Präsenten wurden sie dankend verabschiedet.