30 Jahre Schule Unter den Eichen

Feierten 30 Jahre Schule Unter den Eichen und den Abschluss der energetischen Sanierung: Wedemarks Bürgermeister Tjark Bartels, Schulleiterin Maike Rohde und Andrea Fischer, Regionsdezernentin für Gebäude und Finanzen (vorne von links), mit der Cheerleader-Gruppe der Förderschule. Foto: A. Wiese

Zum Festakt auch Ergebnis der dreijährigen energetischen Sanierung vorgestellt

Mellendorf (awi/r). Ein Lebens-, Lern- und Beziehungsort: So versteht sich die Schule Unter den Eichen der Region Hannover in Wedemark-Mellendorf. Gut 60 Schülerinnen und Schüler mit zum Teil mehrfachen Beeinträchtigungen aus der Wedemark, Isernhagen, Burgwedel, Langenhagen und Neustadt am Rübenberge werden in der Schule im alten Dorfkern unterrichtet – im Ganztagsbetrieb, von der ersten bis zur 12. Klasse. Gestern feierte die Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung ihren 30. Geburtstag und stellte bei diesem Anlass auch das Ergebnis der dreijährigen energetischen Sanierung des Gebäudes vor. „Seit 30 Jahren ist die Schule Unter den Eichen eine wichtige Bereicherung in der Schullandschaft der Wedemark“, sagte Wedemarks Bürgermeister Tjark Bartels. „Durch die Arbeit der Pädagogen wird hier vor Ort ein großer Beitrag dazu geleistet, dass Menschen mit Einschränkungen auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet werden. Dabei stehen eigenständiges Handeln und lebenspraktische Kompetenzen im Vordergrund!“
„Dank des Konjunkturpakets konnten wir Lernumgebung und Ausstattung vieler Schulen deutlich verbessern und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leis-ten“, sagte Andrea Fischer, Dezernentin für Gebäude und Finanzen der Region Hannover. Umfangreiche Umbauten im laufenden Schulbetrieb blieben aber leider nicht ohne Einfluss auch auf den Unterricht. Umso mehr gelte ihr Dank den Schülern und Mitarbeitern, dass sie die Sanierung nicht nur geduldig ertragen, sondern tatkräftig unterstützt hätten. Für 922.000 Euro aus dem Konjunkturpaket wurden die beiden Gebäudeteile der Schule aus den Jahren 1958 und 1982 energetisch modernisiert. Dazu wurden alle Fenster und Türen ausgetauscht, Fassaden und Dächer gedämmt und die Heizungsanlage gegen eine hocheffiziente Brennwertheizung ausgetauscht. Der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid hat sich damit von rund 119 Tonnen auf 72 Tonnen reduziert – der Atmos-phäre bleiben damit jährlich 47 Tonnen CO2 erspart, betont die Region. Darüber hinaus hat die Schule ein neues Beleuchtungssystem, erneuerte Sanitäranlagen und mobile Computer für den Einsatz im Unterricht erhalten. Auch Schulleiterin Maike Rohde bedankte sich bei dem Kollegium für seinen Einsatz nicht nur während der Bauphase. „Außergewöhnliches Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeichnet unsere Schule in besonderem Maße aus, was sich eben auch darin zeigt, dass sich keiner scheut, mal den Putzlappen in die Hand zu nehmen, um den Lehrbetrieb überhaupt zu ermöglichen.“ Im Rückblick auf die vergangenen 30 Jahre hob die Schulleiterin Aktionen hervor, die vor allem auch dank des rund 30-köpfigen Schulteams den Schulalltag bereichern: So ist zum Beispiel mit Unterstützung des Fördervereins heilpädagogisches Voltigieren fest im Unterricht verankert. In Resse üben zwei Gruppen von bis zu acht Kindern einmal in der Woche den Umgang mit Pferden. Die Arbeit ist so erfolgreich, dass die Teams der Schule unter den Eichen bei den Special Olympics, dem deutschen Wettbewerb für Menschen mit geistiger Behinderung, ausgezeichnet wurden. „In den letzten Jahren haben wir außerdem durch Kollegen, die die Montessori-Ausbildung absolviert haben, diese besondere Lernform in unseren Primarbereich einziehen lassen und sind begeistert“, so Maike Rohde, die seit 2002 die Schule leitet. Den vielleicht wichtigsten Entwicklungsschritt machte die Schule 1997 mit dem Einbau eines Fahrstuhls: Dadurch konnte die erste Etage des Altbaus auch für pädagogische Zwecke genutzt werden. In Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern entstand eine Lehrwohnung, in der sie in ihren letzten drei Abschlussklassenjahren lernen können, sich in ihre neue Rolle als möglichst selbstständige Erwachsene hineinzufinden. Die Abschlussklasse konnte gestern nicht mitfeiern, da sie sich gerade im Praktikum befindet, aber die anderen Schüler überraschten die Gäste mit tollen Vorführungen: einem Farbenlied zum Mitsingen und einem Auftritt der neuen Cheerleader-Gruppe, die fröhlich ihre Puschel schwenkte und sich zur Musik bewegte.