20 Kinder entdecken Windenergie

Die Entdeckergruppe um Verena Stahnke alias Lilli Löwenmaul (hinten, Mitte) posiert stolz vor dem zuvor erforschten Windpark nahe Elze. (Foto: S. Birkner)

Gefragte Ferienpassaktion an Elzer Windpark

Elze (sb). Zu welchem Zweck drehen sich Windräder? Und aus welchem Grund? Wie funktionieren sie? Wieso sind sie so hoch? Und wie hoch sind sie eigentlich? Woher kommt der Wind? Kinder haben scheinbar unerschöpfliche Kreativität, wenn es darum geht, Fragen zu stellen. Dass das auch gilt, wenn es sich um Windräder dreht, stellten knapp 20 Heranwachsende zwischen sieben und 14 Jahren am vergangenen Mittwoch in Elze unter Beweis. Im Rahmen einer Ferienpassaktion am Windpark nahe der Autobahn 7 bei Elze lernten sie die Funktionsweise und natürlich den Zweck von Windrädern kennen. Durchgeführt wurde das Projekt von Verena Stahnke mit dem Entdeckernamen Lili Löwenmaul. Die Geschichte besagt, dass sie zusammen mit ihrem Kollegen Claudius Immergrün als so genannte „Naturonautin“versucht, möglichst viel über spannende Naturphänomene herauszufinden. Dies tut sie zusammen mit den Kindern. Eine wichtige Rolle spielt den Entdeckertouren auch, wie sich der Mensch diese Phänomene zu Nutze macht.
„Es geht mir in meinen Projekttagen darum, dass die Kinder die Dinge selbst und in Eigenregie entdecken und aufklären“, sagte Stahnke nach der Aktion. Die spielerische Herangehensweise an die Dinge stehe im Vordergrund. „Meinen Projekten liegt das Prinzip zugrunde, dass die Kinder die Dinge selbst und ohne Hilfestellungen problematisieren und Lösungen und Erklärungen finden“, erklärte sie im Gespräch mit dem ECHO. Insofern erzähle sie den Kindern wenig, sondern lasse deren Entdeckergeist freien Lauf. „Es ist sozusagen eine Mischung aus Erlebnis-, Umwelt-, Spiel- und Naturpädagogik“, erläuterte Stahnke. Die Kinder könnten sich Sachverhalte besser merken, wenn sie sie auf erlebnisreiche Art und Weise kennenlernten, befand Stahnke. Der Entdeckertag gestaltete sich so, dass die Kinder in kleinen Gruppen Lösungen zu verschiedenen Fragen erarbeiteten. In diesem Zusammenhang sollten sie beispielsweise schätzen, wie hoch ein Windrad eigentlich ist. „Ich will die Kindern in ihrem Forschergeist meist nicht zurückhalten. Deswegen lasse ich sie tüfteln und knobeln und greife nur ein, wenn ihre Antwort gänzlich daneben liegt“, sagte Stahnke. Sie verbinde derartige Aktionen keinesfalls mit politischen Bekenntnissen oder gar Beeinflussungen. Stahnke, die die Aktion von ihrem „Büro für Naturetainment“ in Hannover aus koordiniert, leite auch Projekte zu anderen Formen der erneuerbaren Energie. „Auch wenn das ein hochaktuelles und zukunftsweisendes Thema ist, möchte ich auf die politische Meinungsbildung der Kinder keinen Einfluss nehmen“, sagt Stahnke bestimmt.
Dass das interessante Projekt in der Wedemark angeboten wurde, hatte die Umweltschutzbeauftrage der Gemeinde, Ursula Schwertmann, initiiert. Stahnke und ihr Programm sind von Kommunen und Städten für Aktionen buchbar, das war in diesem Fall der Ferienkompass. Die Finanzierung Stahnkes übernimmt größtenteils die Klimaschutzagentur Hannover. Der gemeinnützige Verein hat Interesse daran, dass Kinder und Jugendliche möglichst früh den Vorteil erneuerbarer Energien kennenlernen.