14-Jähriger von Bartels für Verhalten gelobt

Bürgermeister Tjark Bartels (rechts) sprach dem 14jährigen Schüler Tibor Scheu auf der jüngsten Ratssitzung zusammen mit dem stellvertretenden Ortsbrandmeister Mellendorfs Holger Schmidt sein Lob für das vorbildliche Handeln aus. Foto: L. Irrgang

Bebauungspläne und Kinderbonus Themen im Gemeinderat

Bissendorf (ig). Gleich zu Beginn der jüngsten Ratssitzung ehrte Bürgermeister Tjark Bartels den 14jährigen Mellendorfer Tibor Scheu. Dieser hatte den Dachstuhlbrand eines Hauses in Mellendorf vergangene Woche (das ECHO berichtet) entdeckt. Die Bewohner des Hauses hatten den Brand noch gar nicht gemerkt. „Durch diesen aufmerksamen Schüler wurde Schlimmeres verhindert“, so Bartels. Mellendorfs stellvertretender Ortsbrandmeister Holger Schmidt dankte dem 14jährigen, „für das Aufpassen und die vorbildliche schnelle Alarmierung.“
Bezüglich der Erweiterung des Gewerbegebietes in Brelingen, in welchem eine mobile Brechanlage für Bauschutt zweimal für zwei Wochen im Jahr betrieben werden soll, stimmten die Ratsmitglieder einem Antrag der WGW zu. Sascha Böhnke hatte gefordert, Anfahrtsalternativen zu dem Gebiet zu überprüfen, um die Staubbelastung für Brelingen gering zu halten. Böhnke schlug eine Anfahrt rückwärtig der Mühle vor. Zudem beantragte Böhnke durch die Gemeinde prüfen zu lassen, wie durch technische Einrichtungen der Sand und der Staub von den Reifen der LKWs entfernt werden könnte. „Damit auch der Staub auf den Straßen Brelingens weniger wird.“ Bartels bestätigte, dass die Gemeinde prüfe, inwieweit hier ein technischer Einsatz erfolgen könne, beispielsweise mit Hilfe eines Wasserbades, durch welches die LKWs beim Verlassen des Gewerbegebietes fahren müssten.
Der Überarbeitung der Förderrichtlinien der Gemeinde zur Gewährung eines Kinderbonus stimmte der Rat bei Enthaltung von CDU und WGW zu. Künftig sollen somit auch Familien von dem Bonus profitieren, die ein Haus erwerben, das auf kommunalem Bauland von einem Bauträger errichtet worden ist. Für junge Familien verringert sich durch den Bonus der Preis um 5.000 Euro pro Kind in der Familie. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD Helge Zychlinski nannte dies einen weiteren wichtigen Baustein, um die Gemeinde als familienfreundliche Gemeinde weiter auszubauen. Für den Wettbewerb unter den Gemeinden um Einwohner sei dies unverzichtbar, „denn der Wettkampf wird sich verschärfen.“ Durch das Angebot, welches der Kinderbonus schaffe, könne man sich für Familien attraktiver aufstellen. Und dies diene letztendlich auch, Infrastruktur zu erhalten, „denn die S-Bahn braucht Passagiere, Supermärkte Kunden und der Schulstandort kann nur mit Schülern erhalten bleiben.“
Susanne Brakelmann (CDU) nannte es ebenfalls wichtig, junge Familien in die Gemeinde zu holen. Vorteile für junge Familien habe es jedoch schon lange gegeben, betonte Brakelmann, „nicht über einen direkten finanziellen Zuschuss, die jungen Familien wurden bei der Vergabe von Bauland aber besonders berücksichtigt.“ Der Kinderbonus werde jedoch durch einzelne Baugebiete überhaupt erste finanziert, betonte Brakelmann, denn so sei der Quadratmeterpreis von 195 Euro im Baugebiet Bissendorf-West erheblich teuerer als in anderen Orten. „Dies deswegen, weil dieses Gebiet zu der Finanzierung des Kinderbonus beitragen soll“, kritisierte Brakelmann und somit unterstütze man diese Planungen nicht. „Ein Baugebiet allein sollte nicht die Finanzierung des Kinderbonus tragen.“ Dies unterstrich Annemarie Döpke (CDU), die einen Vergleich zu den Preisen für Bauland im Güldenen Winkel zog. „Durch diese Differenz wird der Kinderbonus finanziert.“ Dass der Bonus mit dem Verkauf der Flächen in Bissendorf-West finanziert werde, nannte Zychlinski in seiner Erwiderung „definitiv falsch.“
Der Rat stimmte zudem einer Einführung von Gebühren für Führungen auf dem geologischen Pfad zu. Der geologische Pfad „ist eines der erfolgreichsten Projekte der Gartenregion Hannover“, so der Bürgermeister anfangs seien die Führungen kostenlos gewesen, „aber in Zukunft soll eine Gebühr für die fachlich hoch qualifizierte Führung erhoben werden.“ Eine Führung kostet für Erwachsene fünf Euro, für Kinder ab 13 Jahren zwei Euro. Teilführungen kosten für Erwachsene drei, für Kinder zwei Euro. Bartels nannte die Führungen ein sehr gutes Angebot „und dafür kann man so eine Beteiligung von den Bürgern durchaus verlangen.“ Zugleich betonte Bartels ausdrücklich, dass das freie Begehen ohne Führung des Pfades kostenfrei bleibt.