21 Wohneinheiten entstehen im Park

Rainer de Groot (l.) und Karl-Josef Conrads studieren die Pläne für das denkmalgeschützte Fachwerkgebäude, das zu einem Zweifamilienhaus mit jeweils offener Galerie ausgebaut wird. Foto: A. Wiese

Aus dem Wiechenhof wird der Jakob-Bolehof – Ortsrat ist eng eingebunden

Wiechendorf (awi). Wenn diese Hofanlage ein Buch schreiben könnte, sie hätte viel zu erzählen: Bis zur ersten Erwähnung 1438 ist die Geschichte des Wiechenhofes, der zu der damaligen Zeit Wessenhof hieß, zurückzuverfolgen. Annemarie Buschbaum hat in ihrer nach Ostern erscheinenden Wiechendorfer Chronik viele Daten über das historische Gehöft zusammengetragen: Vom Interimswirt Heinrich Westen (1575 bis 1639) über die Landwirte Querfeld und von der Wroge bis zum als Automatenkönig bekannten Horst Freise, der die Anlage 1986 erwarb, Pferdeställe, eine Deckstelle und ein Hotel einrichtete und das Anwesen schließlich 1996 mit der Zwangsversteigerung räumen musste. Der Wiechenhof wurde erworben, wieder verkauft und unter mehrmaligem Pächterwechsel als Gastronomiebetrieb betrieben, bis ihn Ende 2009 Rainer de Groot erwarb und für die Hofanlage jetzt ein neues Zeitalter anbricht.
Der „Wiechenhof“ in Wiechendorf wird nicht nur umgebaut, künfig wird sich die Liegenschaft als „Jakob-Bolehof“ präsentieren. Karl-Josef Conrads suchte mit seinem Unternehmen Immo-Finanz-Center in Mellendorf nach einem Investor für den brachliegenden „Wiechenhof“, der zuletzt über ein Maklerunternehmen aus Langenhagen vertrieben wurde. An der Investorengewinnung waren Ortsbürgermeister Jürgen Kowahl, der Ortsrat Scherenbostel/Wiechendorf und nicht zuletzt die Anwohner maßgeblich beteiligt, ohne deren Unterstützung eine neue Belebung des Portals zu Wiechendorf so nicht möglich gewesen wäre, betonen Rainer de Groot und Karl-Josef Conrads im Gespräch mit dem ECHO.
Das unbürokratische Handeln zur baurechtlichen Prüfung des Vorhabens durch die zuständige Baubehörde der Gemeinde Wedemark und die Landwirtschaftskammer gab den abschließenden Kaufimpuls für die privaten Inves-toren. Nach sechsmonatiger Projektentwicklung konnte der Kauf des „Wiechenhofs“ durch die Familie de Groot abgeschlossen werden. Mit der Architektur und Projektsteuerung wurde das in der Wedemark ansässige Planungs- und Beratungsbüro Save & Sale architects • business brokers von de Groot aus Wennebostel beauftragt, das neben seinen individuellen Architektur- und Beratungsprojekten im gesamten Bundesgebiet auch mit seinen realisierten Designs für historischen Wohnraum in der Wedemark auf sich aufmerksam machen konnte. Das Konzept der Architekten der Save & Sale sieht vor, dass der gesamte „Wiechenhof“ zu einem Park umgestaltet wird und 21 Design- Wohnungen von 60 bis 170 Quadratmeter Größe entstehen. Eine Besonderheit der Gesamtkonzeption ist, dass die individuellen Wünsche der künftigen Bewohner des „Wiechenhofs“, der in „Jakob-Bolehof“ umbenannt wird, bei der Planung berücksichtigt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein TFT- Anschluss im Wellness- Bad oder Parkett statt Fliesen sein soll, der Wohn(t)raum des Mieters wird in der Planung berücksichtigt. Daher ist es kein Wunder, dass schon zahlreiche Anfragen bei den für die Vermarktung zuständigen Unternehmen Immo-Finanz-Center und ProDeC GmbH Carsten Gottwald, eingegangen sind.
Die ersten Mietverträge sind bereits geschlossen. Doch gut die Hälfte der Wohnungen, die zum Jahresende fertig sein sollen, ist noch zu vermieten. Auch wenn am künftigen „Jakob-Bolehof“ alles neu wird – berücksichtigt werden auf jeden Fall bereits bestehende Mietverhältnisse, betont Rainer de Groot. Noch eins stellt er übrigens ausdrücklich heraus: „Wer keine Kinder mag, braucht hier gar nicht erst einzuziehen. Kinder sind bei uns herzlich willkommen und um das für jedermann sichtbar zu machen, wird im Herzen des Parks auf dem ehemaligen Hof neben der eingezäunten Teichanlage mit Brunnen ein großer Spielplatz entstehen.“ Nicht nur Kinder, Haustiere sind übrigens auch erlaubt, beides Dinge, die auf dem heutigen Mietmarkt gar nicht mehr unbedingt selbstverständlich sind.
Die Anlage wird dort, wo früher der Gastronomiebetrieb war ein Bewirtschaftsbüro als Anlaufstelle für die Mieter enthalten. Der ehemalige Schankraum mit Tresen bleibt übrigens als Partyraum – ausschließlich für die Mieter zur Nutzung bei privaten Feiern – erhalten.