587 Unfälle auf Wedemarks Straßen

Die Zahl der Wildunfälle (schwarze PINs) bereitet der Polizei Sorge. Kommissariatschef Wolfgang Just will gemeinsam mit dem Hegering nach Lösungen suchen. Foto: A. Wiese

Unfallgeschehen im Zuständigkeitsbereich des PK Mellendorf in 2009

Wedemark (awi). Wedemarks Polizeichef Wolfgang Just, der in Vertretung für seinen Einsatz- und Streifendienstleiter Rolf Wenda die Unfallstatistik für 2009 vorstellte, freute sich: Zwar ist die Zahl der Unfälle gestiegen, aber die Folgen waren nicht so fatal und vor allem: Es gab keine Toten. In 2009 ereigneten sich im hiesigen Zuständigkeitsbereich 587 Verkehrsunfälle gegenüber 547 in 2008. Das bedeutet einen Anstieg um 40 Unfälle bzw. um 7,31 Prozent. Die Unfallzahlen sind insgesamt in der PD Hannover um 1,5 Prozent gestiegen(landesweit. 5,61 Prozent), wobei aber von Dienststelle zu Dienststelle teilweise erhebliche Schwankungen zu verzeichnen sind. Eine Ursache für die unterschiedlichen Entwicklungen ist nicht pauschal zu benennen. Erfreulich ist, dass die Zahl der Unfälle, bei denen Personen verletzt wurden zurückgegangen ist (von 82 in 2008 auf 74). Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre in der Wedemark fort. Zwar wurden bei diesen Unfällen mehr Personen leicht verletzt(von 79 in 2008 auf 93 in 2009), dafür ist aber die Anzahl der schwerverletzten Personen deutlich gesunken ( von 18 in 2008 auf 10 in 2009). Und besonders erfreulich ist, dass wiederum niemand bei einem Verkehrsunfall tötlich verletzt wurde! Der Anstieg der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen bei gleichzeitigem Rückgang von Verkehrsunfällen, bei denen Personen verletzt wurden, ist darauf zurückzuführen, dass bei diesen Unfällen mehrere Personen verletzt wurden, sich möglicherweise mehr Personen in den Fahrzeugen befunden haben als im vorhergehenden Jahr. Einen erheblichen Anteil stellen wiederum die Unfälle auf Parkplätzen bzw. die Unfälle zwischen Parkern und Ein-/Ausparkern dar. So kam es in 2009 erneut zu 91 dieser Unfälle (77 in 2008). Oft entfernen sich die Unfallverursacher hierbei unerlaubt von der Unfallstelle und kümmern sich nicht um die Schadensregulierung. Allerdings wird im Bereich des PK Mellendorf etwa jede zweite Unfallflucht aufgeklärt, so dass der Verursacher bzw. die Verursacherin nicht nur für den entstandenen Schaden aufkommen muss, sondern darüber hinaus noch mit einer empfindlichen Strafe rechnen muss. Seit Jahren haben wir allerdings eine hohe Anzahl von Wildunfällen! So ist wiederum ein leichter Anstieg auf jetzt 180 Unfälle in 2009 festzustellen. Trotz diverser Bemühungen ist es bisher nicht gelungen, ein wirksames Mittel zur Verhinderung von Wildunfällen zu entwickeln. Derzeit laufen Gespräche mit dem Hegering Wedemark, um einen neuen Testlauf durchführen zu können. Erschwert werden diese Bemühungen aber dadurch, dass sich die Wildunfälle auf die gesamte Wedemark verteilen, Maßnahmen also großflächig und damit kostenintensiv durchgeführt werden müssen. Aktuell wird versucht, zumindest im Bereich um den Brelinger Berg eine neue Testreihe durchführen zu können. Eine endgültige Entscheidung wird noch erwartet. Der Trend bei den Wildunfällen setzt sich offensichtlich auch in 2010 weiter fort. In den ersten beiden Monaten diesen Jahres hatten wir bereits doppelt so viele Unfälle wie im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Ursächlich hierfür dürfte wohl der langandauernde und zeitweise strenge Winter gewesen sein. Ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten ist die Schulwegüberwachung. Im Rahmen dieser Überwachung wird neben Gurtpflicht/Kindersicherung und Geschwindigkeit auch das Verhalten der Schülerinnen und Schüler kontrolliert. Leider ist immer wieder festzustellen, dass sich Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, nicht an die insbesondere im Bereich der Schulen häufig reduziertenHöchstgeschwindigkeit halten, in verkehrsberuhigten Bereichen nur durch besondere bauliche Maßnahmen zu einer angemessenen Reduzierung der Geschwindigkeit zu bewegen sind. Hier schreiten die Beamtinnen und Beamten sofort ein, um die Verkehrsverstöße unmittelbar nach ihrer Begehung ahnden zu können. Diese Maßnahmen haben sicherlich mit dazu beigetragen, dass sich in 2009 wiederum kein sog. Schulwegunfall ereignet hat. Auffällig ist für den hiesigen Zuständigkeitsbereich weiterhin ein deutlicher Rückgang der folgenlosen Fahrten unter Alkohol- bzw. BTM-Einfluss. Es wurden bei den Kontrollen immer seltener Fahrzeugführer beziehungsweise Fahrzeugführerinnen angetroffen, die unter dem Einfluss alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel standen. Ebenso ging die Zahl der Unfälle dieser Personengruppe weiter zurück. Bei den wenigen Verstößen, die festgestellt wurden, waren häufig Personen Fahrzeugführer, die ihren Wohnsitz nicht in der Wedemark hatten. Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort wurde in 2009 insgesamt 106 mal zu Anzeige gebracht, was einen Rückgang von etwa 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Leider ist die Aufklärungsquote hierbei auch geringfügig zurückgegangen, von 53,15Prozent auf 50,94%. Trotzdem kann man sagen, dass mehr als jede zweite Unfallflucht in der Wedemark aufgeklärt wird. Für die seit 2004 konstant hohen Aufklärungsraten könnte der „stationäre Charakter“ der Fahrzeugführer ursächlich sein. Unter „stationären Charakter“ verstehe ich: die überwiegende Anzahl der betroffenen Fahrzeugführer hat eine starke regionale Bindung, wohnt und/oder arbeitet in der Wedemark, hält sich hier überwiegend auf. Dieses erleichtert die Ermittlungen.